Für den Abenteurer in Dir

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Zwei in einem Boot: Irmin (hinten am Paddel) und Christian (vorne mit Buch) entdecken die Wildnis Kanadas.

Tourismus ist, wenn man alle Klischees eines Landes zusammenpackt und auf den kleinsten zeitlichen Nenner bringt. So haben es sich Leif und Roy, zwei Postler...

...aus Kirkenes vorgestellt und wollen mit Samenland, einer Art Disneyland des Nordens, die schnelle Kohle verdienen.Im Samenland gibt es Tracht und Tradition, Rentierjagd mit dem Lasso und gefärbten Wodka mit Wacholderbeere.

KLISCHEES AUS DEM NORDEN

Am Anfang geht das alles gut mit der nordischen Exotik und die Urlauber lassen sich die samischen Filzmützen scharenweise über die Ohren und das Geld aus der Tasche ziehen. Bis ein politisch korrektes Paar aus Frankreich plötzlich anfängt, lästige Fragen zu stellen und das arktische Tundraprojekt der beiden Briefträger ins Wanken bringt.

So geht, ganz kurz erzählt, die lustige Reisegeschichte mit dem Titel „Scheiß-Rentiere“ des Norwegers Magne Hovden. Im Gegensatz zu seinen beiden Hauptdarstellern kennt der Autor sich bestens aus mit Brauch und Gepflogenheiten im Norden. Und das ist eine gute Position, um die Macken von Touristen und ihre Schwäche für ethnische Minderheiten gnadenlos, aber ganz wunderbar humorvoll auszuschlachten. (Verlag Malik, ISBN 978-3-89029-388-2, 16,95 Euro).

KANADA, EIN KANU UND VIELE KATASTROPHEN

Wildnis will gelernt sein, Outdoor-Urlaub auch. Aber weder Irmin Burdekat noch Christian Pfaff können in ihrem Lebenslauf Diplome im Zelt-Aufbauen, Lagerfeuer-Entfachen oder Fährten-Suchen vorweisen. Stattdessen ist der eine (Burdekat) ein ziemlich erfolgreicher Gastwirt, der andere (Pfaff) ein gefragter Kreativ-Direktor. Als sie sich zusammentun um Kanadas Wildnis unsicher zu machen, kommt dabei ein amüsanter Katastrophenroman mit dem witzigen Titel „Hast Du mal die Kanuschlüssel?“ heraus. Erschienen ist das Buch im Isensee Verlag, ISBN 978-3-89995-693-1. Preis: 19,90 Euro. Mehr Infos und Bilder von den Autoren auch im Internet unter www.kanuschluessel.de.

NATÜRLICHE NAVIGATION

Geht’s eigentlich noch ohne GPS und Navi? Ist der Mensch überhaupt noch in der Lage, sich ohne technische Hilfsmittel zu orientieren, vor allem: sich in der Natur zurechtzufinden? Ja, sagt der Brite Tristan Gooley (37, Foto), und einer, wie er, der den Atlantik schon als Einhandsegler überquert hat, der weiß, wovon er spricht. Gooley kann an Regenpfützen erkennen, wo Norden ist, kann eine Küste meilenweit gegen den Wind riechen, und der angespülte Seetang verrät ihm, wann Ebbe und Flut ist. Wie das geht, mit allen Sinnen unterwegs sein, die Sprache der Natur verstehen, das verrät der Abenteurer aus West Sussex in seinem Buch „Der natürliche Kompass“, das bei Malik zum Preis von 17,95 Euro erschienen ist. ISBN 9-783890-293929.

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