Fische, Schlangen und Krebse

Tierische Begegnungen in Badeseen

Ein Fischer hält einen Spiegelkarpfen in den Händen. Foto: Nicolas Armer/dpa
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Ein Fischer hält einen Spiegelkarpfen in den Händen. Foto: Nicolas Armer/dpa
Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs sitzt auf einem Tisch. Foto: picture alliance / dpa
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Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs sitzt auf einem Tisch. Foto: picture alliance / dpa
Laszlo Acz, Fischer der Fischerei Köllnitz, hält am frühen Morgen zum Sonnenaufgang einen Zander in seinen Händen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Laszlo Acz, Fischer der Fischerei Köllnitz, hält am frühen Morgen zum Sonnenaufgang einen Zander in seinen Händen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Mitarbeiterin aus der Fischerei Köllnitz im brandenburgischen Groß Schauen (Oder-Spree) zeigt einen gefangenen Aal. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Eine Mitarbeiterin aus der Fischerei Köllnitz im brandenburgischen Groß Schauen (Oder-Spree) zeigt einen gefangenen Aal. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Ringelnatter züngelt mit ihrer gespaltenen Zunge in Dormagen in einem Terrarium. Foto: picture alliance / dpa
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Eine Ringelnatter züngelt mit ihrer gespaltenen Zunge in Dormagen in einem Terrarium. Foto: picture alliance / dpa
Einen gefangenen Hecht hält Sportfischer Daniel Klump beim Abfischen des Olympiasees in den Händen. Foto: Frank Leonhardt/dpa
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Einen gefangenen Hecht hält Sportfischer Daniel Klump beim Abfischen des Olympiasees in den Händen. Foto: Frank Leonhardt/dpa
Ein Mann von der Spreewaldfischerei zeigt einen noch lebenden Wels, der knapp 40 Kilogramm schwer und etwa 1,80 Meter lang ist. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Ein Mann von der Spreewaldfischerei zeigt einen noch lebenden Wels, der knapp 40 Kilogramm schwer und etwa 1,80 Meter lang ist. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Fischattacken sind in Badeseen ungefähr so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Aber zu harmlosen Begegnungen mit den Tieren kommt es immer wieder. Auf welche Tiere können Badende beispielsweise in Bayern treffen?

München (dpa) - Riesige Welse und schlangenförmige Aale: Während bei heißen Temperaturen in Bayern viele Menschen Abkühlung in Badeseen suchen, tummeln sich im und am Wasser zahlreiche Tiere.

Obwohl Fische und andere Wasserbewohner in der Regel scheu sind, kann es immer wieder zu Begegnungen mit ihnen kommen. Aber wie verhält man sich, wenn man ihnen im Wasser begegnet? Und was schwimmt eigentlich unter einem, während man im See badet?

WELS: Mit einer Körperlänge von bis zu zwei Metern gehört der Wels zu den größten Fischen in den bayerischen Seen. Immer wieder kursieren Geschichten, in denen Menschen von den Raubfischen angegriffen werden. "Dass so etwas passiert, ist sehr selten", weiß Lena Meier vom Landesfischereiverband Bayern (LFV).

Zu Attacken könne es in den seltenen Fällen kommen, in denen die Fische einen Menschen mit ihrer Beute verwechseln. Außerdem verteidige der Wels seine Brut, den Laich. "Wenn Menschen zu nah an den Laich herankommen, kann es sein, dass er seine Brut verteidigt und angreift", so Meier. Aber auch das sei sehr unwahrscheinlich, da Welse in Bereichen brüten, in die Menschen normalerweise nicht hinkommen - unter Totholznestern oder in Höhlen und Uferunterspülungen beispielsweise.

Da der Wels hohe Wassertemperaturen gut vertrage, komme er mittlerweile in sehr vielen bayerischen Badeseen vor, sagt Meier. Den Wels erkennt man an zwei langen Barteln auf dem Oberkiefer. Er hat einen langgestreckten und schuppenlosen Körper. Der Räuber frisst unter anderem andere Fischarten, kleine Säugetiere und Amphibien. Seltener landet auch ein Wasservogel auf seinem Speiseplan.

HECHT: Ein flacher Kopf mit einem entenförmigen Schnabel und großen Augen ist das Erkennungsmerkmal des Hechts. Bei genauerem Betrachten lassen sich im Unterkiefer mehrere kräftige und sehr scharfe Fangzähne erkennen. Mit diesen jagt der Hecht Fische, Frösche, kleine Säugetiere und junge Wasservögel. "Hechte halten sich gerne im Uferbereich und in der Nähe von Schilf auf, da hier viele Beutefische tummeln", erklärt Meier vom LFV. Er reagiert auf schnelle Bewegungen. Menschen greift er in der Regel nicht an. Wer im Wasser auf einen Hecht stößt, sollte dennoch ruhig bleiben und langsam wieder zurück gehen. Der Hecht fühlt sich in vielen bayerischen Seen wohl, sagt Meier. Er ist auch in kälteren Seen wie dem Tegernsee oder dem Walchensee zu finden.

RINGELNATTER: Ab und zu kann sich am Uferbereich auch eine Ringelnatter durch das Wasser schlängeln und dem ein oder anderen Badenden zunächst einen kleinen Schreck einjagen. Doch die Schlangen sind nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) für den Menschen vollkommen ungefährlich. Die bis zu 120 Zentimeter langen Tiere erkennt man an einer hell- bis dunkelgrauen Farbe mit dunkleren Flecken auf dem Rücken und an der Seite. Ringelnattern fressen vor allem Frösche und Kröten, ab und an landen nach Angaben des NABU auch Mäuse oder Schnecken auf dem Speiseplan der Schlangen.

KARPFEN: Im Gegensatz zu Wels und Hecht ist der Karpfen kein Raubfisch und ernährt sich von Insektenlarven, Würmern und Wasserpflanzen. "Der Karpfen kommt in fast allen Seen vor", sagt Meier vom LFV. Besonders wohl fühlt er sich in wärmeren Gewässern. Man erkennt den Karpfen an seinem großen, nach unten ausgerichteten Maul.

ZANDER: Dem Zander können Badende unter anderem am Ammersee, Starnberger See und vielen anderen Seen im bayerischen Flachland begegnen. Der etwa 80 Zentimeter große Fisch ist ein Jäger, der häufig im Uferbereich auf Beute lauert. "Für Menschen stellen die Raubfische in der Regel keine Gefahr da, weil sie vor allem im Tiefenwasser räubern", sagt Meier. Der Zander besitzt einen langgestreckten Körper und einen spitzen Kopf. Seine Rückenflossen bestehen aus spitzen sogenannten Stachelstrahlen.

AAL: Da die schlangenförmigen Aale hauptsächlich am Boden von Seen und Flüssen zu finden sind, bekommen Badende diese Fische nur sehr selten zu Gesicht. Der Aal kommt laut dem LFV in vielen Seen vor. Seine kleinen Schuppen sind von einer dicken Schleimschicht bedeckt und er besitzt keine Bauchflossen.

KREBSE: "Wir haben in vielen Badeseen Krebse, leider nicht die Heimischen", sagt Meier vom LFV. Immer häufiger werden die heimischen Krebse dabei von fremden Arten wie den aus Nordamerika stammenden Signalkrebsen verdrängt. Das liegt vor allem an der Übertragung der für die heimischen Krebse tödlichen Krebspest. Signalkrebse werden bis zu 14 Zentimeter groß. Er ähnelt dem heimischen Edelkrebs, jedoch ist die Scherenoberseite mit einem weißen Fleck gekennzeichnet. Für Menschen sind die Krebse laut Meier ungefährlich.

© dpa-infocom, dpa:200807-99-78644/3

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