Albanische Insel Sazan

Urlaub zwischen Bunkern: Das neue Touristen-Ziel?

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Tirana - Das Meer leuchtet türkis, Kiefern und Feigenbäume spenden Schatten, von den Hügeln schweift der Blick weit über die Adria. Die Beschreibung Sazans klingt nach einem Ferienparadies. Doch erst seit diesem Jahr dürfen Touristen die albanische Insel überhaupt betreten.

Wegen ihrer strategisch günstigen Lage am Übergang von der Adria zum Ionischen Meer diente die kleine Insel seit Jahrhunderten verschiedensten Armeen als Stützpunkt: Römern, Osmanen, Griechen, Italienern und sogar Deutschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Sazan an Albanien, das auf der Insel die geheimste Militärbasis des Landes schuf. In den 50er Jahren kamen sowjetische Soldaten hinzu - nach einem entsprechenden Abkommen der kommunistischen Führung Albaniens mit Moskau. "Von hier aus könnte ich das Mittelmeer bis nach Gibraltar kontrollieren", freute sich der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow 1958 beim Besuch auf einem nahe gelegenen U-Boot-Stützpunkt.

"Wir dachten rund um die Uhr an Krieg", erinnert sich Mihal Lule, der 17 Jahre auf Sazan stationiert war. "Der psychologische Druck war enorm."Als Albanien 1961 mit der Sowjetunion brach, zogen die sowjetischen Soldaten ab und Truppen des neuen Verbündeten China wurden für rund 15 Jahre stationiert. "Mit den Russen und ihrem Wodka war das Leben auf der Insel fröhlicher", erinnert sich der 61 Jahre alte Albaner. "Die Chinesen waren asketischer. Aber als auch die weg waren, war es am einsamsten."

Aus Furcht vor einer Invasion des Westens überzogen die albanischen Truppen Sazan mit einem Netz aus kilometerlangen Tunneln und mehr als 3600 Bunkern, die einem Atombombenangriff Stand halten sollten. Auch ein unterirdisches Kino, eine Schule und ein Krankenhaus wurden gebaut.

Heute sind die Bauten verlassen und verfallen. Im Schutt seiner früheren Wohnung findet Lule ein Büchlein mit militärischen Auszeichnungen, die er damals bekam. Den blauen Einband zieren ein zweiköpfiger Adler und ein roter Stern - die Symbole der einstigen Sozialistischen Volksrepublik Albanien.

Der heute 70 Jahre alte Astrit Sliaj ist nach Sazan gekommen, um seiner Tochter zu zeigen, wo er jahrelang zusammen mit etwa 2000 anderen Soldaten stationiert war. "Die Sowjetunion, aber auch der amerikanische Imperialismus, galten damals als die Aggressoren", erzählt er der Tochter.

Heute ist Albanien Mitglied der Nato. Das Militärbündnis nutzte die Insel kürzlich für ein Manöver, bei dem einige Gebäude durch Bomben zerstört wurden - auch eine in den 30er Jahren für den italienischen Diktator Benito Mussolini errichtete Villa.

Die Natur hat längst begonnen, die Trümmer der Vergangenheit zu überwuchern. Doch noch sind die Spuren aus der Zeit der Militärs überall zu sehen: Patronen, Gasmasken und alte Betten liegen verstreut herum.

Nun also soll Sazan zu einem Touristenziel ausgebaut werden. "Das ist eine riesige Aufgabe, aber wir sind dazu entschlossen", sagt Auron Tare von der zuständigen albanischen Behörde. Ein Museum und ein Forschungszentrum sollen gebaut werden. "Sazan wird die Touristen in die Geheimnisse des kommunistischen Albanien einweihen", verspricht Tare. "Und ihnen gleichzeitig das historische und kulturelle Erbe des Mittelmeerraumes näher bringen."

AFP

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