Dreimal ist Bremer Recht – auch bei den Stadtmusikanten

BREMEN. Es ist nur das kleine Bremer Weihnachtsmärchen, und es könnte durchaus ein paar Zuschauer mehr vertragen. Jenes Märchen, das ab dem kommenden Donnerstag jeden Tag pünktlich um 17 Uhr im Hanseatenhof mitten in der Stadt zu sehen.

Das Theater interaktiwo bringt es auf die Bühne, die „Bremer Stadtmusikanten“, wie jedes Jahr, aber diesmal ist alles anders als sonst. Denn die Geschichte der Brüder Grimm vom gemeinsamen Starksein und von einem Leben, das nach der Pensionierung weitergeht, das steht auch als Bremer Weihnachtsmärchen ab dem morgigen Montag im Theater am Goetheplatz auf dem Spielplan, und es feiert am 15. Januar in der Inszenierung „AltArmArbeitslos“ eine dritte Premiere innerhalb von sieben Wochen in Bremen.

Doch gut möglich, dass zwischen Schnoor und Schlachte immer Platz ist für die vier Unermüdlichen, in den Herzen der Menschen auf jeden Fall, und in der Weihnachtszeit erst recht. Und gewiss ganz gut, wenn sich die Massen nicht nur um Roland und um die bronzenen Abbilder des Quartetts ballen, sondern das gesamte Programm wahrnehmen, das die Stadt ab dem kommenden Donnerstag bis zum Heiligabend zum republikweiten Wallfahrtsort macht, das Riesenangebot bei und rund um Weihnachtsmarkt und Schlachtezauber.

Gut eine Million Besucher werden die nächsten Wochen in der Stadt erwartet, so Rolf Herderhorst, Geschäftsführer der Schaustellerverbände. An die 200 Busse dürften es sein, die im Schnitt pro Wochenende den Weihnachtsmarkt ansteuern, sagt Maike Lucas von der Tourismus-Zentrale, in diesem Jahr voraussichtlich sogar noch mehr als sonst. „Wir stehen vor einem neuen Übernachtungsrekord, in den vergangenen Monaten ist das Vorjahresergebnis bereits um 8,4 Prozent übertroffen worden, und in der Adventszeit erwarten wir den nächsten großen Schub.“

Die Menschen werden auf dem Marktplatz vielleicht an der Feuerzangenbowle nippen, sie werden im Schnoor in engen Gassen in den Auslagen stöbern oder in den kleinen Cafès ein wärmendes Getränk genießen und sie werden in der Böttcherstraße edles Kunsthandwerk ins Auge fassen. Das sind die Pflichttermine.

Und dann? „Die Besucher kommen von oben“, sagt Steffi Woida. Von oben aus der Stadt hinunter an den Fluss, an die Weser. „Wir spüren, wie sie Schritt für Schritt die Ruhe erleben und zu schlendern beginnen.“ Steffi Woida ist Filzerin, sie ist von Anfang an dabei im Dorf der Freibeuter mitten im Schlachte-Zauber, und sie weiß, wovon sie spricht. Der weihnachtliche Ausflug in die Jahrhunderte bevor die Brüder Grimm das Märchen von den Stadtmusikanten aufgeschrieben haben, ins Mittelalter also, er galt zunächst als Geheimtipp, inzwischen ist das Dorf der wackren Handwerksleut und ihrer untadlig Arbeit mehrfach erweitert worden, seit dem vergangenen Jahr steht ein zweiter Marktweg zur Verfügung und die Besucherzahl steigt und steigt. „Das geht stetig aufwärts.“ Auch diesmal werden sie sich wieder inszenieren, zwölf Stunden durchgängig pro Tag, der Wurstbräter zum Beispiel, der eine ganz besondere Art hat, auf Trinkgeld zu reagieren, die Gaukler, die jonglierend durch die Gassen laufen, die Minnesänger und Herolde, die auf der Bühne stehen, und Schlafmütz sowieso, der Nachtwächter. „Darüber hinaus erwarten wir Besuch von anderen Mittelalter-Freunden, von Leier-Spielern, Kehlkopfsängern und vielen anderen.“

Und wer sich bereits Richtung Schlachte orientiert hat, für den ist es sozusagen nur noch ein kleiner Sprung dorthin, wo die Geheimtipps des Jahres 2011 lauern, auf dem Wasser nämlich, auf den Schiffen. Nicht nur auf der Treue oder dem Theaterschiff, wo das Adventsprogramm immer üppigere Ausmaße annimmt, sondern auch auf den anderen Anlaufstationen. Das Pfannkuchen-Schiff, die Admiral Nelson, beispielsweise ist erst dieser Tage wieder frisch aufgemöbelt aus der Werft zurückgekehrt und wird unter Deck Stapelweise Pfannkuchen anbieten. Und die Hal över wird täglich zu Rundfahrten auf der Weser und in den Hafenanlagen aufbrechen (Abfahrten um 13.30 und 15.15 Uhr), Adventsnachmittage mit Godewind an Bord gehören ebenfalls zum Programm, abends darüber hinaus besondere Gaumenfreuden.

Und wer mag, kann gleich auf dem Wasser bleiben, in den Schiffs-Hotels zum Beispiel. Das wäre dann der ultimative Geheimtipp? Auch nicht mehr so recht. Das Beispiel „Perle“. Zwei Kabinen stehen in dem einstigen Passagierschiff zur Verfügung, und die Nachfrage ist bemerkenswert. „Im Sommer sind wir lange vorher ausgebucht, jetzt in der Weihnachtszeit an den Wochenenden auch. Lediglich unter der Woche haben wir noch einige wenige Termine frei,“ sagt eine Sprecherin. Dabei haben die weitgereisten Bremen-Besucher das leicht im Strom wiegende Hotel noch gar nicht entdeckt. „Nein, die meisten Gäste kommen aus einem Umkreis von hundert Kilometern.“

In der kommenden Woche aber wird sich das Interesse an der Bremer Weihnacht zunächst mal auf den Marktplatz konzentrieren. Am Donnerstag eröffnet Bürgerschaftspräsident Christian Weber den Weihnachtsmarkt um 16 Uhr in St. Petri, ehe er um 16.30 Uhr zu Engelgesang und Turmbläserspiel den Weihnachtsbaum vor dem Dom zum Leuchten bringt.

Und dann kann sie auch schon beginnen, die erste Aufführung der Bremer Stadtmusikanten im Hanseatenhof. Interaktiwo-Theaterchefin Christine Renken, die gleichzeitig den Esel verkörpert, hat sich für die neue Spielzeit etwas besonderes ausgedacht. „Die Räuber werden in diesem Jahr an einer Weihnachtstafel Platz nehmen.“ Zunächst jedenfalls. Wer dann zu guter letzt an diesem adventlich geschmückten Tisch sitzt, soll noch nicht verraten werden.

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