Wasserspiele - Das neue Buch der Bäder

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Schachspieler im Freibecken: Das Széchenyi-Bad in Budapest.

Das Mittelmeer ausgekühlt, die Karibik in weiter Ferne: Wassermänner (und natürlich auch -frauen), die regelmäßig abtauchen müssen...

damit sie in ihrem Element sind, steuern hierzulande alle Winter wieder auf eine tragische Durststrecke zu. Wohltemperierte Bade- landschaften unter Dach und Fach sind jetzt mehr als nur den Eintrittspreis wert. Ein Buch zeigt die schönsten, vom Bodensee bis nach Ungarn.

Manche mögen’s heiß. Lassen die Glieder bei 35 Grad wohlig entspannen, während draußen die Novembernebel um die Häuser ziehen. Wohltemperierte Badelandschaften sind der wahre Winter-Luxus. Und beileibe keine Erfindung der Neuzeit.

Schon der alte Römer Plinius wusste um die Qualität der heißen Quellen im Taunus, und das Wiesbadener Kaiser-Friedrich-Bad wurde 1913 auf den Fundamenten eines römischen Schwitzbades errichtet. Mit seiner neoklassizistischen Hülle und der üppigen Ausstattung im Inneren ist es eines der herausragenden Beispiele der Bäderarchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts. In Deutschland gibt es einige davon: das Jugendstilbad in Darmstadt, das Herschelbad in Mannheim, das Friedrichsbad in Baden-Baden, das Müllersche Volksbad in München oder das alte Stadtbad in Augsburg. Auf die Spitze getrieben haben die Jahrhundertwende-Architekten den pompösen Bäder-Glamour allerdings in den Ländern der k.u.k.-Monarchie, in Österreich, Böhmen und Mähren und besonders in den Metropolen Wien und Budapest.

Pferd und Springer: Schwimmbad Foro Italico.

Kunstgeschichtlerin Iris Meder, die die schönsten Bäder Mitteleuropas jetzt in einem Bildband zusammenstellte, hat sich freilich nicht nur auf die historischen Beispiele beschränkt. Moderne Schwimmhallen in coolem Design gehören genauso zu ihrer Sammlung von außergewöhnlichen Bädern: die Rotlicht-Katakomben des Sole Uno in Rheinfelden, der Aquadome im Ötztal, die Felsentherme von Vals im Schweizer Kanton Graubünden, die Utopia-Landschaft des Züricher Thermalbades oder das Seebad von Kaltern, das wie ein Ufo neben traditionellen Südtiroler Bauernhäusern steht. Wobei die Frage dahingestellt sei, ob beide auch so wirklich miteinander können. Für Wassermänner (oder Wasserfrauen), die der winterlichen Tristesse entfliehen wollen, dürften solche Äußerlichkeiten zweitrangig sein. Für sie zählt nur eines: abtauchen!

C.H.

DAS BUCH

„Badefreuden – eine Reise zu den außergewöhnlichsten Bädern in Mitteleuropa“, Metroverlag Wien, ISBN 978-3-99300-051-6; 25 Euro.

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