Reise: Kuriose Fälle vor Gericht 

„Urlauber müssen in der Wüste mit Sand rechnen“

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Frankfurter Richter lehnten eine Reisepreisminderung ab, weil Urlauber in der Wüste mit Sand rechnen müssen

Die Deutschen reisen viel und gerne auch billig. Und sie sind anspruchsvoll bis mäkelig. Vor Gericht verlangen viele Urlauber ihr Geld zurück. Zu Recht? Aktuelle Urteile, die Sie kennen sollten:

Die Vielfalt an Klagen auf Reisepreisminderung ist groß. Die Rechtsexperten Wolfgang Büser und Maik Heitmann haben kuriose und weniger kuriose Urteile gesammelt. Hier eine Auswahl:

Wer in die Wüste fährt, sollte sich auf Sand einstellen:

Wer in einem Mietwagen durch Wüstengebiet fährt, wie in Namibia, der muss damit rechnen, dass Sand ins Wageninnere dringt und hat, wenn er dadurch erkrankt, keinen Anspruch auf nachträgliche Reisepreisminderung, urteilte das Landgericht Frankfurt am Main.

Bei der Sicherheitskontr­olle muss man selbst auf seine Sachen aufpassen:

Ein Urlauber legte an der Sicherheitsschleuse eines Flughafens seine wertvolle Uhr ab, wo sie durchleuchtet wurde. Als er sie am anderen Ende der Schleuse wieder anlegen wollte, war sie verschwunden. Er verlangte vom Sicherheitsdienst Erstattung. Ohne Erfolg. Das Oberlandesgericht Frankfurt urteilte, dass es allein Sache des Fluggastes sei, die abgelegten Gegenstände im Auge zu behalten und bei einem Diebstahl einzugreifen.

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht 

All-inklusive beinhaltet Mittagessen:

Das Amtsgericht Leipzig hat festgelegt, dass ein Reiseveranstalter bei einem gebuchten „all-inklusive“-Urlaub dem Gast im gebuchten Urlaubs­club ein kostenloses Mittagessen nicht verweigern darf. Müssen Urlauber die Mahlzeiten in einem „all-in-Hotel“ extra bezahlen, so liege ein Reisemangel vor, für den die Urlauber einen Teil des Reisepreises erstattet verlangen können. Das Gericht sprach dem Urlauber 20 Prozent zu. Auch hat er Anspruch auf Schadenersatz für die „vertane Urlaubszeit“. Dafür legte der Amtsrichter 250 Euro oben drauf. Das Argument des Veranstalters, „die Kunden hätten schließlich nachfragen können, was er unter all-inklusive versteht“, zog nicht.

Für Autofahrten zum Speisesaal gibt es keinen Ersatz:

Auch wenn der vom Apartment zum Speisesaal zurückzulegende Weg am Urlaubsort statt der im Prospekt pauschal angegebenen 400 Meter tatsächlich etwa 1000 Meter betragen hat, steht den Urlaubern nach Ansicht des Amtsgerichts München kein Ersatz des dafür eingesetzten Mietwagens (hier verlangt in Höhe von 650 Euro für 14 Tage) zu.

Mit dem Auto nicht durch Flüsse schwimmen:

Ein Pauschaltourist kann nach einer Entscheidung des Landgerichts München keinen Schadenersatz verlangen, wenn er bei der gebuchten Australienreise mit einem vom Veranstalter empfohlenen Mietwagen beim Durchqueren eines Flusses hängen bleibt, weil sich der Motor voll Wasser gesaugt hat – wenn im Reiseprospekt darauf hingewiesen wurde, dass bei Flussdurchquerungen auf die Wassertiefe zu achten ist.

Der Muezzin ist kein Reisemangel:

Pauschal-Urlauber verlangten in der Türkei eine Reisepreisminderung, weil sie sich von den Muezzin-Rufen von einem Minarett neben dem Hotel gestört fühlten. Das Amtsgericht Düsseldorf verweigerte die Erstattung.

tz

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