Serengeti darf nicht sterben

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Reiche Ausbeute finden Hobbyfotografen in der Serengeti.

Wer alt genug ist, wird sich an dieses Bild im Fernsehen der Schwarz-Weiß- Zeit erinnern: Da sitzt ein eloquenter Herr im Studio, auf seiner Schulter turnt ein Schimpanse und der Mann betont eindringlich, wie wichtig die Rettung der Heimat seines tierischen Studiogastes sei.

Bernhard Grzimek hat mit der Sendung „Ein Platz für Tiere“ Fernsehgeschichte geschrieben und sehr viel dafür getan, dass wir auch heute noch eben diese Lebewesen in ihrer natürlichen Umgebung betrachten dürfen.

Vor 100 Jahren, am 24. April 1909, wurde Bernhard Grzimek geboren. Er studierte Veterinärmedizin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er am 1. Mai 1945 Direktor des Frankfurter Zoologischen Gartens und blieb es bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1974.

Bernhard Grzimek

Sehr früh erkannte Grzimek das Potenzial des Massenmediums Fernsehen und moderierte ab 1956 die live ausgestrahlte Sendung „Ein Platz für Tiere“. Gleichzeitig entstand der Film „Serengeti darf nicht sterben!“, den er gemeinsam mit seinem Sohn Michael drehte. Dieser starb während der Dreharbeiten bei einem Flugzeugabsturz. Der Film wurde 1959 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Im Jubiläumsjahr bietet der Münchner Veranstalter Hauser Exkursionen eine Reise auf den Spuren der Grzimeks durch Tansania an.

Erste Station der Reise ist Arusha, die sogenannten Safari-Hauptstadt Tansanias. Im Arusha-Nationalpark befindet sich auch die Momella Lodge, die durch den Film „Hatari“ mit Hardy Krüger und John Wayne bekannt wurde. Viele Szenen entstanden auf der Lodge, in der auf der Reise übernachtet wird. Danach wird der Lake-Manyara-Nationalpark besucht, in dem sich dank Grzimeks Engagement wieder große Elefantenherden tummeln. Der Tier- und Umweltschützer hatte erreicht, dass die Großwildjäger aus der Region vertrieben wurden. In den Gol Mountains wird dann die Stelle besucht, an der Grzimeks Sohn Michael bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückte. Was die Arbeit von Vater und Sohn letztlich in Tansania bewirkte und was heute noch davon zu sehen ist, kann beim Besuch der Seronera-Forschungsstation festgestellt werden.

Der anschließende Besuch des Ngorongo-Kraters dürfte allen Teilnehmern der Reise ganz schnell klar machen, was Grzimek hier so faszinierte und wofür er sich engagierte: In dem Krater, der ungefähr halb so groß ist wie der Bodensee, tummeln sich bis zu 25.000 Tiere – kein Wunder, dass Bernhard Grzimek den Ngorongo als ein Weltwunder bezeichnete. Dank seines Engagements ist dies auch heute ein Platz für Tiere.

V. Pfau

REISE-INFOS ZU SERENGETI

REISEZIEL Die Serengeti (bedeutet abgeleitet aus der Massai-Sprache „das endlose Land“) ist eine Savanne, die im Norden Tansanias, östlich des Victoria-Sees und bis Süd-Kenia eine Fläche von etwa 30 000 Quadratkilometern bedeckt (zum Vergleich: Bayern ist rund 70 500 Quadratkilometer groß).
Der Serengeti- Nationalpark gehört seit 1981 zum Unesco-Weltnaturerbe und ist mit 14 763 Quadratkilometern einer der größten Nationalparks der Welt.

SONDERMARKE Die Deutsche Post hat zum 100. Geburtstag Bernhard Grzimeks eine Sonderbriefmarke im Wert von 55 Cent herausgegeben.

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