Gerichtsurteil

Schlechtwetter auf Vorflug: Kein außergewöhnlicher Umstand

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Bei einer großen Flug-Verspätung wird für die Passagiere eine Entschädigung fällig. Doch es können auch außergewöhnliche Umstände gelten. 

Bei mehr als drei Stunden Flug-Verspätung muss die Airline eine Entschädigung zahlen. Es sei denn, es liegen außergewöhnliche Umstände vor. Über einen solchen Fall entschied zuletzt ein Gericht.

Frankfurt/Main - Nur im Falle eines außergewöhnlichen Umstands muss eine Airline bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden keine Entschädigung zahlen. Das schreibt EU-Recht vor.

Ein solcher Umstand liegt aber nicht vor, wenn sich bereits ein Flieger am Vortag wegen schlechten Wetters verspätet hat und sich dadurch der weitere Flugplan verzögert. Das entschied das Landgericht Frankfurt, wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

In dem verhandelten Fall flogen die Kläger von Palma de Mallorca nach Frankfurt. Sie erreichten ihr Ziel mit mehr als drei Stunden Verspätung und verlangten eine Ausgleichszahlung. Die Airline lehnte dies ab.

Die Begründung: Bereits am Vortag habe sich das Flugzeug wegen schlechten Wetters verspätet - also neun Flüge vor dem Flug. Das erkannte das Gericht aber nicht als außergewöhnlichen Umstand an. Die Airline hätte schließlich auch ein Ersatzflugzeug einsetzen oder chartern können.

Reiserecht: 20 Gründe für den Reiserücktritt

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

dpa/tmn

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