Rechts vor links auf der Piste?

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Auf die anderen schauen: Rücksichtnahme ist oberstes Gebot auf der Piste.

Der Winter steht vor der Tür, in vielen Skigebieten hat die Saison bereits begonnen. Und damit auch die Zeit, in der Pistenwacht und Unfallärzte Schwerstarbeit leisten. Jeden Winter verletzen sich Zehntausende Deutsche auf der Piste. Dabei gelten auch dort Verkehrsregeln, an die sich alle Skifahrer halten sollten.

10 PISTENGEBOTE

1. Rücksicht: Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet.

2. Geschwindigkeit: Skifahrer müssen sich und ihre Skier immer unter Kontrolle halten können.

3. Fahrspur: Anderen genügend Platz lassen.

4. Überholen: Andere dürfen dabei nicht gefährdet werden.

5. Einfahren und Anfahren: Vorher immer den Verkehr kontrollieren.

6. Anhalten: Möglichst nur am Rand stoppen.

7. Aufstieg: Fußgänger halten sich an der Piste nur am Rand auf!

8. Verkehrsregeln: Die Zeichen an den Pisten müssen beachtet werden.

9. Hilfeleistung: Erste Hilfe leisten ist Pflicht!

10. Ausweispflicht: Wird man Zeuge eines Unfalls, muss man zur Klärung des Sachverhalts vor Ort bleiben.

Was für den Autofahrer die Straßenverkehrsordnung, sind für Pistensportler die weltweit gültigen Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbandes FIS. Sie befassen sich mit verkehrstypischen Situationen wie Vorfahrt und Überholen und erklären, welche Schilder und Zeichen auf der Piste zu beachten sind. Außerdem verpflichten sie Skifahrer und Snowboarder zu rücksichtsvollem und vorausschauendem Pistenverhalten.

Obwohl die FIS-Regeln in den Wintersportgebieten überall deutlich sichtbarangebrachtsind, wo Ski gefahren wird, nehmen sich nur wenige Hobbysportler die Zeit, sie tatsächlich auch aufmerksam zu lesen. Wie wichtig die zehn Pistengebote sind, weiß Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der DASRechtsschutzversicherung: „Oberste Regel ist es, andere nicht zu gefährden oder zu schädigen. Wer sich auf die Piste begibt, muss seine Fahrweise an die eigenen Fähigkeiten, das Gelände, die Witterungs- und Verkehrsverhältnisse anpassen. So kann man Unfall- und Verletzungsgefahren verringern – für sich und andere Fahrer.“

Wer hat wo Vorfahrt?

Wie im Straßenverkehr kann auch auf der Skipiste ein unbedachter Spurwechsel oder ein riskanter Überholvorgang schnell zum Zusammenstoß führen. Aber wer hat wo Vorfahrt? Wo darf man gefahrlos anhalten, etwa, um eine Verschnaufpause einzulegen? Auch das kann man in den FIS-Regeln nachlesen: Überholen darf man demnach grundsätzlich überall, solange man dabei anderen genügend Raum für Schwünge und Bewegungen lässt. Dabei gilt generell: Der von hinten kommende Ski- oder Snowboardfahrer muss seine Spur so wählen, dass vor ihm fahrende Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Niemals anhalten sollte man an unübersichtlichen oder engen Stellen wie hinter Kuppen oder nach Kurven. Auch nach einem Sturz sollte man diese Stelle so schnell wie möglich frei machen. Beim Anfahren sollte man unbedingt auf von oben kommende Fahrer achten.

Deutsche Skigebiete: Wann gehts los?

Saisonstart in deutschen Skigebiete
Bald liegt auch in den deutschen Skigebieten genug Schnee. Hier ein paar Infos zum Saisonstart. BAYERISCHE ALPEN: Im Skigebiet auf der Zugspitze ist der erste Höhepunkt das “SchneeFEST“ am 27. und 28. November. Skifahrer und Snowboarder probieren dabei in einem Testcenter neue Ausrüstung aus, und es gibt Live-Musik. © dpa
Saisonstart in deutschen Skigebiete
BAYERISCHER WALD: Größtes Skigebiet im Bayerischen Wald ist die Region am Arber. Flexibler Start ja nach Schneelage, jedoch ab Mitte November ist man startklar. © dpa
Saisonstart in deutschen Skigebiete
SCHWARZWALD: Ski-Opening 'Feldberg-Alarm' ist am 11. Dezember. Neu in der Saison dort ist ein Snowboard Funpark. © dpa
Saisonstart in deutschen Skigebiete
THÜRINGER WALD: In Thüringen steht nur der Termin für den Saisonstart in Steinach an der Skiarena Silbersattel am 11. Dezember fest. Dann steigt der "Skiwinter". © dpa
Saisonstart in deutschen Skigebiete
ERZGEBIRGE: Im Erzgebirge stellt man sich auf Mitte Dezember als Saisonbeginn ein. Am 12. Dezember plant der Wintersportclub Erzgebirge in Oberwiesenthal einen Skilanglauf-Eröffnungslauf. Und am 18. Dezember steigt dort auf der Freilichtbühne eine Winterparty. © dpa
Saisonstart in deutschen Skigebiete
HARZ: Flexibel plant im Harz den Saisonauftakt. Die Saison beginnt mit ausreichend Schnee. © dpa

Klärung der Schuldfrage

Für langsamere Fahrer sind Raser, die ungebremst die Pisten runterbrettern, die größte Gefahr. Pistenrowdys sollten sich allerdings bewusst sein, dass Unfallopfer Schadenersatzforderungen geltend machenkönnen. Auchdabei spielen die FIS-Regeln eine Rolle. „Sie sind zwar keine rechtsverbindlichen Gesetze, dienen vor Gericht aber als Grundlage, wenn es um die Klärung der Schuldfrage geht“, so DAS-Rechtsexpertin Anne Kronzucker.

Mit Promille auf der Piste?

Glühwein und Jagatee sind Bestseller in der Hütte an kalten Skitagen. Und dann rauf auf die Bretter und runter ins Tal! Für viele Winterurlauber gehören die Promille zur Pistengaudi. Aber gerade in Kombination mit niedrigen Temperaturen ist der Alkohol ein Teufelszeug. Nicht nur das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt, auch Reaktionsvermögen und Konzentration lassen stark nach. Gesetzlich verboten ist das alkoholisierte Skifahren hierzulande nicht, auch in Österreich und Italien gibt es keine Promillegrenze.

Und dennoch ist der angetrunkene Wintersportler keineswegs vor Strafe gefeit: „Verursachen Sie alkoholisiert einen Zusammenstoß, so kann dies vor Gericht sogar eine Haftung begründen oder strafverschärfend sein“, warnen die Rechtsexperten. Und raten: „Mit dem Après-Ski sollten Sie erst dann beginnen, wenn Sie Ihre Skier abgeschnallt haben.“

ADAC-Test: Ski-und Snowboardhelme 2010

ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
Der ADAC hat vor nächsten Skisaison Helme für Ski- und Snowboardfahrer getestet. Von 16 Helmen schnitten 13 „gut“ und drei „befriedigend“ ab. Testsieger mit der Note 2,0 ist der HEAD SENSOR: Der Helm ist gleichermaßen robust und flexibel. Mit sechs Größenabstufungen und vielen Einstellmöglichkeiten passt er fast jedem. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
Nicht überzeugen konnte der CÉBÉ SPYDER FLEX, er erwies sich im Test als sehr schwer und fällt zu klein aus.ADAC-Urteil "befriedigend" mit der Note 3,2. Preis ab ca. 69 Euro.  © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
CRATONI REFLEX: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,1. Preis ab ca. 99 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
Insbesondere im Hinblick auf die Stoßdämpfungseigenschaften gibt es laut ADAC noch Verbesserungsbedarf. So fällt der GIRO SEAM – mit knapp 200 Euro im oberen Preissegment – durch besonders schlechte Stoßdämpfungswerte auf. ADAC-Urteil "befriedigend". Preis ab ca. 189 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
GPR CULTUS RS: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,3. Preis ab 49 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
RED MUTINY: ADAC-Urteil "gut" mit Note 2,5. Preis ab 99 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
SALEWA XENON: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,3. Preis ab ca. 159 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
SALOMON IMPACT C. AIR: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,1. Preis ab ca. 169 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
SINNER EMPIRE: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,7. Preis ab ca. 49 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
CÉBÉ SPYDER FLEX: ADAC-Urteil "befriedigend" mit der Note 3,2. Preis ab ca. 69 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
ALPINA CYBRIC: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,2. Preis ab ca. 179 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
BOLLÉ B-STYLE SOFT: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,3. Preis ab ca. 79 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
CARRERA AIMATIC: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,3. Preis ab ca. 119 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
CASCO SP-5.1: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,2. Preis ab ca. 129 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
WALSER KRONOS II: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,5. Preis ab ca. 49 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
SMITH VARIANT: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,2. Preis ab ca. 149 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
UVEX X-RIDE AIR: ADAC-Urteil "gut" mit der Note 2,4. Preis ab ca. 149 Euro. © ADAC
ADAC-Test Ski-und Snowboardhelme 2010
 © ADAC

Und auch hier greifen die FIS-Regeln indirekt: Sie schreiben vor, dass der Ski- und Snowboardfahrer jederzeit die Kontrolle über sich und sein Sportgerät haben muss. Ist dies nicht der Fall, handelt er fahrlässig und haftet womöglich allein für Schäden anderer. Obendrein steht noch eine mögliche Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung im Raum.

Helmpflicht für Kinder

50 Prozent der Erwachsenen und immerhin 10 Prozent der unter 15 Jahre alten Jugendlichen tragen beim Skifahren keinen Helm. Das heißt: Noch immer unterschätzen viele den Nutzen der schützenden Kopfbedeckung. In Italien (bis 14 Jahre) und in weitenTeilenÖsterreichs (bis 15 Jahre) ist er für Jugendliche bereits gesetzlich vorgeschrieben.

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