Urlaub in Istrien – das klingt gut!

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Zum ersten Mal in der 30jährigen Geschichte des Musikantenstadls findet die Eurovisionssendung heuer in Kroatien statt. Am 7. Mai öffnet Moderator Andy Borg in der Hafenstadt Porec...

...an der Westküste der Halbinsel Istrien die Tore zu seiner Folklore-Alm. Barbara Nazarewska ist vo­rausgereist in eine Urlaubsregion, die mit ihren Traumstränden, der ländlichen Idylle und der guten Küche die ideale Verbindung ist zwischen dem italienischen Lebensgefühl und dem kroatischen Naturpardies.

Moderator Andy Borg

Es läuft gut. Ziemlich gut sogar. Davorka Saina (52) spricht zwar kein Deutsch und nur ein bisschen Englisch, aber sie braucht auch nicht viele Worte. Gastfreundschaft lässt sich gut mit Gesten ausdrücken: Zum Beispiel, indem man die Gäste mit selbstgebranntem Schnaps begrüßt, und mit einem Lächeln. Danach bittet Davorka in ihre Konoba, ein kleines steinernes Restaurant mit offenem Kamin. Dort serviert sie hausgemachte Kost aus Produkten von ihrem Hof – und ein Gefühl von Ruhe. Viel Ruhe. Davorka weiß eben, worauf es ankommt. Deshalb läuft es ja so gut.

„Ein Heilmittel für Leib und Seele“

Davorka, weiße Schürze, geblümtes Kleid, führt mit ihrem Mann und den beiden Kindern einen Agrotourismus-Hof im Hinterland von Istrien. Ihr Reich heißt Ograde, es bedeutet auf Kroatisch „Zäune“ und liegt am Rand des Dorfes Katun Lindarski, etwa 40 Kilometer von der Hafenstadt Porec entfernt im Landesinneren der Halbinsel Istrien.

Einst hatten sich hier Schafhirten angesiedelt, das war im 15. Jahrhundert. Für ihre Herden bauten sie Trockenmauern – Ograde. Heute bewirtschaftet Familie Saina 13 000 Quadratmeter – das heißt viele Tiere, noch mehr Felder, massig Arbeit. Keine Goldgrube, aber doch ein Ort, an dem einige einen Schatz (wieder-) entdecken: die Natur.

Am 7. Mai öffnet Moderator Andy Borg in der Hafenstadt Porec...

„Ein Heilmittel für Leib und Seele“, nennen es manche – und schwärmen von einer „Rückkehr zu den Wurzeln“. Davorka lässt lieber Taten sprechen: Sie pflanzt, sät, pflückt. Mistet den Stall aus, spinnt Wolle, flicht Körbe. Wer von den Gästen will, packt ­einfach mit an. Die freiwillige ­Arbeit auf dem Hof empfinden viele, die sonst vom Job ge stresst sind, als meditativ. Manche von ihnen gehen in der Umgebung reiten oder radeln. Davorka selbst kocht am liebsten. Fast alles, was in ihrer Konoba auf den Tisch kommt, wird auf dem Hof hergestellt: Wurst, Käse, Nudeln, Olivenöl, sogar der Wein. Das ist das Prinzip. Und für dieses Prinzip musste auch die Hausherrin umschulen; als gelernte ­Schneiderin hätte sie sich schwergetan in der Landwirtschaft.

Die mystische Seite von Istrien

Das mit dem Umschulen war Mitte der 90er-Jahre. Damals war der Krieg im ehemaligen Jugoslawien vorbei. Die Menschen wollten sich eine neue Existenz aufbauen – weg vom Massentourismus, weg von der kommunistischen Konformität, das war jetzt die Devise in Istrien. Das Ziel: eine Urlaubsregion mit eigenem Charakter.

Istrien

Nach und nach wurden im Hinterland immer mehr Bauernhäuser renoviert und an Urlauber vermietet. Man schickte Touristen auf Trüffelsuche, zum Olivenöl-Testen, zu Weinproben. Neue Restaurants machten auf, die regionale Spezialitäten anboten statt der üblichen Standardgerichte. Ferien auf dem Land mit südländischem Flair. „Man schraube die Toskana ein oder zwei Maßeinheiten hinunter, dünne die Touristenströme aus, senke die Preise und versprühe etwas Mystik – schon hat man Istrien“, schreibt heute der weltweit führende Reiseführer „Lonely Planet“ über die herzförmige Halbinsel und empfiehlt den Lesern „ländliche Domizile“ und „bäuerliche Wirtshäuser“.

Davorkas Hof Ograde passt da gut rein. Der kleine Ort Lindarski Katun hat nur paar hundert Einwohner. Und der Hof von Familie Saina liegt so weit weg vom Rest der Welt, dass man das Gefühl hat, ganz für sich zu sein, mitten in der Natur. Ein gutes Gefühl.

DIE REISE-INFOS ZU ISTRIEN

REISEZIEL Die Halbinsel Istrien liegt zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht in der nördlichen Adria. Istrien ist 3476 Quadratkilometer groß, wovon 2813 Quadratkilometer zu Kroatien gehören, ein Teil im Norden zu Italien und zu Slowenien.

ANREISE Von München aus sind es nach Istrien rund 600 Kilometer; man fährt über Österreich (Tauerntunnel) und Slowenien – oder über Italien.

REISEZEIT/KLIMA Die Halbinsel ist mit jährlich rund 2400 Sonnenstunden klimatisch sehr günstig gelegen. Es gibt lange und trockene Sommer, die Winter sind mild.

GELD In Kroatien zahlt man mit Kuna – sieben Kuna entsprechen einem Euro.

LANDURLAUB Wer auf dem Bauernhof Ograde Urlaub machen möchte, kann sich über den Ferienhaus-Anbieter Novasol (www.novasol.de) einmieten. Man wohnt auf dem Hof in separaten Ferienhäusern. Ein Haus mit Schlafmöglichkeit bis zu acht Personen kostet ab 461 Euro pro Woche. Zu höchst moderaten Preisen bereitet Familie Saina in ihrer Konoba istrische Spezialitäten zu. Nähere Infos zum Hof unter www.agroturizam-ograde.hr

MUSIKANTENSTADL Der Musikantenstadl (im Bild: Moderator Andy Borg) wird am 7. Mai aus der Sportarena von Porec übertragen. Es gibt noch Karten für die Generalprobe am 6. Mai und für die Live-Veranstaltung am 7. Mai. Bestellung unter www.oeticket.at oder Tel. 0043-1-96096. Hotelarrangements in Porec können über den Kroatien-Spezialisten Riva Tours gebucht werden. Sieben Übernachtungen mit Halbpension im Hotel Zagreb bei Eigenanreise ab 138 Euro pro Person, mit Busanreise ab 243 Euro pro Person. Tel. 089/2311000, www.idriva.de

SEHENSWERT Einen Abstecher wert ist das Künstlerstädtchen Groznjan im Norden Istriens. Das mittelalterliche Dorf wurde mit viel Liebe restauriert. Heute beherbergen die kleinen Gassen Gemälde-, Keramik- und Schmuckateliers. Im Sommer wird Groznjan zur Bühne für die „Jeunesses Musicales“ mit zahlreichen Konzerten.

LESENSWERT Echte Insider-Tipps zur Istrianischen Weinstraße oder zu Radlrouten bietet das Istrien-Magazin, das kostenlos beim Tourismusverband Istrien unter info@istra.hr zu bestellen ist. Tel. 00385/52-452797.

WEITERE INFOS Kroatische Fremdenverkehrszentrale in München, Rumfordstr. 7, Tel. 089/223344, im Internet: www.kroatien.hr.

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