Warum Alpakas die Delfine der Alpen sind

Tiere für die Seele

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Sanftmütige Gefährten: Warum Alpakas die Delfine der Alpen sind.

Sie sind größer als ein Hund, kleiner als ein Esel und mit ihrer Sanftmut die idealen Wandergefährten. Kein Wunder, dass bayerische Tourismusgemeinden das Alpaka als neues Zugpferd entdeckt haben.

Man kann sie mieten, als Begleiter, als Spielgefährten und auch zu Therapiezwecken. Denn die exotischen Charmebolzen mit den großen brauen Kulleraugen tun auch der Seele gut.

„Alpakas“, sagt Monika Bauregger, „machen süchtig. Sie beruhigen und tun der Seele gut.“ Man sollte ihnen aber bloß nicht zu tief in die Augen schauen, weil man ihnen sonst für immer verfallen ist. Mit zwei Tieren hatte die Pensionswirtin aus Inzell in den Chiemgauer Alpen einmal angefangen. „Eines hat meine Schwester gekauft, eines ich.“ Aber bald haben die Frauen festgestellt: „Zwei san gar nix.“ Dann wurden es drei, dann fünf und heute hat die Familie 18 Tiere. Allerdings nicht für den Streichelzoo, wie es ursprünglich angedacht war, denn die Wollknäuel aus den peruanischen Anden seien einfach keine Tiere zum Knuddeln. Dafür aber eigneten sie sich mit ihrer ruhigen, gemütlichen Art umso mehr als Wandergefährten.

Und als Therapeuten. Psychologin Angela Bals-Bassano nutzt den positiven Einfluss, den Alpakas auf Menschen mit Verhaltensschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Angst und Aggression haben, für ihre Einzel- und Gruppenbehandlungen auf dem Hof von Irene und Ulrich Hemetmayr in Gars am Inn. Sie erziele mit den Tieren auch gute Erfolge bei psychologischen Erkrankungen wie dem Burn-out-Syndrom, bei der Lösung von inneren Blockaden und bei der Arbeit mit Behinderten.

Was Maria Wiesmüller vom Mühlbachhof in Neuötting nur bestätigen kann. „Zu uns kommen viele Behinderten-Schulklassen, um mit den Tieren spazieren zu gehen. Es ist großartig zu sehen, welche Beziehung die Kinder mit den Alpakas aufbauen und wie ihnen das hilft.“

Wie beruhigend eine Wanderung mit Alpakas für den Menschen sein kann, davon schwärmt auch Monika Bauregger in den höchsten Tönen: „Das liegt am Tempo. Die Tiere gehen immer ganz gemächlich, bleiben auch mal stehen, müssen immer schauen, weil sie sehr neugierig sind. Der Rhythmus überträgt sich auf den Menschen.“

Opa von Hubert Wiesmüller eines der Alpakas vom Mühlbachhof in Neuötting.

Dass die Charaktere von Mensch und Tier zueinanderpassen oder unterwegs zueinanderfinden, möchte hingegen Franz Ebert nicht dem Zufall überlassen. Und deswegen steht bei ihm auf dem Hof in Bad Kohlgrub erst einmal das Beschnuppern, bevor es auf die Wanderung geht. „Die Teilnehmer striegeln die Tiere, um sie kennenzulernen und eine Beziehung aufzubauen. Mensch und Tier sollen eine harmonische Einheit bilden“, sagt Franz Ebert. Allerdings sind seine Tiere genau genommen auch keine Alpakas, sondern Lamas. Was die beiden gemeinsam haben ist das berüchtigte Spucken. „Aber das braucht der Mensch nicht zu fürchten, das gilt nur Artgenossen“, versichert Ebert.

Christine Hinkofer

URLAUB MIT DEM ALPAKA

NEUÖTTING Auf dem Hof von Familie Wiesmüller in Neuötting stehen derzeit 16 erwachsene Alpakas und seit drei Wochen auch sieben Jungtiere. Auf zweistündigen geführten Wanderungen geht es durch Wälder und über Wiesen und Felder. Dafür zahlen Familien bis zu fünf Personen ab 40 Euro, Gruppen bis zehn Personen ab 50 Euro. Hubert Wiesmüller gibt auch Kurse in der Haltung und Züchtung von Alpakas und verkauft Wolle. Mühlbach-Alpakas, Mitterhausen 56, Neuötting, Tel. 08871/73597, Internet: www.muehlbach-alpakas.de.

INZELL Einmal in der Woche steht bei Pensionswirtin Monika Bauregger in Inzell Alpaka-Trekking für große und kleine Gäste auf dem Programm. „Es ist ein bisschen wie Gassigehen, aber irgendwie anders, exotischer, netter und noch entspannter“, sagt ein Teilnehmer. 18 Tiere gehören derzeit zu ihrer Herde. Kontakt unter Tel. 08665/7689, im Internet: www.pension-restner.de.

GARS AM INN 14 Alpakas haben Irene und Ulrich Hemetmayr auf ihrem Hof in Grub 3 in Gars am Inn (Region Sulzbach). Auch dort werden Wanderungen angeboten, aber auch von einer Psychologin betreute Therapien. Wer nicht sicher ist, ob er sich auf eine langfristige Behandlung einlassen möchte, kann das in einer Schnupperstunde zum Preis von 15 Euro ausprobieren. Die Einzeltherapie kostet 60 Euro pro Stunde, eine Zehnerkarte 550 Euro. Kontakt unter Tel. 08073/915673, im Internet: www.bayernland-alpakas.de.

BAD KOHLGRUB Franz Ebert überlässt nichts dem Zufall. Bei ihm müssen sich Mensch und Tier erst beschnuppern, bevor sich entscheidet, wer wem für die Wanderung zugeteilt wird. Sind auch ein bisserl größer, seine wolligen Weggefährten. Er bietet Trekking mit Lamas an. 30 Euro kostet die Stunde und kann individuell vereinbart werden unter Tel. 08845/7136, www.lamatrekking-langkaspar.de.

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