Sicherheit im Urlaub

Urlaub mit dem Auto: Wie sicher ist die medizinische Versorgung in Europas beliebten Reisezielen?

Notaufnahme-Schild, im Hintergrund eine Ärztin zu sehen
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Auch im Urlaub kann es passieren, dass man medizinische Versorgung in Anspruch nehmen muss.

Urlaub trotz Corona: Wer sich für eine Auslandsreise entscheidet, achtet nicht nur auf Strandlage oder Spa-Angebot, sondern auf ärztliche Versorgung im Urlaubsland. 

  • Angesichts der anhaltenden COVID-19 Pandemie ist der medizinische Standard in unseren Nachbarländern für viele Reisende ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen einen Aufenthalt.
  • Außer einer Corona-Erkrankung können aber auch typische Reiseerkrankungen wie ein Sonnenstich, eine Magenverstimmung oder Allergien die Urlaubsfreude trüben und eine Behandlung vor Ort notwendig machen.
  • Wie steht es also um die ärztliche Versorgung in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen*, die mit dem Auto erreichbar sind?

Urlaub in Frankreich trotz Corona: Terminvereinbarung übers Callcenter

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERGO Reiseversicherung, informiert, wie es um die medizinische Versorgung in Europas Urlaubsdestinationen steht. So bestehe etwa in Frankreich kein Grund zur Sorge um die ärztliche Versorgung. Die meisten Krankenhäuser sind laut der Expertin modern und mit neuester Technik ausgestattet. Ungewohnt könnte für deutsche Urlauber der Besuch in einer Arztpraxis sein. Sprechstundenhilfen suchen Patienten oft vergebens, Termine werden vorab über ein Callcenter vereinbart. In Frankreich wird zudem zwischen Vertragsärzten, die nach den Tarifen der gesetzlichen Krankenkassen in Frankreich abrechnen, und Ärzten mit freier Honorargestaltung unterschieden. Mit einer Reisekrankenversicherung können Urlauber in jedem Fall sicher sein, dass sämtliche Kosten erstattet werden – egal, bei welchem Arzt sie sich in Behandlung begeben. 

Lesen Sie hier: An diesen Sehenswürdigkeiten ist Fotografieren strengstens verboten.

Urlaub in Italien trotz Corona: Erste Hilfe nach Dringlichkeit

Nach dem Ampelprinzip werden in Italien alle Patienten eingeteilt, die sich an die „Pronto Soccorso“, die Erste Hilfe im Krankenhaus, wenden. In einer ersten Untersuchung wird die Dringlichkeit des Falls festgestellt. Menschen mit leichteren Erkrankungen müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. In Arztpraxen wird für viele Medikamente oder zusätzliche Leistungen oftmals eine Art Rezeptgebühr verlangt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet wird. Urlauber können sich durch den Abschluss einer Reisekrankenversicherung vor möglichen hohen Kosten schützen.

Lesen Sie hier: Strafen, Verbote, Regeln: Was Italien-Reisende im Corona-Sommer jetzt wissen müssen*.

Urlaub in Kroatien trotz Corona: Ferienanlagen mit eigenen Ärzten

Auch in Kroatien gilt die medizinische Versorgung als gut. Während die meisten Krankenhäuser in den Großstädten zu finden sind, gibt es in den touristischen Regionen oftmals Gesundheitszentren oder Ambulanzen mit Ärzten, die Englisch sprechen. Viele Ferienresorts oder Campingplätze beschäftigen Ärzte mit festen Sprechstunden in der Anlage, die akute Erkrankungen gleich vor Ort behandeln. Auch in Kroatien gilt die europäische Notfallnummer 112, sollten Kroatien-Urlauber* diese einmal benötigen.

Urlaub in den Niederlande: Medikamente im Drogeriemarkt 

Die medizinische Versorgung in den Niederlanden ist mit qualifizierten Fachärzten und bestens ausgestatteten Krankenhäuser sehr gut. Die Mediziner und auch das Krankenhauspersonal sprechen in der Regel Englisch oder sogar Deutsch. Wer vor Ort Medikamente benötigt, erhält gängige Mittel wie Paracetamol oder Loperamid in der Drogerie. Allerdings sind sie im Durchschnitt teurer als in Deutschland. Wer regelmäßig Arzneimittel einnehmen muss, sollte diese daher schon in den Urlaub mitnehmen. Die Notrufnummer in den Niederlanden lautet 112 und kann von öffentlichen Telefonen aus kostenlos gerufen werden.  

Urlaub in Österreich: Sicher auch bei Wanderunfällen

In unserem Nachbarland gilt die medizinische Versorgung als vorbildlich. Vor allem im Bereich der Unfallmedizin und Orthopädie gibt es in Österreich exzellente Experten. Um sich vor möglichen hohen Kosten bei der Unterbringung in einem Privathospital zu schützen, wird der Abschluss einer Reisekranken-Versicherung empfohlen. Wichtig ist dabei, dass die Übernahme von Such-, Rettungs- und Bergungskosten inkludiert ist. Diese können bei Wander- oder Skiunfällen schnell mehrere tausend Euro betragen und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. 

Lesen Sie hier: Urlaub geplant? Vorsicht, an diesen Reisezielen fallen immer Extrakosten an.

Urlaub in der Schweiz: Hervorragendes Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem in der Schweiz ist hervorragend und zählt zu den besten der Welt. Reisende können sich an Notfallpraxen oder Krankenhäuser wenden. Jedes Krankenhaus ist mit einer Notaufnahme ausgestattet. Die Notrufnummer in der Schweiz lautet 144. Apotheken richten sich nach den üblichen Öffnungszeiten, jede Region hat aber Notfall-Apotheken. (sca) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Alle Informationen in Sachen Urlaub erhalten Sie in unserem aktuellen News-Ticker.

Auch interessant: Urlaub in Deutschland: Die schönsten deutschen Reiseziele.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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