Kein Ende des Streiks

Verkehrsbehinderungen in Frankreich auch nach Weihnachten

Auch nach Weihnachten müssen Reisende sich auf erhebliche Behinderungen in Nah- und Fernverkehr einstellen. Foto: Francois Mori/AP/dpa
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Auch nach Weihnachten müssen Reisende sich auf erhebliche Behinderungen in Nah- und Fernverkehr einstellen. Foto: Francois Mori/AP/dpa

Auch nach mehr als 20 Tagen Streik müssen Reisende und Arbeitende in Frankreich weiter mit Störungen rechnen. Eine Einigung mit den Mitarbeitern des Nah- und Fernverkehrs ist nicht in Sicht. Der Ausstand könnte sich bis in das kommende Jahr ziehen.

Paris (dpa) - Mitarbeiter des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in Frankreich haben ihren vor gut drei Wochen begonnenen Streik gegen die geplante Rentenreform fortgesetzt. In der Hauptstadt Paris blieben am Donnerstag erneut Dutzende Metro-Stationen geschlossen.

Neben den zwei vollautomatischen Metro-Linien waren sieben weitere Linien zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend in Betrieb, teilten die Pariser Verkehrsbetriebe RATP mit. Der 26. Dezember ist nicht in ganz Frankreich ein Feiertag.

Eingeschränkter Fernverkehr

Auch der Fernverkehr mit Zügen war weiter stark beeinträchtigt. Von den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen waren am Donnerstag nur etwa halb so viele wie üblich unterwegs. Auf dem Pariser Fernbahnhof Gare de Lyon waren am Morgen weniger Menschen unterwegs als sonst. An den Schaltern der französischen Staatsbahn SNCF gab es lange Schlangen von Fahrgästen, die ihre Tickets umtauschen wollten oder andere Probleme hatten.

Es waren mehrere pünktliche TGV-Hochgeschwindigkeitszüge angekündigt, unter anderem nach Basel, Lyon und Marseille. Im TGV nach Mulhouse (Mülhausen) waren dabei selbst in der 2. Klasse viele Plätze frei, wie ein dpa-Reporter berichtete. «Es ist viel ruhiger als sonst», sagte der SNCF-Mitarbeiter an der Cafébar. «Die Leute haben Angst vor dem Streik.» Angaben der Staatsbahn zufolge streikten am Donnerstag rund 42 Prozent der Lokführer und 24 Prozent der Kontrolleure.

Hunderttausende Menschen streiken

Zwar besserte sich die Lage im Vergleich zu Heiligabend, dem ersten Weihnachtsfeiertag und dem Reise-Wochenende vor den Feiertagen ein wenig, ein Ende des Streiks war aber nicht in Sicht. Vor und nach Weihnachten sind in Frankreich Hunderttausende Menschen unterwegs. Eine Streikpause - wie von Staatschef Emmanuel Macron angeregt - kam nicht zustande. Die Regierung will erst am 7. Januar wieder mit den Sozialpartnern zusammenkommen.

Im Land werden zudem Raffinerien bestreikt. Die Versorgung von Tankstellen sei derzeit aber nicht gefährdet, betonte Innenminister Christophe Castaner. Von rund 200 Kraftstoff-Depots würden lediglich zwei blockiert, so der Minister. Vorschnelle Hamsterkäufe an Tankstellen seien nicht nötig, so Castaner.

Streit um Rentensystem

Vor allem der Tourismus und der Einzelhandel in Paris verzeichnen derzeit starke Einbußen. Hunderttausende gingen bisher gegen die Rentenpläne auf die Straße. Die Regierung will die Aufsplitterung in über 40 Rentenkassen beenden und ein Einheitssystem schaffen. Außerdem sollen die Franzosen angehalten werden, länger zu arbeiten. Die Regierung bot zwar lange Übergangsfristen an, den Gewerkschaften reichte das jedoch nicht aus.

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