Tipps für eine Alpinlandschaft

Bergwelt im Vorgarten: Einen Steingarten anlegen

Der Enzian ist nicht nur in alpiner Landschaft ein Hingucker. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
1 von 8
Der Enzian ist nicht nur in alpiner Landschaft ein Hingucker. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Ein Klassiker im Steingarten ist die Alpen-Kuhschelle. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
2 von 8
Ein Klassiker im Steingarten ist die Alpen-Kuhschelle. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Cathrin Triebel arbeitet im Rennsteiggarten Oberhof. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
3 von 8
Cathrin Triebel arbeitet im Rennsteiggarten Oberhof. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Die mattenförmige Alpenrose, eine Rhododendron-Art, eignet sich für die Bepflanzung eines Steingartens gut. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
4 von 8
Die mattenförmige Alpenrose, eine Rhododendron-Art, eignet sich für die Bepflanzung eines Steingartens gut. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Dieser bewachsene Felshang befindet sich im Rennsteiggarten in Oberhof in Thüringen. Hobbygärtner können einen Steingarten aber auch zu Hause anlegen. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
5 von 8
Dieser bewachsene Felshang befindet sich im Rennsteiggarten in Oberhof in Thüringen. Hobbygärtner können einen Steingarten aber auch zu Hause anlegen. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Mit dem Hauswurz können Anfänger nicht viel falsch machen - es handelt sich um eine sehr pflegeleichte Gattung. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
6 von 8
Mit dem Hauswurz können Anfänger nicht viel falsch machen - es handelt sich um eine sehr pflegeleichte Gattung. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Blaukissen setzen Farbakzente im Steingarten. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
7 von 8
Blaukissen setzen Farbakzente im Steingarten. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
Besucher im Rennsteiggarten in Oberhof. Das Alpen-Feeling wollen sich viele auch in den eigenen Garten holen. Foto: Candy Welz/dpa-tmn
8 von 8
Besucher im Rennsteiggarten in Oberhof. Das Alpen-Feeling wollen sich viele auch in den eigenen Garten holen. Foto: Candy Welz/dpa-tmn

Alpine Pflanzen wachsen ja eigentlich an und zwischen den kargen Felsen weit oben auf den Bergen. Aber auch in den meisten Gärten auf Höhe Normalnull kommen sie gut zurecht - in extra gestalteten Steingärten.

Ettenheim/Oberhof (dpa/tmn) - Kleine Gipfel erheben sich zwischen den blauen Hütchen der Glockenblumen und den bizarren Fruchtständen der Alpen-Kuhschelle. Die dichten gelben Büschel des Felsenblümchens hängen den Hang hinab, das Seifenkraut breitet sich wie ein rosa Teppich über dem Gestein aus.

Diese Pflanzen gehören zu den genügsamsten Exemplaren für unsere Gärten. Mit schon wenigen Gramm Humus sind sie zufrieden - denn in den Hochlagen der Gebirge, woher die Pflanzen eigentlich stammen, gibt es auch nicht mehr.

In angelegten Steingärten abseits der Bergwelten bekommen die Pflanzen aber auch nicht nur alles, was sie gerne haben - und vor allem gerne nicht haben. Sondern der Hobbygärtner schafft sich damit auch noch die Miniatur-Nachbildung einer wunderschönen Alpinlandschaft auf dem eigenen Grundstück. Aber er muss den Boden gut aufarbeiten.

- STANDORT: "Am besten ist eine Lage nach Südosten, Süden oder Südwesten", erklärt Martin Haberer von der Gesellschaft der Staudenfreunde in Ettenheim (Baden-Württemberg). Das entspricht am ehesten dem natürlichen Standort, da die alpinen Pflanzen dort auch viel Licht erhalten. Es gibt zwar auch Schattenpflanzen, etwa Funkien (Hosta), das Immergrün (Vinca), Schaumblüten (Tiarella) oder Elfenblumen (Epimedium). "Aber die meisten Steingarten-Pflanzen sind Sonnenliebhaber", sagt Cathrin Triebel vom Rennsteiggarten Oberhof. Das ist ein botanischer Garten für Gebirgsflora im Naturpark Thüringer Wald.

- BODEN: Das Wichtigste ist ein gut durchlässiger Boden. Die klassischen Pflanzen im Steingarten vertragen Staunässe nicht, erklärt Haberer. Neben Steinen sorgt bestenfalls sogar eine Hanglage dafür, dass das Regen- und Gießwasser immer gut abfließen kann und die Pflanzen sich wohl fühlen. "Gute Drainage ist eigentlich das A und O", ergänzt Peter Behrens vom Bund deutscher Staudengärtner in Bonn. "Denn oben im Gebirge, in den Alpen, läuft das Wasser ja auch immer gut ab." Keine Sorge, dass dann zu wenig das Grün erreicht: Steingarten-Pflanzen könnten auch mal längere Zeit ohne Wasser auskommen.

Vor dem Anlegen der Drainageschicht muss der Hobbygärtner auf der gesamten Fläche alle Wurzelunkräuter entfernen. Diese können auch über 20 Zentimeter tief im Boden stecken, erklärt Haberer. Danach kommen Schotter, Bauschutt, kleine Steine oder Kies in den Boden, bevor das Substrat aufgefüllt wird. Obenauf sitzen große Steine.

Der Boden darf nicht zu reich an Nährstoffen sein, und er wird mit untergemischtem Sand durchlässiger gemacht. "Denn es sind ja Pflanzen, die oft mit sehr wenigen Nährstoffen auskommen", erklärt Behrens. Haberer ergänzt: "Handelsübliche Substrate sind zu humuslastig und zu nährstoffhaltig. Ich empfehle eine Mischung aus 20 Prozent Blumenerde, 25 Prozent gewaschenem Sand, 15 Prozent Splitt oder Feinkies und 40 Prozent vorhandener Gartenerde."

- STEINE: Behrens rät, nur eine Steinsorte wie Granit, Kalkstein, Schiefer, Sandstein oder Basalt zu wählen. Das fördere eine ruhigere und harmonische Optik. "In der Natur sind an einer Stelle ja auch nicht drei verschiedene Gesteine", erläutert der Experte.

- PFLANZEN: Klassiker für den Steingarten sind Blaukissen (Aubrieta-Hybriden), Kriechwacholder (Juniperus horizontalis), Steinbrech (Saxifraga), Enzian (Gentiana), Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina), Edelweiß (Leontopodium), Fetthenne (Sedum), Steinkraut (Alyssum), Polsterphlox (Phlox subulata), Zwerg-Rhododendren und etwa Wildtulpen.

Behrens empfiehlt den Hauswurz (Sempervivum) als sehr pflegeleichte Gattung. "Da hat man eine echte Erfolgsgarantie." Begeistert zeigt er sich auch von nicht zu stark wachsenden Sorten der Glockenblume (Campanula), des Zwerg-Storchschnabels (Geranium pusillum) und des Silberwurz (Dryas octopetala). Er empfiehlt zudem Zwerggräser, die selbst im Winter noch reizvoll aussehen. Und Expertin Triebel rät zu Lavendel, Salbei oder Thymian als Pflanzen zur Nutzung in der Küche.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Mit Laserpistolen und Radarfallen macht die Polizei Jagd auf Temposünder. Dabei kommt es auch zu ungewöhnliche Radarfotos. Klicken Sie sich durch …
Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Pizarro und Co.: Die ältesten Torschützen der Bundesliga-Geschichte

Es ist vollbracht: Claudio Pizarro hat einen weiteren Meilenstein in seiner einmaligen Laufbahn gesetzt. Der Werder-Stürmer schoss sich durch seinen …
Pizarro und Co.: Die ältesten Torschützen der Bundesliga-Geschichte

Galerie der Schande: Polizei stellt Unfallgaffer bloß

Sie sind ein leidiges Thema und behindern immer wieder Rettungskräfte bei ihren Einsätzen: Gaffer. Die Polizei Dortmund hat nun genug und …
Galerie der Schande: Polizei stellt Unfallgaffer bloß

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Augsburg im Vergleich

Wer hat wie benotet? Die Einzelkritiken von der DeichStube, „Kicker“, „Mein Werder“ und „Bild“ im Vergleich. Für eine Note muss ein Spieler …
Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Augsburg im Vergleich

Meistgelesene Artikel

Hätten Sie's gewusst? Das bedeuten die Zahlen auf dem Heizungsregler wirklich

Hätten Sie's gewusst? Das bedeuten die Zahlen auf dem Heizungsregler wirklich

Dieses simple Hausmittel reinigt jede Toilette lupenrein

Dieses simple Hausmittel reinigt jede Toilette lupenrein

Verpackungswahn: Warum sind Pakete von Amazon & Co. ständig zu groß?

Verpackungswahn: Warum sind Pakete von Amazon & Co. ständig zu groß?

Dieser Trick macht Ihren Abfluss garantiert frei - ganz ohne Chemie

Dieser Trick macht Ihren Abfluss garantiert frei - ganz ohne Chemie

Kommentare