Deutschland-Reise

Blubberkonzerte für Froschtouristen: Ein Ausflug ins Moor

Das Pietzmoor bei Schneverdingen ist eine beliebte Touristenattraktion. Foto: Sven Hoppe
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Das Pietzmoor bei Schneverdingen ist eine beliebte Touristenattraktion. Foto: Sven Hoppe
Typische Vennlandschaft bei Emsdetten - dort werden sogar nächtliche Moorwanderungen angeboten. Foto: Ludwig Klasing/Verkehrsverein Emsdetten e.V.
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Typische Vennlandschaft bei Emsdetten - dort werden sogar nächtliche Moorwanderungen angeboten. Foto: Ludwig Klasing/Verkehrsverein Emsdetten e.V.
Blauer Frosch im Moor: Wer die Tiere so nah aufnehmen will, sollte eine gute Kamera mitnehmen. Foto: Schneverdingen Touristik
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Blauer Frosch im Moor: Wer die Tiere so nah aufnehmen will, sollte eine gute Kamera mitnehmen. Foto: Schneverdingen Touristik
Froschköpfchen im Moor - sie sehen aus wie lauter kleine Dreiecke. Foto: Larissa Loges
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Froschköpfchen im Moor - sie sehen aus wie lauter kleine Dreiecke. Foto: Larissa Loges
Kreuzotter im Pietzmoor: Das Ökosystem ist Heimat verschiedenster Tierarten, die sich mit etwas Glück auf Wanderungen beobachten lassen. Foto: Schneverdingen Touristik
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Kreuzotter im Pietzmoor: Das Ökosystem ist Heimat verschiedenster Tierarten, die sich mit etwas Glück auf Wanderungen beobachten lassen. Foto: Schneverdingen Touristik
Wollgras im Pietzmoor: "Als ob Frau Holle ihre Betten ausschüttelt". Foto: Schneverdingen Touristik
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Wollgras im Pietzmoor: "Als ob Frau Holle ihre Betten ausschüttelt". Foto: Schneverdingen Touristik
Auch viele Vogelarten sind im Moor bei Emsdetten heimisch - etwa Graugänse. Foto: Ludwig Klasing/Verkehrsverein Emsdetten e.V.
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Auch viele Vogelarten sind im Moor bei Emsdetten heimisch - etwa Graugänse. Foto: Ludwig Klasing/Verkehrsverein Emsdetten e.V.
Pfad durch die Natur bei Kaltenbronn: Moore durchquert man auf Stegen. Das Stapfen durch die Landschaft würde dem Ökosystem schaden. Foto: Pit Buchter/Infozentrum Kaltenbronn
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Pfad durch die Natur bei Kaltenbronn: Moore durchquert man auf Stegen. Das Stapfen durch die Landschaft würde dem Ökosystem schaden. Foto: Pit Buchter/Infozentrum Kaltenbronn

Schlamm und schwarzes Wasser? Von wegen: Im Moor geht es richtig bunt zu. Und für Besucher gibt es jede Menge Ungewöhnliches zu entdecken. Blaue Frösche, grüne Fleischfresser und in weiße Watte gepackte Landschaften. Nur vor Moorhexen darf man sich nicht fürchten.

Schneverdingen(dpa/tmn) - Die Männer sind mal wieder blau. Sylvia Becker ist ihnen auf der Spur. Im Pietzmoor in der Lüneburger Heide erklärt die Gästeführerin ein ungewöhnliches Naturspektakel: liebestolle Froschmännchen, die sich zur Paarungszeit ein himmelblaues Gewand zulegen.

Die Frösche machen Lärm. "Das Blubberkonzert kann man schon von weitem hören", sagt Sylvia Becker. Froschtouristen durchstreifen mit Stativen und mächtigen Teleskop-Objektiven das Moor. Ein Kranich schreit.

Plötzlich, hinter der nächsten Kehre, stechen wie schillernde Mini-Segel Hunderte Froschköpfchen aus dem Wasser. "Lauter kleine Dreiecke", sagt Becker. Spitznasig. Mit Augen. Die tummeln sich munter nur wenige Meter vom Ufer entfernt. "Dafür hat sich die Fahrt gelohnt", meint Christine Bunse (49), Touristin aus dem von Schneverdingen rund 60 Kilometer entfernten Hamburg.

Rund 8000 Jahre alt ist das Moor. "Ein typisches Hochmoor, seit Mitte der 1970er Jahre steht es unter Naturschutz", erklärt Becker. "Unten ist es abgedichtet mit einer Ton- und Mergelschicht. Wasser bekommt es also nur von oben." Schmale Stege aus Eichenbohlen bilden einen rund fünf Kilometer langen Rundweg.

Eine kleine Kreuzotter sonnt sich an einem Baumstumpf. Mit ihrer silbergrau-bräunlichen Farbe kann sie mit der Pracht der geschützten blauen Froschmännchen aber nicht mithalten.

Letztere sind nur eines der Farbwunder, die Deutschlands Hochmoore bereithalten. Sie sind ein artenarmer Lebensraum, nur für Überlebenskünstler. Wie die fleischfressenden Sonnentaugewächse: Die Drosera rotundifolia ist eine rundblättrige Pflanze, die im Sommer Besuchern einen zarten, roten Teppich ausrollt. Ihre Nährstoffe bezieht sie zum Teil aus Insekten, die sie mit taubenetzen Blättern fängt. Doch auch wenn eine Bezeichnung der Pflanze "Widdertod" ist, dürfte es dem Sonnentau schwerfallen, einen solchen zu verdauen.

Wen schon diese Karnivoren gruseln, der sollte sich eine nächtliche Wanderung durch das Moor in Emsdetten nördlich von Münster gut überlegen. Hier lautet das Motto "Oh, schaurig ist's, übers Moor zu gehen" nach der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Die Veranstalter raten, "einen Schutzengel mitzunehmen". Falls man zwischen Nebelschleiern den Moorhexen begegnet.

Bizarr, unwirklich, die Landschaft der Moore sucht ihresgleichen. Und ist doch immer wieder Leben pur. Bunt treiben es auch die Libellen - etwa im Hochmoor Kaltenbronn. Das rund 400 Hektar große Naturschutzgebiet ist eines der schönsten Wandergebiete des Schwarzwalds. "Etliche Libellenarten legen hier ihre Eier", erklärt die Biologin Marjam Gues. In den Sommermonaten, speziell im Juli, sei eine gute Zeit, viele Libellen zu sehen.

Und dann ist da noch das Wollgras. "Als ob Frau Holle ihre Betten ausschüttelt", beschreibt es Sylvia Becker in Schneverdingen. "Alles weiß überzogen." So gibt es meist im April und Mai in vielen Hochmooren Wattebäusche, so weit das Auge reicht.

Infos zu Mooren vom NABU

Schneverdingen Touristik

Verkehrsverein Emsdetten

Infozentrum Kaltenbronn

Ausflüge ins Moor

Informationen: Schneverdingen Touristik, Rathauspassage 18, 29640 Schneverdingen, Tel.: 05193/93 800, E-Mail: touristik@schneverdingen.de.

Verkehrsverein Emsdetten, Friedrichstraße 2, 48282 Emsdetten, Tel.: 02572/930 70, E-Mail: info@vvemsdetten.de.

Infozentrum Kaltenbronn, Kaltenbronn 600, 76593 Kaltenbronn, Tel.: 07224/65 51 97, E-Mail: info@infozentrum-kaltenbronn.de.

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