Aus für Tourismus-Projekt "Greetland"

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Ein von Gegnern des Projekts ramponiertes Schild auf einer Wiese vor dem Fischerdorf Greetsiel (Kreis Aurich) weist noch  auf das Bauprojekt des Ferienparks Greetland hin.

Krummhörn - Bei den einen herrscht Jubel, bei den anderen ist Wunden lecken angesagt. Die Bürger haben sich gegen das umstrittene Tourismusprojekt “Greetland“ im Fischerdorf Greetsiel entschieden.

Die Bürger der ostfriesischen Gemeinde Krummhörn haben am Sonntag mit deutlicher Mehrheit gegen den 82 Millionen Euro teuren Wohn- und Freizeitpark gestimmt. Gemeinde und Politik kündigten an, das Ergebnis zu akzeptieren. “Das ist ein klares Votum und ein eindeutiger Auftrag aus der Bürgerschaft an den Rat“, sagte Gemeindebürgermeister Johann Saathoff (SPD) in Pewsum.

Bei der Bürgerbefragung votierten 61,9 Prozent der Wähler mit “Nein“, wie Saathoff nach Auswertung der Stimmen aus 19 Wahllokalen verkündete. 45,6 Prozent der 10.400 Wahlberechtigten gingen zur Abstimmung. Damit wurde die zuvor im Gemeinderat für ein bindendes Ergebnis vereinbarte Mindestbeteiligung von 35 Prozent deutlich übertroffen.

Ein Investor aus Sachsen wollte “Greetland“ direkt vor den Toren Greetsiels bauen. Auf 85.000 Quadratmetern sollten Ferienwohnungen, ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant und Schwimmbad sowie eine Wasserburg als architektonisches Highlight entstehen. Der Ort wird von mehr als einer Million Touristen pro Jahr besucht und ist derzeit geprägt von einer Idylle aus Windmühlen, historischen Giebelhäusern und Krabbenkuttern.

“Das Projekt ist gestorben“

“Jetzt heißt es erstmal Wunden lecken“, sagte Greetsiels Ortsvorsteher und SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, Alfred Jacobsen, direkt nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Er und Saathoff waren Befürworter von “Greetland“. “Das Projekt ist gestorben. Wir werden uns an das Abstimmungsergebnis halten“, fügte er an. “Die Bürger haben sich dafür entschieden, Altes zu bewahren, und dagegen, Neues zu erschaffen“, sagte Saathoff. Das sei zu respektieren.

Jubel und große Freude herrschte dagegen im Lager der Bürgerinitiative “Stopp Greetland“. Zweieinhalb Jahre lang hatten die rund 100 Aktivisten gegen das Projekt gekämpft und sich für nachhaltigen und sanften Tourismus ausgesprochen. Sie sammelten mehr als 15.000 Unterschriften von Unterstützern. “Wir triumphieren nicht, aber wir freuen uns einfach“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Petrus Boomgaarden, in Greetsiel der Nachrichtenagentur dapd. Am Abend sollte in einem örtlichen Café groß gefeiert werden.

dapd

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