Russland plant Ski-Resort im Terrorgebiet 

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Weiße Gipfel, grüne Wiesen: In Georgien haben Touristen - wie hier am Mount Ushba - oft ein buntes Landschaftsbild vor Augen.

Davos - Mit Tourismus will Russland gegen die Terrorismus in den Unruhegebieten vorgehen. Für das Projekt wirbt Russlands Präsident Dmitri Medwedew gerade in Davos.

Ausgerechnet in der Unruheregion Nordkaukasus plant die russische Regierung den Bau von fünf Skigebieten. Moskaus Projekt nennt sich "Wisota 5642" (Höhe 5642) und soll 15 Milliarden Dollar kosten. Nur fehlt es noch an Geldgebern.

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Gerade mal zwei Tage waren seit dem verheerenden Bombenanschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo vergangenen, als die Regierung ihre Pläne Mittwochnacht beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos vorstellte. Organisator Bilalow, der zudem Vizepräsident des russischen Olympischen Komitees ist, sagte, dass Sicherheitsmaßnahmen für die Gebiete geprüft worden seien, aber “wir können nicht an jeden Lift einen Polizisten stellen, das ist unmöglich“. Bilalow sagte, er gehe von 150.000 Arbeitsplätzen aus, die durch das Vorhaben entstünden.

Terroranschlag auf Moskauer Flughafen

Terroranschlag auf Moskauer Flughafen

Nach dem Attentat mit 35 Toten fiel der Verdacht sofort auf Extremisten aus dem Nordkaukasus, darunter auch Tschetschenien, das bereits in zwei Kriege mit Moskau während der vergangenen 16 Jahre verstrickt war. Aber auch Dagestan gehört zu der Unruheregion, in der in Zukunft eines der Ski-Resorts entstehen soll. Doch die Initiatoren schreckt das nicht. “So seltsam das scheint, aber die Ereignisse in Moskau zeigen, dass es nötig ist, dass wir diese Art von Projekt noch weiter entwickeln müssen“, sagte der Kreml-Gesandte Ahmed Bilalow, der selbst aus Dagestan stammt.

Hätten die Leute eine Beschäftigung, eine Arbeit und eine Familie, dann sei es schwieriger für sie, solche extremen Aktionen durchzuführen, sagte Bilalow vor den Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. “Ich denke nicht, dass das unsere Pläne ändern wird“, sagte er mit Blick auf den Anschlag.

“Das absurdeste, was ich je gehört habe.“

Der in den USA geborene Manager William Browder, einst einer der führenden Investoren in Russland, machte keinen Hehl aus seiner Einschätzung: “Das ist das absurdeste, was ich je gehört habe.“ Man brauche viel Glück, ein gutes Gebiet und gutes Wetter, um ein profitables Skigebiet zu haben. Bei vielen Resorts sei das bereits heute nicht der Fall, sagte der einst aus Russland abgeschobene Manager der Nachrichtenagentur AP.

Ministerpräsident Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Regierung in diesem Jahr rund zwei Milliarden Dollar für das Projekt zur Verfügung stellen werde. Der Großteil von 15 Milliarden Dollar müsse aber von privaten Investoren kommen.

Bereits heute kämen Touristen aus 60 Ländern in das Elbrus-Gebirge, obwohl es gefährlich sei. “Das sind alle möglichen Arten von Menschen, das sind Leute die Extreme mögen“, sagte Bilalow lachend.

dapd

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