Capri-Wonne: Mythos einer Fischer-Insel

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Vor hundert Jahren wurde Capri zur Sehnsuchtsinsel.

Capri - Attraktiver denn je ist die Insel und auf den zweiten Blick sehr deutsch. Von Theodor Fontane bis Joseph Beuys - kaum ein anderer Ort hat so viele deutsche Künstler angezogen.

Reise-infos zu Capri:

REISEZIEL Capri ist eine italienische Felseninsel im Golf von Neapel. Sie ist berühmt für ihre Höhlen am Meer, die bekannteste davon die Blaue Grotte. Capri ist 10,4 Quadratkilometer groß, der höchste Punkt der Insel ist der Monte Solaro mit 589 Metern.

ANREISE Flug von München nach Neapel, z.B. mit Tuifly. Ab ca. 180 Euro. Von Neapel per Fähre nach Capri. 32 Euro für die Hin- und Rückfahrt.

RUMKOMMEN Auf der Insel ist das Autofahren zwischen Frühling und Spätherbst nur für Capresen erlaubt. Man kann mit dem Taxi fahren, die Bergbahn Funicolare benutzen (vom Hafen in die Stadt Capri) oder einen Omnibus.

SEHENSWERT Die Ruinen der Villa Jovis des Tiberius, die Via Krupp, die Gärten des Augustus, die drei Felsen Faraglioni, die Blaue Grotte und die Villa San Michele des Arztes und Schriftstellers Axel Munthe.

REISETYP Für Italien-verliebte Nostalgiker, denen auch in der Masse das Gefühl für Romantik nicht abhanden kommt.

GASTRONOMIE Aurora, Via Fuorlovado 18: Hier muss man auf der schmalen Gasse sitzen und dem Treiben zuschauen. Oder an den mit Fotos tapezierten Wänden bestaunen, wer außer Loriot, Sylvester Stallone und Rudolfo Valentino schon alles hier war. Gute Pizza! La Certosella, Via Tragara 15: Gourmetrestaurant am Rand des hoteleigenen Pools. Da Luigi, Via Faraglioni, 5: Hier trifft man fast nur Italiener und muss vor der Kulisse der Faraglioni nach einem Bad im Meer unbedingt Penette ai faraglioni essen – kleine Nudeln mit Champagner-, Fleisch- und Schinkensauce.

WOHNEN Hotel Canasta, schlicht, gepflegt und preiswert (Doppelzimmer ab 110 Euro), mit Blick aufs Meer und die Faraglioni. www.hotel-canasta.com. Hotel Villa Brunella, Haus für Ruhesuchende, Via Tragara 24a, Doppelzimmer incl. Frühstück ab 200 Euro.

WEITERE INFOS Italienisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 089/53 13 17, Capri- Homepage: www.capritourism.com.

Alice Irmgard Freiin von Nordeck

Heute eine Edelboutiquenmeile hieß sie zu Rilkes Zeiten Via Hohenzollern, eine Verneigung vor den deutschen Insel-Dauergästen. Einer davon war der Industrielle Friedrich Alfred Krupp, der eigentlich Naturforscher hätte werden wollen. Um schneller zu seinen Booten in der Marina Piccola zu gelangen baute er die 1,3 Kilometer lange Via Krupp, eine Serpentine, hineingehauen in den steilen Kalkfelsen des Monte Castiglione. Die Marina ist heute noch ein Mini-Hafen, oft mit Maxi-Promi- Dichte: In den 50ern schipperte Onassis herein, heute legen Rod Stewart , Elton John oder Bill Gates hier an. Weil am deutschen Wesen zur Kaiserzeit sogar Capri genesen sollte, schufen Übereifrige damals einen Verschönerungsverein. Offenbar ohne ernsthafte Folgen. Die sattsaftigen Paradiesgärten rechts der Via Tragara – kein deutscher Schreber hat sie mit Jägerzäunen arrondiert. Und links: säulenumrahmte Prunkvillen. In einer davon, dem Palazzo Nuo-allerdings heftig: Der Hamburger Maler Christian Wilhelm Allers lud an Kaisers Geburtstag zum Germania-Mahl mit Aalsuppe, Bismarckschnitzel und Roter Grütze.

Heute jedoch ist hier kulinarisch alles Italia: Zitronenrisotto im La Certosella (Via Tragara 15). Nur für Schwindelfreie: die Terrazza Brunella (Via Tragara 24a), weit übers Kliff ragend. Wer den O Sole mio-Klängen folgt, kommt am Ende der Via Tragara zu einem Kiosk, dekoriert mit Zitronen und Apfelsinen. Darin trällert Maria den Kultschlager und schenkt Orangensaft aus. Verklumpt mit Eis in einem Schnapsglas schmeckt er wie das Capri-Eis aus Jugendtagen, ist allerdings halb so groß und dreimal so teuer.

Gleich gegenüber ist alles gratis: Belvedere di Tragara – der schönste Blick auf die Faraglioni, Capris Felsen-Drillinge im Meer.

Ab dem Nachmittag, wenn die Tagestouristen auf dem Rückweg zum Festland sind, kann man sich zurückwagen ins Dorf Capri. Hier in der Via Camerelle, in der Boutique Emilio, wurde sie vor 60 Jahren erstmals verkauft, die Capri-Hose, die bald die Damenwelt von Audrey Hepburn bis Brigitte Bardot begeisterte.

Abschied von Capri fällt schwer. Viele träumen vom Bleiben. Monika Mann , die Tochter von Thomas Mann, verliebte sich 1953 in den Fischer Antonio Spadaro und heiratete ihn. Im selben Jahr landete Gerhard Winkler aus Potsdam . Er wollte die Insel sehen, der er seinen Wohlstand verdankte. Winkler hatte 1943 den Schlager „Die Capri-Fischer“ komponiert – ohne vorher je da gewesen zu sein.

Stephan Brünjes

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