Ihr Recht im Urlaub

Urlaub ist ein Thema, das uns jetzt alle interessiert: Was darf ich in meinem Ferienparadies, in meinem Hotel, in den Restaurants – und was nicht? RTL-Experte Ralf Höcker weiß die Antworten:

Der Rechtsanwalt Ralf Höcker aus der erfolgreichen RTL-Show Einspruch! Die Show der Rechtsirrtümer mit Andrea Kie­wel, die heute in die zweite Runde geht, bringt Licht in den Paragrafen­dschungel. Ralf Höcker beantwortet Fragen zum Ferienaufenthalt, die ihm häufig gestellt werden: 

- Darf ich Souvenirs aus dem Hotelzimmer, zum Beispiel Handtücher oder Spiegel, mitnehmen?

"Einspruch!, die Show der Rechtsirrtümer", Mittwoch, 21:15 Uhr, RTL

Die Shampoofläschchen kann man natürlich mitnehmen. Das ist eine Aufmerksamkeit und da hat das Hotel nichts dagegen, wenn man die mitnimmt. Ein Fernseher oder auch ein Bademantel würde sicherlich nicht mehr als Souvenir durchgehen. Ich habe Verständnis dafür, dass man die eigentlich mitnehmen würde, aber die möchte der nächste Gast ja auch gerne weiter verwenden. Solche Dinge darf man natürlich nicht mitnehmen, das ist Diebstahl.“

Reise-Recht: Die größten Katalog-Irrtümer

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Reiseparadies mit Tücken - manche Katalog-Infos sind zulässig. Lesen Sie genau, denn in folgenden Fällen gibt es keine Preisminderung. © dpa
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„Beheizbarer Swimmingpool“ - für eine Heizung wird nicht garantiert. © dpa
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„Meerseite“ verspricht kein Zimmer mit Meerblick eher auf andere Häuser. © dpa
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Eine Zwischenlandung ist beim „Direktflug“ im Unterschied zum Nonstopp-Flug hinzunehmen. © dpa
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Wenig Komfort verspricht die Information: „saubere und zweckmäßig eingerichtete Zimmer“. © dpa
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Gerichte tolerieren keine Preisminderung bei Störung durch Kinderlärm bei dem Vermerk  „Kinderfreundliches Haus“. © dpa
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„Gelegentliche Lärmbelästigung“ von ein bis zwei Stunden sind als Gast zu akzeptieren. © dpa
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„Ruhige Lage“ - hier sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht. © dpa
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„Strand“ kann Sand - und auch Kiesstrand sein.  © dpa
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„Schwerpunkt des Nachtlebens“ für einen Ort wo nachts der Bär los ist. © dpa
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„Naturbelassener Hotelstrand“ für einen Strand mit Abwasserzuläufen. Mehr Tipps zum Reiserecht gibt‘s im Internet bei www.reiserecht-fuehrich.de. © dpa

- Darf man die Hotel-Minibar mit seinen eigenen, mitgebrachten Lebensmitteln füllen?

Man hat die Minibar gemietet, das heißt: Sie ist bezahlt. Selbstverständlich kann sie benutzt werden. Man darf seine eigenen Getränke und seine eigenen Lebensmittel in die Minibar stellen, um sie dort zu kühlen. Man darf auch die Sachen, die da drin stehen und zum Hotel gehören, rausräumen. 

- Muss ich unter meinem richtigen Namen in einem Hotel einchecken? Oder darf ich zum Beispiel als Micky Maus aus Entenhausen im Hotel nächtigen?

Solange ich bezahle, ist es in Ordnung. Wenn ich mich allerdings als Micky Maus anmelde, um der Bezahlung zu entgehen, ist es Betrug und strafbar.

- Darf man sein eigenes Essen in ein Restaurant mitbringen?

Das kann das Restaurant natürlich verbieten. In ein Restaurant geht man, um etwas zu bestellen, was dort zubereitet wird – und was man dort auch bezahlt. Es funktioniert nicht, dass man sich die geschmierten Brote mitnimmt und im Restaurant nur ein Glas Wasser bestellt. 

- Kann ein Cocktail reklamiert werden, wenn zu wenig Alkohol drin ist?

Wenn ein Cocktail zu schwach gemixt ist, da gibt es Gerichtsentscheidungen, dann muss man ihn nicht bezahlen, dann kann man ihn reklamieren. Oder der Wirt muss noch einmal einen Cocktail mixen, der diesmal ordentlich gemixt ist.

- Darf ein Wirt tatsächlich Geld für die Benutzung der Toilette verlangen?

Wenn ich nicht Gast in einer Kneipe oder einem Restaurant bin und einfach von draußen rein komme, habe ich keinen Anspruch darauf, die Toilette dort zu benutzen. Der Gastwirt kann also sagen: „Ich hätte gerne 50 Cent. Wenn du die nicht bezahlst, kommst du hier nicht aufs Klo.“

- Muss ich tatsächlich für meine gestohlene Jacke haften, wenn ein Schild an der Garderobe mich darauf hinweist?

Dieses Schild „Für Garderobe keine Haftung“ ist in den meisten Fällen falsch und unwirksam. Der Gastwirt haftet immer dann, wenn er die Garderobe entgegennimmt. Und er haftet auch immer dann, wenn er nur eine Garderobe zur Verfügung stellt, die man vom Platz nicht einsehen kann. Er haftet übrigens auch dann in jedem Fall, wenn das Schild „Für Garderobe keine Haftung“ so aufgehängt ist, dass man es nicht sehen kann.

Sollten Sie, liebe Leser, einen Fall kennen, bei dem Sie denken, da ist möglicherweise etwas nicht korrekt, können Sie Ihre Frage an die Internet-Adresse: einspruch@rtl.de oder per Post an: Einspruch, Postfach 190109, 50498 Köln schicken.

Rubriklistenbild: © dpa

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