Technik in Kinderhand

Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?

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Der Konsum elektronischer Medien ist bei Kindern beliebt. Foto: Hans-Jürgen Wiedl

Kinder wollen irgendwann ein Smartphone. Ihnen dies zu verbieten, kann sie an den Rand stellen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den Minicomputer mit Zugang zum Internet? Medienpädagogin Kristin Langner gibt Ratschläge.

Berlin (dpa/tmn) - Tippen, wischen, surfen - auch Kinder wollen die Möglichkeiten eines Smartphones nutzen. Doch viele Eltern sind sich nicht sicher: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Mini-Computer im Hosentaschen-Format?

"Da es sich in der Tat um einen eigenen kleinen Computer handelt, sollten Kinder bereits Surf-Erfahrungen haben und auch die vielen komplexen Funktionen des Gerätes kennen. Welche sind unbedenklich, und wo lauern die Stolperfallen?", sagt Medienpädagogin Kristin Langer von der Initiative "Schau Hin! Was dein Kind mit Medien macht". Kinder sollten zum Beispiel in etwa wissen, welche Inhalte im Netz geteilt werden dürfen und welche nicht. Welche Fotos darf man verbreiten? Wie tappt man nicht in Abo-Fallen?

"Solche Dinge können Kinder in der Regel mit elf, zwölf Jahren wissen - vorausgesetzt, die Eltern waren zuvor begleitend aktiv", so Langer. Allerdings habe jedes Kind seinen eigenen Rhythmus. So könne es passieren, dass ein Grundschüler sich von einem Smartphone gestresst fühlt, weil er so viele Nachrichten zu beantworten hat. Auch die Angst, so ein teures Gerät zu verlieren oder gegen ein Handyverbot in der Schule zu verstoßen, könnte Stress auslösen.

Doch was, wenn alle Klassenkameraden schon vor dem zehnten Geburtstag ein Smartphone haben - und Kinder ohne damit vom Klassenchat ausgeschlossen wären? "Dann gilt es, bestimmte Regeln aufzustellen, etwa WLAN nur zu Hause und kein freies Internet für unterwegs, bestimmte Anwendungen wie Bluetooth und GPS ganz sperren", rät Langer. Kann man dem Kind dann nicht gleich ein altes Handy vermachen, das nur telefonieren kann? "Das wiederum könnte das Kind an den Rand stellen. Ein Nur-Telefon-Handy ist nun mal kein Statussymbol."

Gegen überbordende Ansprüche auf das neueste Modell helfe nur eine schmerzhafte finanzielle Selbstbeteiligung des Kindes, findet Langer. "Und auf jeden Fall ein Smartphone ohne Vertrag. Mit einer aufladbaren Karte lernen die Kinder besser zu haushalten."

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