Die Kanareninsel Teneriffa als Filmkulisse für Hollywood

Giganten auf dem Teide

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Das Observatorium von Izaña liegt 2400 Meter hoch auf Teneriffa.

Schwarze Sandstrände, Urwaldtäler und historische Städtchen. Die Kanareninsel Teneriffa ist das neue Paradies der Filmemacher - und jetzt Kulisse für das Hollywood Remake „Kampf der Giganten“.

Der Chat auf der Online-Plattform Forumteneriffa kannte wochenlang kein anderes Thema. „Im Moment sind sie dabei, eine griechische Kulisse aufzubauen. Ganz schöner Trubel dort“, schrieb ein Beobachter mit Namen Gaviota Ende April. Und einer mit dem Pseudonym Kai antwortete prompt: „Da haben wir ja nochmal Glück gehabt. Wir werden nur dran vorbeifahren. Ich könnte natürlich auch kurz mal anhalten und mein Zoom auf Liam Neeson richten.“

Liam Neeson spielt Zeus im Remake des Historienfilms „Kampf der Giganten“

Liam Neeson spielt den Zeus in Louis Leterriers Neuverfilmung von „Kampf der Giganten“ auf Teneriffa. Ralph Fiennes ist Hades, der Gott der Unterwelt, Sam Worthington mimt Perseus, den Sohn des Zeus, der eine Reihe von Abenteuern bestehen muss, um die Prinzessin Andromeda retten zu können.

Die karge, karstige Wüstenlandschaft um den Vulkan Teide erschien den Filmemachern die ideale Kulisse für die Verfilmung des griechischen Epos. Nach den Vorstellungen von Regisseur Leterrier soll der Film nämlich zu mindestens 20 Prozent aus puren, beeindruckenden Landschaftsaufnahmen bestehen. Ein Großteil davon entsteht am Teide, dem gigantischen Vulkan, der, so das Sprichwort, mit seinem Gipfel die Wolken melkt.

Der Reiz der bizarren Vulkanlandschaft

Seit März 2009 gehört der Nationalpark rund um den Vulkan offiziell zum Unesco- Weltnaturerbe. Mit 3718 Metern ist der Teide der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Knapp die ihn umgibt, sind als Nationalpark ausgewiesen. Die Filmemacher aus Hollywood sind nicht die ersten, die den Reiz der bizarren Vulkanlandschaft erkannt haben. 3,5 Millionen Urlauber besuchen den Nationalpark pro Jahr. Um den touristischen Ansturm in geordneten Bahnen zu halten, patroullieren ständig Ranger im Bereich des Nationalparks. Wandern abseits der vorgegebenen Weg ist strengstens verboten.

Mythos Teide: Auch in den Geschichten der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas, spielt der Vulkan die Hauptrolle. „Echeyde“ nannten sie ihn, der Name, von dem später das spanische „El Teide“ abgeleitet wurde. Er war, so die Legende, die Wohnung des bösen Dämonen Guayato, der den Sonnengott eingefangen hatte. Aber er wurde befreit und die Öffnung des Echeyde mit einem Zuckerhut verschlossen. So ihre Erklärung, warum der Teide für immer einen weißen Gipfel hat. Für Teneriffas Tourismus ist der Berg mit dem Zuckerhut heute die größte Attraktion und – auch im Hinblick auf die Filmindustrie – eine der wichtigsten Einnahmequellen. 2,5 Millionen Euro beträgt das Produktionsbudget für die Dreharbeiten von „Kampf der Giganten“ auf der Kananreninsel. Rund 100 Inselbewohner wurden zudem als Statisten engagiert. Die Hauptrolle aber, die gehört natürlich dem Teide.

Christine Hinkofer

REISE-INFOS ZU TENERIFFA

REISEZIEL Teneriffa ist mit 2034 Quadratkilometern die größte der Kanarischen Inseln. Sie liegt vor der Küste Marokkos im Atlantik.

ANREISE Condor, Tuifly und Air Europa fliegen mehrmals wöchentlich von München nach Teneriffa. Ab ca. 350 Euro.

REISEZEIT/KLIMA Teneriffa hat wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ein ganzjährig mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 25 Grad. Tagsüber steigt die mit Meereswasser gesättigte Luft am Teidemassiv auf und bildet in etwa 1500 Metern Höhe Wolken, die beim Kontakt mit den Lorbeer- und Kiefernwäldern zu feinem Nieselregen kondensieren.

DER TEIDE Mit 3718 Metern ist der Pico del Teide der höchste Berg Spaniens und der dritthöchste Insel-Vulkan der Erde. Bis zirka 150 Meter unterhalb des Gipfels führt eine Seilbahn, die Teleferico del Teide (tgl. 9 bis 16 Uhr). Sie beginnt bei 2356 Metern an der Landstraße TF-21. Oben startet ein zirca 500 Meter langer, gepflasterter Wanderweg, der halb um den Berg bis zum Aussichtspunkt Fortaleza führt.

WANDERN Man kann den Teide über einen gut beschilderten Weg besteigen und auf 3268 Metern im Refugio de Altavista, einer Schutzhütte der Gemeindeverwaltung von La Orotava, übernachten. Allerdings ist für die Besteigung des Gipfels eine Genehmigung erforderlich, die man kostenlos im Büro der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz de Tenerife erhält. Adresse: Nationalparkverwaltung, Calle Emilio Calzadilla 5, Santa Cruz, E-Mail: teide@ oapn.mma.es. Das Büro ist Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

WOHNEN Mitten im Teide-Nationalpark, auf 2200 Metern Höhe liegt das Hotel Parador de las Canadas. Es ist Ausgangspunkt für anspruchsvolle Touren durch die Bergwelt. In der Nähe des Hotels liegt der berühmteste Aussichtspunkt im Park, der Mirador de la Ruleta. Info und Buchung unter Tel. 0034/922-37 48 41, unter www.paradores.es oder über die Reservierungszentrale für Landhäuser www.aecan.com.

WEITERE INFOS Spanisches Fremdenverkehrsamt in München, Tel. 089/53 07 46 11, kostenlose Prospektbestellung online unter www.spain.info/de.

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