Chemie, Heißluft oder Schleifpapier: Holz-Anstrich entfernen

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Chemie, Heißluft oder Schleifpapier - diese drei Möglichkeiten haben Heimwerker, wenn sie Holz von alten Anstrichen befreien möchten. Foto: Arno Burgi

Für Heimwerker gibt es drei Möglichkeiten, wenn sie alte Anstriche von Holz entfernen möchten. Ein Experte der Stiftung Warentest erklärt, wie die einzelnen Methoden funktionieren.

Berlin (dpa/tmn) - Wer Holz von alten Anstrichen befreien will, hat drei Möglichkeiten: Chemie, Heißluft oder der Griff zu Schleifwerkzeugen. "Wirksame chemische Abbeizer enthalten oft gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe", erklärt Peter Birkholz, Ratgeberautor bei der Stiftung Warentest in Berlin.

"Ihre Anwendung in geschlossenen Räumen kann gefährlich sein." Deshalb muss immer für gute Lüftung gesorgt werden, falls man nicht im Freien arbeiten kann.

Dichlormethanhaltige Abbeizer dürfen an Heimwerker nicht verkauft werden, dennoch sind sie gelegentlich noch im Handel anzutreffen. Die Dosen sind mit einem liegenden Kreuz auf orangenfarbenem Grund und dem Zusatz "Xn - gesundheitsschädlich" gekennzeichnet. "Der Wirkstoff Dichlormethan ist ohne Atemschutz mit eigener Luftversorgung nicht verwendbar", betont Birkholz. "Frei verwendet, schädigt die Substanz das Nervensystem. Es hat damit in der Vergangenheit tödliche Unfälle gegeben."

Alkalische Abbeizmittel, oft in Pulverform zum Anrühren mit Wasser angeboten, sind gesundheitlich weniger bedenklich. "Sie gasen keine Problemstoffe aus und belasten deshalb die Gesundheit und die Umwelt weniger, können jedoch das Holz verfärben oder bleichen", erklärt der Heimwerkerexperte. "Auch sind sie zum Entfernen von Acryllack nicht geeignet." Wichtig für alle chemischen Abbeizer: Die angegebenen Einwirkzeiten sollten Heimwerker nicht überschreiten. Sonst können das Abbeizmittel und die gelöste Farbe zu einer Kruste antrocknen, die sich noch schlechter entfernen lässt.

Heißluftpistolen weichen bei Temperaturen um die 500 Grad den Anstrich auf, dann kann man ihn mit dem Spachtel abschaben. "Auch hier können gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen, beispielsweise Schwermetalldämpfe aus den Farbpigmenten", erläutert Birkholz. Es besteht zudem die Gefahr, dass das Holz verkohlt und es sich nicht mehr für einen transparenten Neuanstrich oder Wachsen eignet. Und: "Beim Abbrennen von Fensteranstrichen kann es wegen der großen Hitze zu Glasbruch kommen, besonders bei den teureren Isolierglasscheiben", warnt der Fachbuchautor.

Die Alternative sind Schleifpapier oder ein elektrischer Schwing- oder Dreieckschleifer. "Die meisten Schleifmaschinen verfügen über einen Absaugstutzen, an den der Staubsauger angeschlossen werden kann, damit die Staubbildung in Grenzen gehalten wird", erläutert Birkholz. Er empfiehlt, dennoch eine Staubmaske zu tragen. "Oft genügt es, noch fest haftende alte Anstriche nur anzuschleifen und nicht bis auf das Holz zu entfernen, was die Arbeit deutlich erleichtert." Wichtig ist dann, dass auch der neue Anstrich mit pigmentiertem Voranstrich und einem Lack erfolgt, der den Altanstrich abdeckt.

Welche Methode ist die Beste? Das hängt von der Form und der Gestalt des Möbelstücks ab, erklärt Birkholz. "Bei Verzierungen, Kannelierungen und Schnitzereien wird man um die Verwendung eines chemischen Abbeizers nicht herumkommen." Glatte Flächen lassen sich eher mittels Heißluft oder Schleifmaschine bearbeiten. Birkholz rät aber grundsätzlich: "Eine Kombination der verschiedenen Verfahren ist in vielen Fällen angebracht und sollte ausprobiert werden."

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