Landliebe in England

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Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Die einsamen Hügel und Täler der Yorkshire Dales im Norden Englands sind ein Paradies für Aktivurlauber.

Im Norden Englands, in Yorkshire, gibt es eine malerische Landschaft mit Mooren und grünen Weiden, die von Steinmauern unterteilt werden. Annette Reuther war dort unterwegs und hat fast nur Schafe getroffen.

Stünde nicht eine Kuh am Horizont, würde sich der Reisende allein unter tausend Schafen fühlen. Nur der Wind und ein fast schon empörtes „Mäh, Mäh“ durchbrechen die Stille. Über die Hügellandschaft ziehen sich Trockensteinmauern wie silbergraue Adern, die Schafe leuchten wie wuschelige Punkte auf den grünen Wiesen. Wo sich einst der englische Schriftsteller J.R.R. Tolkien für seine „Herr der Ringe“-Trilogie inspirieren ließ, kann sich der Besucher auch heute noch Hobbits, Elfen und Zwerge bestens vorstellen: in den Yorkshire Dales, einem 1800 Quadratkilometer großen Naturpark und Wanderparadies im Norden Englands.

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„Damit die Natur so schön bleibt, wie sie ist, sollen die Leute hier umweltfreundlich reisen. Also das Auto stehen lassen, das Rad nehmen und wandern“, sagt Andy Ryland vom Yorkshire Dales National Park. Mit seinen Kollegen hat er ein Tourismuskonzept ausgearbeitet, das die Verkehrsbetriebe, Stadtverwaltungen, Geschäfte und Lokale einschließt. Wer ein gültiges Bus- oder Zugticket vorweisen kann, bekommt in einigen Läden, Restaurants oder Pensionen Rabatt.

Das umweltfreundliche Reisen beginnt aber schon in Deutschland. Statt mit dem Flugzeug in die nächstgelegene Großstadt Leeds zu fliegen, können Reisende mit dem Zug nach Zeebrügge in Belgien fahren und von dort die Fähre nach Hull an der Ostküste Englands nehmen. Anschließend geht es weiter per Zug nach York oder Skipton und dann nach Grassington, eine kleine Ortschaft in dem Naturpark, die ein perfekter Ausgangspunkt für Unternehmungen ist. Zwar dauert diese Anfahrt um einiges länger und ist auch beschwerlicher als der Flug, doch stimmt die Langsamkeit schon einmal auf die Ruhe in den Tälern – auf Englisch „Dales“ – in Yorkshire ein.

Pubs mit Kamin und gemütliche Teestuben

Die Ruhe lässt sich bestens auf den Wanderwegen entlang des Mittelgebirges Pennines genießen. Die Gegend charakterisieren vor allem bizarre Kalksteinformationen. So öffnet sich in der Nähe der Ortschaft Malham die Malham Cove, eine 80 Meter hohe Klippe aus Kalkstein, die sich über 300 Meter wie ein Amphitheater biegt. Auf dem Plateau erstreckt sich der Stein wie ein von Riesen verlegtes Straßenpflaster, Blumen wachsen aus den Ritzen und trotzen dem steifen Wind, der die Steine über die Jahrmillionen geschliffen hat. Darunter fällt eine senkrechte Wand ab, die viele Kletterer anlockt.

Wer sich lieber auf zwei Rädern fortbewegt, kann sich in der hügeligen Landschaft mit dem Mountainbike austoben oder gemütlich dahinradeln. So führt eine leichtere Route von Grassington über eine geteerte Straße in Richtung Kettlewell, einem schnuckeligen Ort, der einem Werbekatalog für England zu entstammen scheint und in dem der Film „Kalender Girls“ gedreht wurde.

Wer die Landschaft genießen will, ohne nass zu werden, sollte im Sommer oder Spätsommer nach Yorkshire kommen. Wer sich in gemütliche Pubs mit Kamin und kleine Teestuben zurückziehen und das englische Leben beobachten möchte, ist aber auch zur kalten, nassen Jahreszeit gut aufgehoben. Gaststätten laden in fast allen Orten zur Rast ein. Wer es ganz originell haben möchte, kehrt in eines der Pubs ein, dem eine eigene Mikrobrauerei angeschlossen ist: Das hauseigene Bier kommt dabei wie im „The Queens Arms“ in Litton von der Mini-Brauerei im Hinterhaus direkt auf den Tisch. Mit Steuererleichterungen versucht die britische Regierung, Wirte zum eigenen Brauen zu bringen.

Ein kulinarischer Höhepunkt der Region ist das „Limestone Beef“, das von regionalen Rinderrassen wie dem Galloway-Rind stammt. Die robusten Tiere mit ihrem dichten Fell grasen friedlich auf den Weiden von Yorkshire. „Das verstehen wir unter einem glücklichen Rinderleben“, sagt Bauer Tom Boothman. Nachdem 2001 wegen der Maul- und Klauenseuche sein gesamter Bestand geschlachtet wurde, hat sich sein Geschäft langsam erholt. Der Tourismus sei für ihn eine neue Quelle, Geld zu verdienen, sagt er. „Und ich hoffe, den Reisenden schmeckt die Biowurst genauso gut wie die herkömmliche.“

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