147 Fluggäste

Flugausfälle: Airlines schulden Passagieren 24 Milliarden Euro

Ein Aktivist der Kampagnenorganisation Campact protestiert vor dem Bundeskanzleramt gegen eine Lufthansa-Rettung ohne Bedingungen.
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Ein Aktivist der Kampagnenorganisation Campact protestiert vor dem Bundeskanzleramt gegen eine Lufthansa-Rettung ohne Bedingungen.

Seit Mitte März sind in Europa rund 147 Millionen Passagiere von Flugausfällen betroffen. Die wenigsten haben bisher eine Erstattung ihrer Ticketkosten erhalten.

  • Schätzungen zufolge schuldet Lufthansa ihren Kunden aktuell bereits mehr als 3,5 Milliarden Euro für Ticketerstattungen für Flüge, welche aufgrund des Coronavirus* annulliert wurden.
  • Trotz staatlicher Förderungen in Höhe von neun Milliarden Euro, die aktuell diskutiert werden, bleiben derzeit noch viele Kunden auf ihren Kosten sitzen.
  • Wer kümmert sich nun um die Rechte der Passagiere?

Flugausfälle: Passagiere zur Annahme von Gutscheinen gezwungen

Weltweit sind im April und Mai rund 66 Prozent aller Flüge ausgefallen, in Europa ist die Zahl mit rund 90 Prozent noch höher. Allein bei den zehn größten Airlines Europas waren seit Mitte März mindestens 147 Millionen Passagiere von diesen Flugausfällen betroffen. Dies berichtete das Portal Flug-verspaetet.de.

"Allein letzten Monat erkundigten sich bei uns mehr als 120.000 Passagiere nach ihren Rechten und suchten nach Hilfe, da Airlines die Rechte der Fluggäste einfach ignorieren. Wir versuchen mit unserem neuen Service, Verbrauchern zu ihrem Recht zu verhelfen und die gewünschte Erstattung der Ticketkosten von den Fluggesellschaften zu erhalten. Ohne Hilfe von Dritten scheint dies für Fluggäste aktuell nahezu unmöglich zu sein. Rechtlich gesehen müssen Fluggesellschaften die Rückerstattung der Ticketkosten innerhalb von sieben Tagen auszahlen. Sollten sie dies wirklich tun, ist unser Service kostenlos und der Passagier erhält die volle Erstattung. Nach dieser Frist werden wir gerichtlich gegen die Fluggesellschaft vorgehen, um dort die Rechte der Verbraucher durchzusetzen”, erklärt Tom van Bokhoven, CEO von Flug-verspaetet.de. Seiner Ansicht nach scheint es fast so, als seien die EU-Mitgliedstaaten eher daran interessiert, ihre nationalen Fluggesellschaften zu retten, als ihre Bürger und deren Rechte zu unterstützen.

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Airlines wehren sich gegen die Regelungen der EU

Die Europäische Kommission bestätigte das Recht der Verbraucher auf eine Wahl zwischen einem Gutschein und Erstattung der Ticketkosten bereits mehrmals seit März dieses Jahres. Zuletzt geschah dies im Rahmen einer Pressekonferenz, welche am 13. Mai 2020 stattgefunden hat.

Airlines reagierten prompt auf diese Ankündigung. Mehrere Fluggesellschaften wie KLM und Air France gaben bekannt, ihren Kunden von nun an nicht mehr nur Gutscheine, sondern auch Rückerstattungen anbieten zu wollen. Dabei verschwiegen beide Fluggesellschaften laut van Bokhoven, dass dies nur für Flüge gelten soll, welche am oder nach dem 15. Mai annulliert werden. Für bereits ausgefallene Flüge werden weiterhin ausschließlich Gutscheine angeboten.

Bei Lufthansa ist die Information zur Beantragung einer Rückerstattung von Ticketkosten auf der Website nicht leicht auffindbar. Auf den Seiten, die Informationen zur Situation in der Corona-Krise geben, ist ausschließlich die Rede von Gutscheinen. Lufthansa bietet durchaus Rückerstattungen an, diese müssen jedoch telefonisch von der Airline beantragt werden.

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Passagiere müssen die Wahl zwischen einem Gutschein und einer Erstattung haben

Der Drang der Fluggesellschaften, Gutscheine statt Erstattungen auszugeben, sei trotz allem durchaus verständlich, so das Portal Flug-verspaetet.de. Durch dieses Vorgehen bleibe das Geld der Reisenden vorerst im Unternehmen und so könne sichergestellt werden, dass die betroffene Airline zahlungsfähig bleibe. Eine nicht grundlose Sorge in der aktuellen Krise. Viele Airlines würden daher versuchen, Gutscheine attraktiver für Verbraucher zu gestalten, indem sie den Wert der Gutscheine gegenüber der Rückerstattung der Ticketkosten steigern. 

Fluggästen sollten jedoch weiterhin die Wahl zwischen einem Gutschein und einer Rückerstattung haben. Zudem müssten Fluggesellschaften diese Wahl akzeptieren und gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung handeln. "Bis dies der Fall ist, möchten wir Fluggäste mit unserem neuen Service zur Rückerstattung von Ticketkosten unterstützen und Verbraucherrechte so schützen", so van Bokhoven.

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Airlines & ihre Flugbegleiterinnen

Da fliegt man gerne Richtung München zum Oktoberfest. Die Flugbegleiterinnen der Lufthansa stimmen auf die Maß Bier und Brezen ein.   © Lufthansa
Schaun mer mal und auf geht's zur Wiesn: Die Flugbegleiterinnen der Lufthansa im feschen Dirndl. © Lufthansa
Immer ein Lächeln auf den Lippen, die Flugbegleiterinnen der Lufthansa. © Lufthansa
Revolutionär un d sexy: 1971 präsentiert die Fluggesellschaft TWA die neue Kollektion für Stewardessen. © ap
Immer fröhlich: Stewardessen der Air Asia. Die Damen begleiten die Flüge von Malaysia, Thailand und Indonesien. © ap
In dem neuen Dress unverkennbar: Die Flugbegleiterinnen der Lufthansa. © 
Die Zeiten ändern sich auch bei den Fluggesellschaften. Hier eine äußerst züchtig gekleidete Stewardess aus dem Jahr 1956. Sie arbeitet für die amerikanische Fluglinie Capital Airlines. © ap
Die beiden Damen gehören zu Singapore Airlines. Die Kleidung der asiatischen Stewardessen ist sehr farbenfroh und freundlich. © ap
Dezent und zurückhaltend ist hingegen die Kleidung der arabischen Airlines. Hier die Damen der Emirates Airline. © ap
Frau trägt Hose: In der heutigen Zeit haben die Flugbegleiterinnen die Wahl. Hose oder Rock, beides ist erlaubt. Schließlich gibt es heutzutage auch weibliche Flugkapitäne. Hier die Crew von British Airways. © ap
Die neue Kollektion von LTU wird vorgestellt. Jede Fluggesellschaft identifiziert sich auch über ihre Flugbegleiterinnen. Da ist die Kleidung ei n Markenzeichen. © ap
Für die Kleidung vom Personal gibt es inzwischen eigene Modenschauen. Nirgendwo ist es so abwechslungsreich wie bei der Air France. Der Modedesigner Christian Lacroix höchstpersönlich entwirft die Mode für die französische Fluggesellschaft. © ap
Auch dieses Kostüm für Air France wurde von Christian Lacroix entworfen. © ap
Für die Olympischen Spiele in Peking mussten die Stewardessen besonders in punkto Auftreten üben. Etikette und Stil sind ein absolutes Muss. © ap
Hier fühlt sich der Fluggast an die 70er-Jahre-Popgurppe  ABBA erinnert. Der Designer Yannis Tseklenis schuf die äußerst bunte Kleidung für die Olympischen Spiele. © ap
Diese Kostüme waren 1963 das Erkennungsymbol für die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines. © ap
Unverkennbar: Die Flugbegleiterinnen von Air Berlin in einer schwarz-rot-weißen Kombination. © ap
Mit einem freundlichen Bordpersonal vergehen die Flüge viel schneller. © ap
Reizende Aussichten gibt es 1967 bei der amerikanischen Fluggesellschaft American Airlines. © ap
Diese Dame von AirAsia berät die Passagiere in Kuala Lumpur (Malaysia). © ap
Das Model Jane Cartwright präsentiert die Mode für die Stewardessen von United Airlines 1963. © ap
Dieses Vierergespann begleitet die Fluggäste von Pacific Airways ab Hongkong. © ap
Hier legt der Designer Richard Tyler Hand an: Patricia Ringness präsentiert seine Mode für Delta Flight. © ap
Karo-Look ganz in Blau: Die Damen von Hungarian Airline sind unverkennbar gekleidet. © ap
Lufthansa-Uniformen aus verschiedenen Jahrzehtnen. Die Schnitte haben sich zwar geändert, trotzdem kommen die Stewardessen unverkennbar von der Lufthansa. © ap
Die Mode für Stewardessen von Richard Tyler wurde auf der Fashion Week in New York vorgestellt. © ap
Die Damen von United Air in Uniformen aus den 30er bis in die 50er Jahre. © ap
Freundlicher Service und eine Kleingkeit zu Naschen, da steigt jeder bei Air Berlin gerne in ein Flugzeug. © Air Berlin
Eine typische Crew der Fluggesellschaft Air Berlin. © Air Berlin
Stewardessen der Air Berlin sorgen für einen angenehmen Flug und verkürzen uns die langen Stunden in der Luft. © Air Berlin
Unverkennbar: Blaue Kostüme und gelbe Schrift, jede Fluggesellschaft hat ihr Erkennungszeichen. Das ist die Condor.  © Condor
Gerade auf Langstreckenflügen freuen sich die Fluggäste über ein nettes Wort oder eine kleine freundliche Geste. Flugbegleiterinnen (hier von Condor) haben oft eine Engelsgeduld. © Condor
Diese Damen eines Kaufhauses haben sich nur verkleidet. Im Rahmen einer Werbeaktion für eine Ruhezone hat ein Einkaufcenter sich das Innere eines Flugzeugs zum Vorbild genommen. © dpa
Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Air Berlin, Joachim Hunold, mit zwei Flugbegleiterinnen. © dpa
Auch das gehört zu den Aufgaben einer Stewardess: Flugbegleiterinnen von Ryanair  bei einer Schulung. © dpa
Ein "Singapore Girl" von Singapore Airlines: Sie lächelt immer, ist nie gestresst, wie aus dem Ei gepellt und stets zu Diensten. © dpa
Die Stewardessen der Fluglinie "Aegean Airline S.A.", (von links) Elefcheria, Maria, Margaret und Ioanna, aufgenommen auf dem Flughafen Berlin-Tegel. © dpa
Air China gibt sich zu den Olympischen Spielen 2008 besondere Mühe. Diese Damen posieren am Flughafen von Peking. © dpa
Stewardessen der bahrainischen Fluggesellschaft Gulf Air stehen  in Bahrain auf der neugebauten Formel 1-Rennstrecke bei der Fahrerparade vor dem Großen Preis von Bahrain als Grid-Girls Spalier. © dpa
Von Quietschgelb bis Hellblau - die Lufthansa präsentiert 40 Jahre Mode am Himmel. © dpa
Blau-gelbe Uniform und flotter Kopfschmuck. So erkennt man die Damen von der Lufthansa sofort. © dpa
Manchmal wird es eng in den Gängen der Flieger. D ie Stewardessen von Thomas Cook haben gelernt auf engstem Raum zu arbeiten. © Thomas Cook

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