Erwachsene bevorzugen Urlaub ohne Kinder

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Kinderfeindlich? Die Reisebranche bietet “Adults-only“-Ferien an, Urlaub nur für Erwachsene.

Wenn die Kinder im Hotelpool kreischen, ist das für die einen Musik in den Ohren, für andere eher nervig und kaum zu ertragen. Das hat die Reisebranche erkannt und reagiert. 

Eine Hotelanlage, in der sich die Kinder so richtig austoben können? Für Eltern klingt das verlockend. Für andere nicht unbedingt. Denn eine Anlage mit Kinderanimation, Kinderpool und Kinderbuffet ist nicht jedermanns Sache. Und selbst Eltern und andere kinderliebe Menschen sehnen sich mal nach Ruhe im Urlaub. Genau das hat die Reisebranche erkannt und bietet “Adults-only“-Ferien an, Urlaub nur für Erwachsene. Neu ist das Konzept nicht - es wird aber zunehmend beworben.

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“Die deutschen Urlauber sind mittlerweile sehr mündig und reiseerfahren. Sie haben extrem konkrete Vorstellung von ihrem Urlaub“, erklärt Touristik-Professor Torsten Kirstges von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Somit werde die Nachfrage individueller und differenzierter. Darauf haben die Anbieter reagiert: “Die Reiseveranstalter gehen mit ihren Angeboten zunehmend sehr gezielt auf die verschiedenen Bedürfnisse ein“, sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin. So wie es Unterkünfte für Wanderer, Wellness-Urlauber und Familien gebe, zeichneten nun einige Veranstalter Hotels nur für Erwachsene aus.

“Wir bieten ganz einfach Urlaub für jede Zielgruppe an“, erklärt Alexa Hüner von Tui. Entsprechende Angebote finden sich auch in den Katalogen von Thomas Cook: Zwischen Symbolen für Fahrradhotel, Wellness- und Sportangebote prangt bei den “Adults-only“-Hotels der Button “Urlaub ohne Kinder“. “Das erleichtert dem Urlauber die Suche ungemein“, erklärt Sprecherin Isabella Partasides.

Tui und die Rewe-Touristik mit den Marken ITS, Jahn Reisen und Tjareborg gehen da etwas weniger offensiv vor. Sie erwähnen in den Hotelbeschreibungen, dass Kinder erst ab einem gewissen Alter erlaubt sind. Doch meist ergibt sich die Auswahl durch den Preis und die Buchung. “Kinder sind bei den Adults-only-Angeboten gar nicht zu buchen“, erklärt Isabella Partasides von Thomas Cook. Und Daniela Sauerwald von der Rewe-Touristik ergänzt: “Wenn es keine Kinder- oder Familientarife gibt, spricht das in der Regel keine Familien an.“

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Das allerdings ist nicht das einzige Kriterium. Denn auch ohne Kinderanimationsprogramme, Babypools und kindgerechte Essensangebote sind die Erwachsenen-Hotels für Familien sowieso meist uninteressant. “Viele dieser Anlagen liegen in asiatischen und südamerikanischen, karibischen Regionen, die sich auf Wellness-Urlaub spezialisiert haben“, erklärt Prof. Kirstges. Golfanlagen, spezielle Sternemenüs und eben mehr Raum für Ruhe und Entspannung seien weitere Merkmale dieser Hotels, sagt Daniela Sauerwald. Auch das Unterhaltungsprogramm sei auf Erwachsene abgestimmt - beim Essen liefen keine als Clowns geschminkten Animateure durch den Speisesaal.

Auch die spanische Hotelgruppe Sol Meliá wirbt mit exklusiven Adults-only-Hotels. In ihrem neuesten Haus nur für Erwachsene auf Mallorca gibt es modern gestaltete Terrassenzimmer mit iPod-Dockingstation, auf Wunsch auch mit Mobiltelefon oder Tablet-Computer inklusive E-Books. Ein hauseigenes Spa bietet unterschiedliche Behandlungen wie Massagen unter dem Sternenhimmel und eine Gourmetküche samt Showkochen. Als Gäste sind in dem Meliá de Mar Urlauber ab 15 Jahren willkommen.

Das Alter variiert allerdings bei den unterschiedlichen Angeboten. “Kind wird da durchaus unterschiedlich definiert, manchmal dürfen Jugendliche über 14 oder auch erst über 18 Jahren mit“, sagt Tourismus-Experte Kirstges. Bei Thomas Cook lassen sich die Hotels für Erwachsene entweder ab 16 oder ab 18 buchen. “Meistens sind es ja die Hoteliers, die darüber entscheiden, ob sie nun kinderfrei sind oder nicht“, gibt Alexa Hüner zu bedenken. Beliebt sind diese Hotels nach Angaben von Torsten Kirstges unter anderem für Hochzeitsreisen. “Aber manchmal sind es auch Eltern oder Mütter, die mal ohne Kind verreisen wollen“, sagt DRV-Sprecherin Zeuch.

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Was auf den ersten Blick möglicherweise schlicht als kinderfeindlich daherkommen mag, ist nach Ansicht der Tourismus-Experten ganz einfach ein weiteres “Special Interest“-Angebot. “Genauso wie Family-Hotels unfreundlich zu Besinnungs- und Ruhesuchenden sind, sind Adults-only-Hotels kinderunfreundlich“, sagt Kirstges. Verwerflich findet er das aber nicht: “Eine solche Segmentierung ist meines Erachtens eine sehr erfolgversprechende Marketingstrategie, von der ja nicht zuletzt auch die Urlauber profitieren.“

dpa

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