USA-Flüge: Zweiter Koffer kostet Geld

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Ende vom Two-Piece-Konzept: Fluggesellschaften führen Gebühr für den zweiten Koffer ein.

Frankfurt/Main - Bei Flügen in die USA müssen immer mehr Reisende für die Mitnahme eines zweiten Koffers eine Gebühr bezahlen. Viele Fluggesellschaften haben ihre Gewichtsgrenze auf maximal 23 Kilogramm pro Gepäckstück gesenkt.

Nachdem vor kurzem bereits mehrere US-Fluggesellschaften und British Airways ihre Regeln entsprechend geändert haben, führen nun auch Air France/KLM und United Airlines neue Gepäckrichtlinien ein. Die Zahl der Fluggesellschaften, die bei ihren Nordamerikaflügen das sogenannte Two-Piece-Konzept mit zwei kostenlosen, jeweils bis zu 23 Kilogramm schweren Gepäckstücken anwenden, wird damit erneut kleiner.

Zweiter Koffer kostet Gebühr:

Continental:
ab 15. September cirka 33 Euro. Economy-Ticket frei.

British Airways:
ab 7. Oktober 43 Euro (40 Pfund)

Air France:
ab 1. November 50 Euro

KLM: ab 1. November 50 Euro

United Airlines:
ab 15 Dezember 33 Euro (50 US Dollar)

 

Vom 1. November an dürfen Economy-Class-Passagiere bei Air France und KLM nur noch einen Koffer kostenlos einchecken. Für das bisher ebenfalls kostenfreie zweite Gepäckstück werden dann 50 Euro fällig, teilte die Air France/KLM-Vertretung in Frankfurt mit.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines wird vom 15. Dezember an für den zweiten Koffer eine Gebühr verlangen. Hier sind 50 US-Dollar (etwa 33 Euro) vorgesehen, erklärte Firmensprecher Ralph Steffen in Alsbach (Hessen). Bei der Lufthansa dagegen gilt nach Nordamerika vorerst weiterhin das “Two-Piece-Konzept“. Auch die “Kranich-Airline“ überlegt nach Angaben ihres Sprechers Michael Lamberty in Frankfurt jedoch inzwischen, ihre Regelung “den Marktgegebenheiten anzupassen“.

5 Dollar Rabatt soll es geben, wenn der Flug online eingecheckt wird. Air France/KLM und United folgen damit dem Beispiel von Anbietern wie Delta, American Airlines, Continental und British Airways, die zusammen einen Großteil der Flüge über den Nordatlantik anbieten.

Continental etwa hat zum 15. September eine ähnliche Regelung wie United eingeführt, und zwar für bestimmte Tarife in der “Holzklasse“. Wer den vollen Economy-Ticketpreis bezahlt, ist dagegen von der neuen Gepäckbeschränkung ausgenommen.

Bei British Airways gilt die Gebühr für den zweiten Koffer seit dem 7. Oktober. Entsprechendes Übergepäck kostet auf dem Flughafen 40 Pfund (43 Euro). Nach Angaben der Airline gibt es auch hier einen Nachlass für das Einchecken im Internet.

Bei Golf-Bag oder Ski vor der Buchung Kleingedrucktes lesen

Das Thema Gepäck sei bei Nordamerika-Flügen inzwischen “sehr komplex“ geworden, sagt Gaebges - auch deshalb, weil zum Beispiel für Sportgepäck wie Golfausrüstungen oder Surfbretter je nach Anbieter wieder ganz andere Bedingungen gelten können.

Air France und KLM etwa lassen Golftaschen bis 23 Kilogramm Gewicht weiterhin kostenlos zu, und zwar zusätzlich zum normalen Gepäck. Für Fahrräder oder Ski gilt dies dagegen nicht. Außerdem erhöhen die Franzosen und Niederländer nun ihre Gebühren für den Fall, dass Haustiere in einer Transportbox mitgenommen werden - innerhalb der Passagierkabine zum Beispiel von 150 auf 200 Euro, wie Air-France-Sprecherin Julia Lange erläutert.

Die vielen und nicht immer leicht zu durchschauenden Unterschiede bei den Gepäckregeln haben ihre Ursache darin, dass “der Wettbewerb beinhart geworden ist“, wie Gaebges es ausdrückt. Die derzeit eher günstigen Grundpreise für die Flugtickets führten dazu, dass die Airlines versuchten, “Zusatzerlöse zu generieren“ - etwa beim Gepäck.

Dies ist auch wichtig für Weltreisende, die Nordamerika nur als Zwischenstopp auf einer längeren Tour ansehen. Denn der früher gern gegebene Tipp, über die USA zum Beispiel nach Neuseeland oder Australien zu fliegen, weil dann mehr Gepäck mitgenommen werden darf als bei Flügen über Asien, gilt für viele Anbieter nun nicht mehr. Von den drei größten europäischen Linienfluganbietern hält jetzt nur noch die Lufthansa bei Nordamerika-Flügen am “Two-Piece-Konzept“ fest.

Wie lange noch, ist aber offen: Auch die “Kranich-Airline“ denkt laut ihrem Sprecher Michael Lamberty in Frankfurt inzwischen darüber nach, ihre Gepäckregeln “den Marktgegebenheiten anzupassen“.

dpa

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