Im Urlaub geben sie mehr aus als Deutsche

Chinesen sind die neuen Reiseweltmeister

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Touristen aus dem Reich der Mitte haben 2012 etwa 91 Milliarden US-Dollar auf Reisen im Ausland ausgegeben.

Stuttgart - Krisen und Konjunkturflauten zum Trotz: Die Bundesbürger reisen weiter für ihr Leben gern - auch wenn sie den Weltmeistertitel bei den internationalen Reiseausgaben an die Chinesen abgeben müssen.

Die Chinesen haben die Bundesbürger Experten zufolge als Reiseweltmeister vom Thron gestoßen - zumindest was die Ausgaben im Ausland angeht. „China führt 2012 nach ersten Berechnungen die Hitparade der internationalen Reiseausgaben an“, sagte Tourismusforscher Martin Lohmann am Freitag vor der Reisemesse CMT in Stuttgart, wobei auch Ausgaben für Geschäftsreisen berücksichtigt seien. Die nach eigenen Angaben weltweit größte Publikumsmesse für Freizeit und Touristik öffnet am Samstag ihre Pforten für neun Tage.

Touristen aus dem Reich der Mitte hätten 2012 etwa 91 Milliarden US-Dollar auf Reisen im Ausland ausgegeben, wie Lohmann auf Grundlage von ersten Zahlen der Welttourismusorganisation (UNWTO) errechnete. Dazu zählen neben Urlauben auch Geschäftsreisen oder Kurztrips. Die Deutschen kommen demnach auf rund 88 Milliarden US-Dollar, schätzt Lohmann. Genaue Zahlen präsentiert die Commerzbank bei ihrer Reiseverkehrsbilanz am Dienstag auf der CMT.

Die Reiselust der Deutschen ist aber ungebrochen: Laut Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) wollen 24 Prozent der Deutschen 2013 mehr verreisen als im Vorjahr und nur 17 Prozent weniger. Insgesamt hätten die Deutschen 2012 mehr als 70 Millionen Urlaubsreisen unternommen und dafür etwa 62 Milliarden Euro ausgegeben, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Das könnte 2013 noch mehr werden: 28 Prozent wollen im laufenden Jahr im Urlaub noch mehr springen lassen.

Top 10: Die schlimmsten Urlaubstypen

Buffetdrängler oder Besserwisser - jeder kennt wohl Typen mit besonderen Macken, die im Urlaub echt anstrengend sein können. Hier die Top-10-Nerv-Liste: Platz 1 belegt "Der Meckertyp". Ewiges Nörgeln vermiest, laut einer Umfrage von lasteminute.de, den meisten Deutschen die schönste Zeit im Jahr. © dpa
Platz 2: Lärm und Unordnung: Chaoten nerven 33 Prozent. © dpa
Platz 3: Besserwisser, die immer alles ganz genau wissen (24 Prozent). © dpa
Platz 4: Buffetdrängler (21 Prozent). © dpa
Platz 5: Buffetpiraten, die sich den Teller mit Essen nur so vollschaufeln. © dpa
Platz 6: Liegenbeleger (21 Prozent). Gerade deutsche Urlauber haben das Hobby frühmorgens mit Badehandtüchern Liegestühle zu besetzen. © dpa
Platz 7: Mit 17 Prozent folgen die "Mein-Haus-mein-Auto"-Angeber. © dpa
Platz 10: Dauerflirter. 25 Prozent der 18-29-Jährigen sind von exzessiver Anmache genervt. © dpa
Knutschpaare, die sich so gut wie ohne Unterbrechung küssen und anhimmeln, nerven vier Prozent der Deutschen. Doch Urlauber über 60 stören sich kaum an Flirtern und Knutschern. © dapd
Dauerstreiter
Laute Dauerstreiter... © dpa
Superfamilien
...Superfamilien... © dpa
Poser
...Poser am Strand und Pool... © dpa
Arschbomber
und Arschbomber können im Einzelfall stressen. © dpa

Reiseziel Nummer eins für die Deutschen bleibt demnach auch 2013 mit etwa 30 Prozent das eigene Land. Klassiker bei den Auslandsreisen sind weiterhin Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. Wachstumspotenzial hätten Kreuzfahrten, Wellness- und Radreisen.

Anregungen für das Reisejahr 2013 bietet die CMT reichlich: In den neun Messehallen präsentieren sich bis zum 20. Januar rund 2000 Aussteller aus 90 Ländern. Partner der Messe sind in diesem Jahr die Slowakei, die Region Santa Catarina in Brasilien und Mecklenburg Vorpommern. Mehr als die Hälfte der Ausstellungsfläche belegt der Caravaning-Bereich. Hier sind etwa 800 Fahrzeuge zu sehen, knapp 100 Neuheiten werden präsentiert. In den vergangen Jahren kamen rund 225 000 Menschen zur CMT.

Das erste Wochenende der CMT steht traditionell im Zeichen des Aktivurlaubs. Auf rund 10 000 Quadratmetern präsentiert sich die Sonderschau „Fahrrad- und Erlebnisreisen mit Wandern“, die im vergangenen Jahr allein 30 000 Menschen anzog. Das zweite Wochenende widmet sich dann Reisen für Golfspieler sowie Kreuzfahrten.

dpa

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