Fernzug Interconnex wird wegen Fernbus-Konkurrenz eingestellt

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Nach zwölf Jahren im Betrieb kapituliert der Bahn-Konkurrent InterConnex. Jedoch nicht vor der Deutschen Bahn, sondern vor der Konkurrenz durch günstige Fernbusanbieter. Foto: Gambarini Federico

Berlin/Köln (dpa) - Lange Zeit war der Interconnex der einzige David, der gegen den Goliath Deutsche Bahn antrat. Zwölf Jahre konnte der Zug sich halten - bis auf der Straße ein zweiter Gegner antrat.

Der Bahn-Konkurrent Interconnex kapituliert vor den Fernbussen. Nach zwölf Jahren wird die Fernzug-Verbindung Leipzig-Berlin-Rostock/Warnemünde am 13. Dezember eingestellt, kündigte der Betreiber Veolia Verkehr in Berlin an. Für Fahrgäste entfällt die günstige Alternative zum ICE.

"Als wirtschaftlich handelndes Unternehmen können wir nicht Monat für Monat rote Zahlen schreiben", teilte Veolia mit. Grund für die Probleme sei die neue Konkurrenz durch Fernbusse. HKX als zweiter Bahn-Konkurrent im Fernverkehr will indes weiter fahren.

"Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien, die keine Straßenmaut bezahlen müssen, und deren Preisen nicht konkurrieren", erklärte Veolia-Verkehr-Chef Christian Schreyer. Eine Zugfahrt koste dagegen 1700 Euro, etwa an Gebühren für Strecken und Bahnhöfe.

Auch der Marktführer Deutsche Bahn spürt die Konkurrenz, seit der Markt für Busfahrten über 50 Kilometer Anfang 2013 freigegeben wurde. Das Bundesunternehmen fürchtet, dieses Jahr bis zu 120 Millionen Euro Umsatz an die Busse zu verlieren, und schreckt deshalb vor Preiserhöhungen im Fernverkehr weitgehend zurück.

Die Bahn ist im Fernverkehr nahezu Monopolist. Als Konkurrent bleibt jetzt nur HKX. "HKX hat nicht vor, den Betrieb auf seiner Stammstrecke zwischen Hamburg und Köln einzustellen", versicherte eine Sprecherin in Köln. Das Unternehmen streicht jedoch Ende Oktober einige Fahrten am Freitag und Samstag, wie es vergangene Woche angekündigt hatte.

Der Hamburg-Köln-Express (HKX) war 2012 an den Start gegangen, hat aber noch nicht die gewünschten Umsätze erreicht, wie Geschäftsführer Carsten Carstensen im Sommer zugab. Er führte das auf veränderte Marktbedingungen zurück: Beim Start gab zwischen beiden Städten weniger Flüge und keine Fernbusse.

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