Ein Dollar für den Kellner

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Andere Länder, anderes Trinkgeld

Trinkgeld ist im Urlaub eine Frage des guten Tons. Wer will schon protzen oder geizig erscheinen und es sich auf Anhieb mit dem Personal verscherzen? Lesen Sie hier, wie viel Trinkgeld üblich ist.

Grundsätzlich ist Trinkgeld, der Aufschlag freiwillig und zusätzlich. So sieht es der ADAC und auch Marco Montini, Direktor bei der Italienischen Zentrale für Tourismus ENIT: „gibt man so viel, wie man mag und wie der Service wert war.“

Wofür gibt es Trinkgeld? Trinkgeld gibt man für persönliche Dienstleistungen. Es gibt also nichts extra für Fahrrad- oder Bootsverleiher, wohl aber für Taxifahrer, Kofferträger und Zimmermädchen. Wander- und Stadtführer sollten ihr Trinkgeld abhängig von Einsatz und Fachkenntnis erhalten. In einer Gruppe wird gesammelt.

Wer bekommt wie viel? Im Taxi wird in fast allen Ländern auf den vollen Betrag aufgerundet. Dem Kofferträger gibt man einheitlich einen Euro pro Gepäckstück, dem Zimmermädchen einen Euro pro Tag. Barkeeper bekommen je nach Aufwand: Für den üppig dekorierten Cocktail einen Euro, für eine Cola ist Trinkgeld unnötig.

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Nord-Süd-Gefälle: Laut ADAC gilt die Faustregel: Je weiter nördlich in Europa, umso geringer das Aufgeld. In Dänemark etwa ist Trinkgeld gänzlich unüblich, bestätigt Rainer Büchtmann vom Fremdenverkehrsamt Visit Denmark. In Österreich, Frankreich und Spanien liegt man zum Beispiel in Restaurants mit fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags richtig. In Italien werden zehn Prozent erwartet.

Der richtige Zeitpunkt: Trinkgeld ist zwar ein Dankeschön nach dem Abschluss einer Tätigkeit. Doch bei längeren Aufenthalten empfiehlt sich ein Extra zwischendurch. „Merken Sie sich, wer regelmäßig kommt“, empfiehlt Martina Bier vom Ägyptischen Fremdenverkehrsamt in Frankfurt.

Fremdwährung nicht in Münzen: In welcher Währung sollte man Leistungen honorieren? Außerhalb des Euroraums ist Trinkgeld in Euro oder US-Dollar gern gesehen. Allerdings sollte es dann ein Schein sein. Münzen lassen sich nicht in Landeswährung umtauschen. Da der Euro erst mit Fünf-Euro-Noten startet, empfehlen sich US-Dollar-Noten als Trinkgeldschein.

Modus der Übergabe: Das Trinkgeld übergibt man zum Beispiel in Ägypten persönlich. In Frankreich, Spanien und der Türkei gehört es sich hingegen, das Trinkgeld auf dem Rechnungsteller oder Restauranttisch liegen zu lassen. Nur in Österreich und Italien kann man wie in Deutschland aufrunden und „Stimmt so!“ oder „Va bene cosi!“ sagen.

Ausnahme USA: In den Vereinigten Staaten werden mindestens 15 Prozent des Netto- Rechnungsbetrages an Trinkgeld erwartet.

Nicht auf Kreditkarte: Außerhalb der USA macht sich unbeliebt, wer bei Zahlungen per Kreditkarte den Rechnungsbetrag einfach um das Trinkgeld erhöht. Der ausgewiesene Betrag muss versteuert werden und kommt oft nicht beim Kellner an. „Lassen Sie lieber Bargeld liegen“, raten die Experten.

Wo Trinkgeld verboten ist: Flugbegleiter dürfen laut Dienstanweisung kein Trinkgeld annehmen. Besteht ein Fluggast auf Trinkgeld, müssen sie es spenden.

Sammelboxen im Hotel: Auch den Servicekräften in All- Inclusive-Anlagen gebührt ein Extra – aber nicht einzeln. Dafür gibt es Trinkgeld-Boxen. Vom Beachboy bis zum Oberkellner bekommt daraus jeder etwas ab.

Trinkgeld - Länderübersicht

ÄGYPTENWie in ganz Nordafrika sind in Ägypten Trinkgelder bei jeder Gelegenheit wichtig. Im Restaurant sind es 10 bis 15 Prozent. Im Taxi wird der Preis aufgerundet. Zimmermädchen, Gepäckträger und andere Dienstleister freuen sich über ein kleines Trinkgeld von umgerechnet 50 Cent oder einem Euro.

AUSTRALIENBis vor wenigen Jahren war Trinkgeld in Down Under unüblich. Mittlerweile wird guter Service im Tourismus aber wie hierzulande auch nach eigenem Ermessen belohnt.

CHINA & JAPANIn China und Japan hat Trinkgeld keine Tradition und wird fernab internationaler Hotels oft als Beleidigung empfunden. In Chinas Touristenzentren nimmt das Servicepersonal aber gerne zehn Prozent, das Zimmermädchen zwei bis drei Yuan und der Reiseleiter einen Dollar. Wer in Japan guten Service anerkennen möchte, tut dies mit kleinen Geschenken oder ein bis zwei Dollar.

FRANKREICHIm Restaurant oder Café werden 10 bis 15 Prozent gegeben. „Le Pourboire“, wie der Franzose sagt, wird einfach auf dem Tisch liegen gelassen. Im Hotel ist der Obolus keine Pflicht; der Gast kann aber etwas auf dem Nachttisch hinterlassen. Der Taxifahrer erhält zehn Prozent.

GRIECHENLANDÜblich sind im Restaurant rund zehn Prozent, in der Taverna aber nur maximal ein Euro. Dem Zimmermädchen sollte eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit am Abreisetag persönlich übergeben werden. Im Taxi wird aufgerundet.

ENGLAND/IRLANDIn Restaurants gibt man 10 bis 15 Prozent „Tip“, in Irland maximal zehn Prozent. Ist auf der Rechnung bereits eine „Service Charge“ aufgeführt, darf es weniger sein. Wichtige Ausnahme: Im Pub wird an der Bar kein Trinkgeld gegeben. Wer den Barkeeper belohnen möchte, bietet ihm einen Drink an. Für Kofferträger im Hotel sollte der Gast rund ein Britisches Pfund lockermachen und im Taxi aufrunden.

ITALIENTrinkgeld ist in der Gastronomie nicht üblich. Oft taucht auf der Rechnung ein „coperto“, eine Art Grundgebühr für das Gedeck und das Brot auf. Wer besonders zufrieden war, kann zusätzlich ein paar Münzen auf dem Tisch liegenlassen. In Espressobars gibt es dafür Tellerchen oder Sparschweine auf der Theke. Im Hotel sind fünf Euro pro Woche für das Zimmermädchen üblich. Im Taxi ist Trinkgeld kein Muss; der Betrag kann aufgerundet werden.

ÖSTERREICHIm Restaurant sind wie in Deutschland fünf bis zehn Prozent angebracht. Im Hotel erhält der Kofferträger meist einen Euro pro Gepäckstück, das Zimmermädchen ein bis zwei Euro pro Tag. Das Geld wird vor der Abreise direkt ans Personal übergeben.

PORTUGAL/SPANIENIn der Gastronomie sind 10 bis 15 Prozent Trinkgeld üblich. Wenn der Kellner das Wechselgeld zurückbringt, lässt der Gast das Trinkgeld liegen. Im Taxi wird auf die nächsten 50 Cent oder den vollen Euro aufgerundet. Als äußerst unhöflich gilt es, Kleinstbeträge wie Zwei- oder Fünf-Cent-Stücke liegen zu lassen.

THAILANDHier ist man schon sehr westlich eingestellt. Im Restaurant sind zehn Prozent angebracht. Weniger als zehn Bath Trinkgeld gelten als Beleidigung.

TÜRKEIIn der Gastronomie sind zehn Prozent „Bakschisch“ üblich. Nichts geben gilt als unhöflich. Für kleine Gefälligkeiten sollte man als Dankeschön eine Zigarette oder Ähnliches anbieten. Im Hotel verhält es sich wie in Deutschland und Österreich. Im Taxi sollte der Gast den Betrag nur aufrunden.

USA/KANADADer „Tip“ von 15 bis 20 Prozent ist im Restaurant und beim Pizzaservice ein Muss, da er Bestandteil des Lohns ist. Manchmal ist der Obolus schon auf der Rechnung ausgewiesen. Der Kofferträger erhält einen kanadischen beziehungsweise ein bis zwei US-Dollar pro Gepäckstück, das Zimmermädchen ein bis zwei Dollar pro Nacht. Im Taxi werden 15 Prozent gegeben. Ein Dollarschein für den Kellner: Münzen tauschen Banken in den Urlaubsländern nämlich nicht um.

Nadia-Maria Chaar, dpa

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