Grafschaft Berkshire: Bei Kate daheim

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Im Dienst Ihrer Majestät: Reiseleiterin Charmain Griffiths auf der Bustour durch Berkshire.

Gern wird der Aufstieg von Kate Middleton von der Bürgerstochter zur künftigen Prinzessin als moderne Aschenputtel-Story verkauft.

Kirche St. Andrews: Britische Landidylle: In dieser Kirche in Bradfield bei Bucklebury wurde Kate, die als älteste Tochter der Stewardess Carole Middleton und des Piloten Michael Middleton geboren wurde, 1982 auf den Namen Catherine Elizabeth getauft. Kate hat zwei Geschwister: Philippa Charlotte, genannt „Pippa“ und Bruder James William.

Doch mit dem normalen Mädchen von nebenan hat die Braut von Prinz William eher wenig zu tun. Eine Bustour durch ihre Heimat beweist: Kates England ist ein Märchenland wie aus dem Bilderbuch – auch ohne Prinz.
Schnuckelige Backsteinhäuser, hinter deren Fenstern Antiquitäten zu erahnen sind. Reetgedeckte Cottages mit dicken Autos vor der Tür. In jedem Dörfchen eine rote Telefonzelle. Die Heimat der künftigen Prinzessin Kate Middleton, das ist England wie aus dem Bilderbuch. Zumindest, wenn man die Waffenfabrik Aldermaston und die Hauptstraße hinter sich hat.

„Das ist alles was für reiche Leute hier“, sagt die 74 Jahre alte Jean Barron. Sie lebt seit Jahrzehnten in der Gegend. Aber um einen Blick auf Kates Welt in ihrer Nähe zu erhaschen, musste sie selbst erst zur Touristin werden. Sie macht bei der ersten Tour durch die Heimat von Kate mit, die ein örtlicher Busunternehmer in sein Programm genommen hat.

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Die Fahrt geht durch die Grafschaft Berkshire, vorbei an Kates Elternhaus in Bucklebury, dem Stammpub ihrer Eltern, ihren Schulen und sogar ihrer Taufkirche. Vom Rummel um Kate und William will jeder ein bisschen profitieren.

Für Jean ist das Ganze wie ein Ausflug in ein neues Land. Im englischen Klassendenken sieht sie sich eindeutig woanders: „Wir sind unten“, sagt sie, lacht, und zeigt auf den Boden. Kate sei das, was man hier als „upper middleclass“, obere Mittelklasse, bezeichnet. Die Middletons haben mit ihrem Partyservice-Versand Millionen gemacht. Kates Mutter war einst Stewardess, ihr Vater machte eine Pilotenausbildung und ging zum Bodenpersonal.

The Old Boot Inn: Das gemütliche Gasthaus in Stanford Dingley bei Bucklebury ist das Stammpub von Kate Middletons Eltern. Auch Kate und William seien oft dagewesen, berichtet Besitzer John Haley, der die Familie so gut kennt, dass er sogar eine der 1900 Einladungen zur Trauung am 29. April in der Westminster Abbey in Lon don bekommen hat.

„Hier war ich noch nie“, meint Jean, als der Bus an den riesigen Backsteingebäuden der St. Andrews School vorbeifährt, einem Internat für Acht- bis 13-Jährige, das Kate besuchte. Die Anlage gleicht einem Herrenhaus. Auf dem riesigen Grund grasen Pferde. „Für die Ausbildung hier legt man ganz schön viel Geld hin“, erklärt Reiseleiterin Charmain Griffiths. Das sei für viele Leute hier aber kein Problem. Die Gegend habe eine „hohe Millionärsdichte“. Nicht weit weg vom Haus der Middletons steht das Old Boot Inn, ein gemütliches Pub mit knisterndem Feuer im Kamin. Es ist das Stammgasthaus von Kates Eltern, jeder hier kennt die Middletons. Besitzer John Haley sogar so gut, dass er eine der 1900 Einladungen für die Trauung am 29. April in der Westminster Abbey bekommen hat. Stolz zeigt er das goldbesetzte Dokument. Auch der Postbote sei eingeladen.

 „Die Middletons sind ganz normale Leute und sehr bescheiden“, meint Haley. „Kate ist eine ganz normale junge Frau. Wir kannten sie, lange bevor sie mit William zusammenkam. Sie hat sich dadurch nicht verändert.“ Ihren Schatz brachte Kate sogar mal zum Essen mit ins Old Boot Inn. „Sie sind ein normales junges Paar“, meint Haley. Bis vor wenigen Wochen hat sie auch noch im Unternehmen ihrer Eltern mitgearbeitet und wohnt auch jetzt noch teilweise bei ihrer Familie.

Marlborough College: Nur wohlbetuchte Eltern können sich das Nobel-Internat leisten.

Jean und ihre Begleiter gehen der Lunch-Pause im nahen Newbury aber doch lieber in die Filiale einer Fast-Food-Kette. Dann, in der nächsten Station der Busfahrt, Marlborough, schauen sie sich das teure Elite-College, das Kate besuchte, gar nicht mehr an. Dort kostet ein Jahr Internat und Schule rund 30 000 Pfund (35.600 Euro). Das durchschnittliche Jahresgehalt auf der britischen Insel liegt bei rund 25 000 Pfund. Stattdessen gehen die Kaffeefahrer lieber Tee trinken. Neben den rund ein Dutzend Stammgästen der Touren – alle im Rentenalter – sind diesmal vor allem Fernsehteams und Journalisten an Bord, sogar von großen US-Fernsehsendern. Das war von Busunternehmer Adrian Morton, der selbst aus der Region stammt, eigentlich nicht so gedacht. Aber der Hype um Kate ist zu groß, als dass die Leute vor Ort noch machen können, was sie wollen.

Britta Gürke

REISE-INFOS ZU BERKSHIRE

REISEZIEL Die Grafschaft Berkshire liegt im Süden Englands, westlich von London. Der Name kommt aus dem Keltischen, wo der Begriff Bearroc für „Birkenwald“ steht (zugleich heißt es auch „hügelig“). Auch Ascot mit der berühmten Pferderennbahn, die einmal im Jahr zum Schaulaufen der Prominenz einlädt, liegt in Berkshire, ebenso die Militärakademie Sandhurst. Berkshire ist mit 1262 Quadratkilometern flächenmäßig etwa viermal so groß wie München (310 Quadratkilometer) und hat 800.000 Einwohner.

ANREISE Flug nach London, z.B. mit Lufthansa oder Air Berlin, ca. 300 Euro. Von dort weiter mit dem Mietwagen, ca. 80 Kilometer.

BUSTOUR Die sechseinhalbstündige Bustour startet und endet in Basingstoke und kostet zehn Pfund (ungerechnet etwa zwölf Euro). Sie führt nach Bucklebury, wo Kate Middletons Elternhaus steht, zu den Schulen, die Prinz Williams zukünftige Frau besuchte, und zu dem Pub, in dem ihre Eltern Stammgäste sind. Info/Buchung bei Mortons Travel, unter www.mortonstravel.com

VERANSTALTER Auch deutsche Reiseveranstalter haben ihr England-Programm im Vorfeld der königlichen Hochzeit aufgerüstet. So hat Wolters eine Busreise auf den Spuren von William und Kate im Programm. Auch diese führt in Kates Heimatstadt Bucklebury, zu ihrer Privatschule in Marlborough und dann weiter durch Südengland, in die Geburtsstadt des Schriftstellers Charles Dickens, in das Seebad Brighton, in die Gartenanlagen von Sissinghurst, in Williams Privatschule nach Eton sowie zu den Hochzeits-Stationen nach London.

Die Busreise kostet ab/bis London ab 998 Euro. Buchung im TUI-Reisebüro oder unter www.tui-wolters.de. Bei Dertour wird Berkshire im Rahmen der Busrundreise „Gärten und historische Bauwerke Südenglands“ besucht.

WEITERE INFOS auf der Homepage des Fremdenverkehrsamts von Großbritannien, www.visitbritain.de. Telefonische Auskünfte werden nicht erteilt.

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