So fliegen Sie wirklich günstig

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Auf und davon geht es in wenigen Tagen für tausende Sommerurlauber. Wer ein Flugticket von einem Billig-Anbieter gekauft hat, sollte sich die Bedingungen vor allem beim Gepäck genau durchlesen, sonst wird es am Schalter teuer.

Billigflieger können richtig teuer werden – das zeigt „Deutschlands großer Flugatlas 2010“. Acht Luftfahrt-Gesellschaften wurden dort verglichen und nahezu überall lauern versteckte Kostenfallen. Verbraucher müssen ganz genau hinsehen, um wirklich ein Schnäppchen zu machen.

Ob Urlauber oder Geschäftsleute – immer mehr wollen immer weniger fürs Fliegen bezahlen. Jeder muss sparen. Entsprechend umkämpft ist der Markt für Schnäppchen-Flüge. Doch viele Billig-Anbieter arbeiten mit Tricks, sodass ein Flug für 9,99 Euro schnell über 100 Euro kosten kann. Davor warnt der Verein Mobil in Deutschland in seinem „Flugatlas 2010“.

Auf einen Blick:

Der große Flugatlas als PDF

Acht Luftfahrt-Gesellschaften hat der Verein in diesem vierten Test gegeneinander antreten lassen: Airberlin, Condor, Easyjet, Germanwings, Pegasus, Ryanair, Tuifly und zum ersten Mal auch die Lufthansa. Die Bewertung fand in folgenden Kategorien statt: tatsächliche Kosten bei Testbuchungen, Kinderpreis, Zusatzkosten für Umbuchung, Gepäck, Getränke und Essen sowie Sitzplatzreservierung. Außerdem spielten das Flottenalter, der Sitzabstand und der Internetauftritt eine Rolle.

Die volle Punktzahl (68 Punkte) erreichte dabei keines der Unternehmen, erklärt Vereinschef Michael Haberland. Platz Eins belegt Germanwings (55 Punkte), Platz Zwei Airberlin (50 Punkte) und Platz Drei Tuifly (43 Punkte) – exakt dieselbe Aufstellung wie im vergangenen Jahr. Die Lufthansa teilt sich den vierten Platz mit Pegasus (42 Punkte), dann folgen Condor und Easyjet (jeweils 37 Punkte). Auf dem letzten Platz landet Ryanair (34 Punkte).

„Bei einem innerdeutschen Flug sind Ryanair und Germanwings am günstigsten“, sagt Haberland. Die Preise für die Strecke München–Berlin liegen jedoch deutlich über 100 Euro und man darf nicht vergessen, dass Ryanair nicht direkt nach München, sondern nur nach Memmingen fliegt.

Sexy Stewardessen ziehen blank

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Die stark beworbenen 99- Euro-Flüge von Lufthansa waren bei den Testbuchungen Anfang Juli nur einmal verfügbar – und das auch nicht innerhalb Deutschlands, sondern auf der Strecke München–Mallorca.

„Bei europäischen Flügen haben Germanwings, Airberlin und Tuifly ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, stellte der Verein fest. Ryanair und Easyjet seien zwar beeindruckend günstig, „doch verstecken sich hier fiese Extrakosten“, etwa bei Kreditkartenbuchung, Ticketausstellung am Schalter oder Verpflegung an Bord.

Fair und transparent gehe es allein bei Germanwings zu, lobt Ralf Burmeister, Vizechef von Mobil in Deutschland. Nur dort sei der komplette Endpreis bei der Buchung übers Internet sofort angegeben. Eine EU-Verordnung, die zu mehr Transparenz führen sollte, scheint bislang kaum zu wirken. „Wir wundern uns sehr, dass besonders Ryanair mit seiner Methode durchkommt, denn mit Transparenz hat das nichts zu tun“, sagt er.

Es lauern Kostenfallen

Seit vier Jahren vergleicht der Verein die Angebote von Billigfliegern und stellt fest: „Fliegen wird generell eher teurer.“ Außerdem müssen immer häufiger Extras zusätzlich aufgerechnet werden. An diesen Punkten können Verbraucher Geld verlieren:

- Gepäck: Um die Passagiere zu bewegen, mit wenig Gepäck zu reisen, kostet jede eingecheckte Tasche, jeder Koffer bei Ryanair und Easyjet Geld. „Diese Airlines lohnen sich eigentlich nur bei kleinen Tripps, auf denen Handgepäck ausreicht“, meint der Verein. Alle anderen Gesellschaften checken mindestens 20 Kilo kostenfrei ein, Pegasus Airlines sogar 30 Kilo Gepäck (außer in die Türkei). Jedes Kilo mehr zählt als Übergepäck und wird einzeln berechnet. Das können bei der Lufthansa je nach Flugroute bis zu 40 Euro pro Kilo sein.

- Kinder: Bei Airberlin und Lufthansa werden Babys (bis zwei Jahre) auf dem Schoß der Eltern kostenlos befördert. Easyjet und Ryanair kassieren auch bei Kindern unter zwei Jahren 15 bzw. 20 Euro – ab dem zweiten Lebensjahr zahlen sie den vollen Preis.

- Extras: Kostenlose Verpflegung gibt es nur noch bei Airberlin, Condor, Tuifly und Lufthansa. Ansonsten müssen 1,50 bis 7 Euro für Getränke und Brotzeit im Flieger gezahlt werden. Auch eine Sitzplatzreservierung ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Nur Lufthansa bietet sie kostenfrei bei Online-Check-in an. Umbuchungen des Tickets sind ab 30 Euro machbar.

Tipps zum Kostensparen - darauf sollten Sie achten

-Früh buchen: Es gibt keine festen Regeln, wann ein Flug besonders günstig ist. Es gelte zwar die Faustregel: je länger im Voraus gebucht, desto günstiger, doch Schnäppchen kann man auch kurzfristig bekommen. Genauso kann es aber passieren, dass ein Flug, den man regelmäßig zu einem bestimmten Preis bucht, plötzlich teurer ist. Bucht eine mehrköpfige Gruppe einen Flug, steigt für die nachfolgenden Bucher der Preis – das regelt das Computersystem automatisch, erklärt Baumeister.

- Antizyklisch fliegen: Die Ferienmonate – das ist allgemein bekannt – sind die teuersten zum Fliegen. Ryanair verlangt zum Beispiel in den Ferienmonaten Juli und August 30 Prozent mehr Aufschlag für das Gepäck. Wo immer es geht, sollte man diese Daten meiden. Wer geschäftlich unterwegs ist, kann versuchen, die Termine so zu legen, dass man Montag oder Freitag meidet. Generell sei Mittwoch ein guter Reisetag, sagt Haberland. Dagegen seien Flüge am Montag Vormittag „immer voll und immer teuer“.

- Keine Hektik: Wer schnell im Internet bucht, tappt ebenso schnell in versteckte Kostenfallen. Bei Ryanair und Easyjet muss man beispielsweise explizit Nein anklicken, sonst hat man neben dem Flug auch noch einen Mietwagen oder eine Versicherung am Bein. „Nur wer flexibel ist und weiß, wo Fallen lauern, kann für kleines Geld fliegen“, fasst Baumeister zusammen.

Stefanie Backs  

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