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Nach Lira-Absturz: Warum der Türkei-Urlaub jetzt richtig günstig ist

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Die Türkei leidet unter einer schweren Währungskrise. Waren und Dienstleistungen werden dort nun auch für Urlauber günstiger.

Die türkische Lira setzt ihre Talfahrt fort. Das Land am Bosporus kämpft mit einer schweren Währungskrise. Reisende profitieren jedoch von sinkenden Preisen.

Ankara - Urlauber in der Türkei profitieren vom Absturz der türkischen Währung - und zwar vor Ort bei den Nebenkosten.

Türkische Währung eingebrochen - Urlaub richtig günstig?

"Der Restaurantbesuch, das Eis oder die Souvenirs werden preisgünstiger", sagt Tourismusforscher Prof. Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Das gelte besonders für Reisende, die kein Hotel mit All-inclusive-Verpflegung gebucht haben.

Die türkische Währung war am Montag (13. August) weiter eingebrochen. Für einen Euro bekommen Reisende in türkischen Wechselstuben aktuell mehr als sieben Lira. Vor einem Jahr waren es nur etwas mehr als vier Lira.

Auf Preisnachlässe bei Übernachtung und Flug können Pauschalurlauber dagegen nicht hoffen. "Auf bereits langfristig gebuchte Reisen wird sich der Kursverfall kaum auswirken, denn die für deutsche Kunden in Euro abgeschlossenen Reiseverträge werden preislich nicht angepasst", erklärt Kirstges. Veranstalter schließen die Verträge für Hotel- und Flugkontingente in der Regel Monate vorher ab.

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Ausländische Touristen fühlen sich in der Türkei wie im Ausverkauf

Nassir Elnabir kann es kaum fassen, als er aus einer Luxus-Boutique im Istanbuler Nobelviertel Nisantasi kommt. "Was gestern 1000 Dollar wert war, kostet mich heute nur noch 600 Dollar", freut sich der Jugendliche aus Saudi-Arabien, der mit seiner Familie einige Tage am Bosporus verbringt. Während der dramatische Absturz der Lira in den vergangenen Tagen Auslandsreisen für die Türken zunehmend unerschwinglich gemacht hat, wird es für ausländische Touristen in der Türkei gerade immer billiger.

Seit dem Sturz der Lira um 16 Prozent am Freitag haben sich lange Schlangen aus arabischen und chinesischen Touristen vor den Luxus-Boutiquen gebildet. "Es ist, als gebe es einen Preisnachlass um 30 Prozent", meint Elnabir. Für ihn habe die Währungskrise sehr positive Folgen, freut sich der junge Saudi-Araber. Je mehr die Lira fällt, umso billiger wird es für ausländische Besucher. Erhielt man vor einem Monat für 100 Dollar 485 Lira, sind es heute schon 652.

"Wir verfolgen den Lira-Kurs alle paar Stunden. Er ändert sich ständig. Für einen Touristen auf Einkaufstour ist das ein Geschenk", sagt der zyprische Tourist Xenos Lemis. Der Chinese Kobe Wu Kejia ärgert sich dagegen, dass er gleich zu Beginn seines Besuchs eine große Summe in Lira abgehoben und nicht vom fallenden Kurs profitiert hat. "Als ich am nächsten Tag aufgewacht bin, war ich echt verwundert, dass mein Geld viel weniger wert war", sagt er.

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Der türkische Tourismussektor hat schwere Zeiten hinter sich. Nach der Welle von Anschlägen in Istanbul und Ankara 2016 und dem gescheiterten Militärputsch im Juli desselben Jahres war die Zahl der europäischen Besucher massiv eingebrochen. Gerade in Istanbul war zeitweise kaum noch ein Europäer zu sehen, doch langsam kehren sie zurück. Zudem wird die Türkei bei Besuchern aus den Golfstaaten, Ostasien und dem Iran immer beliebter.

Seit Jahresbeginn sei die Zahl ausländischer Besucher in der Türkei um 30 Prozent gestiegen, sagt der Chef des Verbands der Reiseagenturen (Türsab), Firuz Baglikaya. Er erwartet, dass die Zahl der Touristen dieses Jahr 40 Millionen erreicht, und der Umsatz im Tourismus auf 32 Milliarden Dollar steigt. Auch die Reiseveranstalter freuen sich über eine erhöhte Nachfrage - so spricht Thomas Cook von einem "eindrucksvollen Comeback" der Türkei.

Nach Spanien liege die Türkei bei ihren Kunden diesen Sommer an zweiter Stelle vor Griechenland, erklärte das Unternehmen. Gründe für die neue Beliebtheit seien neben der Schönheit des Landes das exzellente Preis-Leistungsverhältnis und die Gastfreundschaft der Türken. Vom derzeit günstigen Wechselkurs profitierten Gäste vor allem vor Ort, die Hotelpreise seien dagegen länger vereinbar und somit unabhängig vom Wechselkurs, hieß es.

Preisbewusste Pauschalurlauber entdecken die Türkei neu, aber auch die Individualtouristen in Istanbul wissen die günstigen Preise zu schätzen. Der Schweizer Martin Bifrare kann sich vorstellen, seinen Urlaub am Bosporus um eine Woche zu verlängern. Auch die deutsche Urlauberin Barbara freut sich über den Wechselkurs, sieht aber zugleich die Schattenseite. "Für uns ist es natürlich ein Vorteil, doch tut es uns leid für die Händler, die nicht mehr so viel verdienen. Es gibt immer zwei Seiten."

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dpa/tmn / AFP

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