Auf den Spuren des Genies

Urlaub in da Vincis Heimatstadt

Vinci ist nicht der prominenteste Ort der Toskana - im Da-Vinci-Jahr kommt ihm als Geburtsstätte des Künstlers aber eine besondere Rolle zu. Foto: Mona Contzen
1 von 13
Vinci ist nicht der prominenteste Ort der Toskana - im Da-Vinci-Jahr kommt ihm als Geburtsstätte des Künstlers aber eine besondere Rolle zu. Foto: Mona Contzen
Anchiano ist ein kleines Dorf unweit von Vinci - hier liegt das Geburtshaus von Leonardo da Vinci. Foto: Mona Contzen
2 von 13
Anchiano ist ein kleines Dorf unweit von Vinci - hier liegt das Geburtshaus von Leonardo da Vinci. Foto: Mona Contzen
Claudia Heimes - hier vor einem Replikat der "Mona Lisa" - ist Dezernentin für Bildung und Kultur im Stadtrat von Vinci. Foto: Mona Contzen
3 von 13
Claudia Heimes - hier vor einem Replikat der "Mona Lisa" - ist Dezernentin für Bildung und Kultur im Stadtrat von Vinci. Foto: Mona Contzen
Ein Hologramm in da Vincis Geburtshaus in Anchiano lässt den großen Maler selbst über sein Leben sprechen. Foto: Mona Contzen
4 von 13
Ein Hologramm in da Vincis Geburtshaus in Anchiano lässt den großen Maler selbst über sein Leben sprechen. Foto: Mona Contzen
Die Via de Caterina ist nach Leonardo da Vincis Mutter benannt - ein Wanderweg, der von Vinci zu ihrem einstigen Wohnort führt. Foto: Mona Contzen
5 von 13
Die Via de Caterina ist nach Leonardo da Vincis Mutter benannt - ein Wanderweg, der von Vinci zu ihrem einstigen Wohnort führt. Foto: Mona Contzen
Große Kunst: das Gemälde "Anbetung der Könige aus dem Morgenland" von Leonardo da Vinci in der Galerie der Uffizien in Florenz. Foto: Mona Contzen
6 von 13
Große Kunst: das Gemälde "Anbetung der Könige aus dem Morgenland" von Leonardo da Vinci in der Galerie der Uffizien in Florenz. Foto: Mona Contzen
Im Sumpfgebiet Padule di Fucecchio brüten mehr als 100 Vogelarten. Foto: Mona Contzen
7 von 13
Im Sumpfgebiet Padule di Fucecchio brüten mehr als 100 Vogelarten. Foto: Mona Contzen
Blick vom Turm der Guidi-Burg in Vinci - der kleine Ort in der Toskana wurde vom Massentourismus bisher verschont. Foto: Mona Contzen
8 von 13
Blick vom Turm der Guidi-Burg in Vinci - der kleine Ort in der Toskana wurde vom Massentourismus bisher verschont. Foto: Mona Contzen

Von Vinci hat kaum jemand je etwas gehört. Doch zum 500. Todestag des großen Leonardo rückt der kleine Ort in der Toskana ins Scheinwerferlicht.

Vinci (dpa/tmn) - Weinberge und silbrig glänzende Olivenhaine erstrecken sich über sanfte Hänge bis nach Vinci. Das unbekannte Städtchen mit dem weltbekannten Namen thront auf einem Hügel irgendwo auf halber Strecke zwischen Florenz und Pisa. Aus seiner Mitte ragen der Burg- und der Kirchturm empor.

Vinci ist der Ort, der einem der bedeutendsten Genies aller Zeiten seinen Namen gab. Es ist der Ort, der den großen Leonardo von frühester Kindheit an inspirierte.

Heimatstadt da Vincis kaum bekannt

Als Leonardo da Vinci am 2. Mai 1519 im französischen Amboise starb, hinterließ er nicht nur ein Lebenswerk aus 6000 Manuskriptseiten in den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen, er schuf auch Meisterwerke wie die "Mona Lisa" und "Das letzte Abendmahl". In diesem Jahr wird der Universalgelehrte nun europaweit dafür gefeiert.

Dass seine kleine Heimatstadt mit den großen Museen kaum konkurrieren kann, ist klar. Doch auch verglichen mit echten Toskana-Hotspots wie Lucca, Siena und dem winzigen San Gimignano dämmert Vinci in einem durchaus angenehmen touristischen Winterschlaf – sogar im Jubiläumsjahr zum 500. Todestag des berühmtesten Sohnes der Stadt.

Vinci bietet echtes Toskana-Feeling

Zwischen dem Castello dei Conti Guidi aus dem 12. Jahrhundert und Leonardos schlichter Taufkirche Santa Croce haben im historischen Ortskern nur zwei Souvenirläden ihre Ware vor die groben Steinmauern gehängt. Es gibt T-Shirts mit "I love Vinci"-Prints.

Insgesamt hat sich das beschauliche Vinci seinen ursprünglichen Charme bewahrt: Die Geschäfte rund um den Marktplatz, die anstelle des üblichen Nippes ganz Alltägliches wie Tischwäsche, Gemüse oder Baumarktartikel verkaufen, haben zur Siesta geschlossen. Und in der Pizzeria isst eine Schulklasse statt einem Dutzend Studienreisender zu Mittag. Zwar quält sich hin und wieder ein Reisebus die steilen Hügel zum Geburtshaus des Universalgenies im Ortsteil Anchiano hinauf. Aber nicht einmal vor dem Aufstieg zum Burgturm mit seiner Aussicht über die Terrakottadächer der Stadt steht eine Schlange.

Kaum touristische Infrastruktur

Auch stört sich niemand daran, dass der neue Ticketschalter für die drei Zweigstellen des Leonardo-Museums – das Geburtshaus, die Villa del Ferrale mit HD-Reproduktionen von allen Gemälden des Künstlers und das eigentliche Museum in der Burg und der Palazzina Uzielli – noch immer eine Baustelle ist. Touristenmassen könnte der Ort mit seinen 15.000 Einwohnern ohnehin kaum bewältigen.

Große Hotels gibt es in Vinci nicht. Die für die Region typischen Zypressenalleen führen am Stadtrand nur zu rustikalen Bauernhöfen, die eine Handvoll Touristenzimmer vermieten und ihre Gäste mit selbstgepresstem Olivenöl und eigenem Wein versorgen. Und selbst die sind noch nicht ausgebucht, obwohl das Städtchen im Zuge des großen Jubiläums durchaus mit einer echten Sensation aufwarten kann.

Noch bis zum 15. Oktober ist die "Arnolandschaft", Leonardo da Vincis früheste datierte Zeichnung aus dem Jahr 1473, neben allerlei Modellen, Dokumenten und Skizzen im Museo Leonardiano zu sehen.

Auf den Spuren des Universalgelehrten

"Die Natur, die Leonardo früher gesehen hat, unterscheidet sich nicht groß von der heutigen", sagt Claudia Heimes. Die gebürtige Deutsche ist Dezernentin für Bildung und Kultur im Stadtrat von Vinci. 

Sie tritt aus dem Schatten des alten Bruchsteinhauses, in dem das Multitalent am 15. April 1452 als unehelicher Sohn einer Magd und eines Notars zur Welt gekommen sein soll. "Vielleicht gab es ein paar Häuser weniger, und die Landschaft war etwas vielfältiger, mit Obstgärten und Getreidefeldern, aber viel hat sich nicht geändert." Heute wachsen fast ausschließlich Wein und Oliven auf den Hügeln.

Drinnen wird Leonardos Biografie multimedial aufbereitet. Draußen kann man sich wie der junge Leonardo, der mit seinem Onkel Francesco die Ländereien der Familie inspizierte und wohl schon damals Landschaften und Tiere zeichnete, von der Natur inspirieren lassen.

Leonardos Blick auf die Toskana

Zum Beispiel auf der Via Caterina. Der Wanderweg zum nahegelegenen San Pantaleo ist nach Leonardos Mutter benannt. Diese lief wohl hier entlang, wenn sie ihren Sohn, der in Vinci bei der Familie des Vaters aufwuchs, besuchen wollte. Unterwegs bietet sich nicht nur eine schöne Aussicht auf die Silhouette von Vinci. Mit einem Blick fürs Detail zeigt sich die Toskana hier auch von Leonardos Seite.

Weißer Dolden-Milchstern und Breitblättriger Rohrkolben wachsen am Wegesrand. Von beiden Pflanzen hat der Naturforscher da Vinci einst detaillierte Zeichnungen angefertigt. Das Silber der jahrhundertealten Olivenbäume verliert sich in der Ferne immer mehr in einem blassen Dunst – ein natürlicher Effekt, für den der Maler seine eigene Weichzeichner-Technik - Sfumato genannt - entwickelte.

Die Natur als Inspirationsquelle

Immer wieder ist es die Natur seiner Heimat, zu der man von Leonardo zurückgeführt wird. Zum Beispiel in das Sumpfgebiet Padule di Fucecchio, in dem über 100 Vogelarten brüten – vielleicht der perfekte Anschauungsunterricht für Leonardos Flugstudien.

Heute fährt man mit einer Art Gondel fast lautlos durch das Naturreservat. In der ausgedehnten Schilflandschaft gleiten Silbermöwen am Himmel, Reiher fliegen über der Wasseroberfläche, Enten eilen schnatternd von einem Ufer ans andere.

Leonardo wollte einst den Lauf des Arno ändern, um das Land trockenzulegen und nutzbar zu machen. Doch in diesem Fall ist es wohl gut so, dass der unermüdliche Tüftler vieles begann und ausprobierte - aber wenig Projekte abschloss.

Eventkalender "Leonardo in Toscana"

Museo Leonardiano in Vinci (Englisch)

Vinci in der Toskana

Anreise: Mit dem Flugzeug nach Florenz oder Pisa und weiter mit dem Mietwagen nach Vinci (rund 40 bis 60 Kilometer je nach Route).

Übernachtung: In Vinci gibt es ein paar Drei-Sterne-Hotels, hauptsächlich aber kleine Pensionen, Bed & Breakfasts und Bauernhöfe (sogenannte Agriturismo) im nahen Umland.

Programm: Für das Jubiläumsjahr kann der Eventkalender "Leonardo in Toscana" heruntergeladen werden unter www.visittuscany.com.

Informationen: www.visittuscany.com

Das könnte Sie auch interessieren

Bestes Marktwetter bei Maimarkt in Vilsen

Modenschau, eine riesige Auswahl an Leckereien und dekorativen Artikeln, Kinderspiel-Parcours vor der Kirche, Flohmarkt und Livemusik. Was kann man …
Bestes Marktwetter bei Maimarkt in Vilsen

5. Gartentage in Thedinghausen

Die 5. Gartentage Thedinghausen waren ein Genuss voller Kunst, Kultur, Inspirationen und kulinarischen Erlebnissen in einem einmaligen Ambiente. …
5. Gartentage in Thedinghausen

Fotos vom Verdener Frühjahrsflohmarkt

Hot oder Schrott - die Frage konnte man sich am Sonnabend bei so manchem Schätzchen auf dem Verdener Frühjahrsflohmarkt stellen. Eindeutig zu sagen …
Fotos vom Verdener Frühjahrsflohmarkt

Tag der Städtebauförderung am Henry-Wetjen-Platz in Leeste

Die Geburtsstunde des neuen Henry-Wetjen-Platzes haben in der Nacht zu Sonntag mehrere Hundert Gäste erlebt.
Tag der Städtebauförderung am Henry-Wetjen-Platz in Leeste

Meistgelesene Artikel

Urlaub zwischen Stadt und Idylle: Oslo bringt den perfekten Mix

Urlaub zwischen Stadt und Idylle: Oslo bringt den perfekten Mix

Lissabon: Eine der schönsten Städte der Welt bereisen

Lissabon: Eine der schönsten Städte der Welt bereisen

Kopenhagen: Die lebenswerteste Stadt der Welt lädt Sie ein

Kopenhagen: Die lebenswerteste Stadt der Welt lädt Sie ein

Beliebteste Kreuzfahrtschiffe 2019: Ein deutsches Schiff hat es geschafft

Beliebteste Kreuzfahrtschiffe 2019: Ein deutsches Schiff hat es geschafft

Kommentare