Abenteuer-Spielplatz auf dem Meer

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Wie ein echter Matrose: Kinderreporter Michi beim Mastenklettern auf der Star Flyer. 17 Meter geht es hinauf in das so genannte Krähennest.

Immer, wenn Ferien sind, schicken wir die Kinderreporter los, damit sie uns aus ihrer Sicht von den Reisezielen dieser Welt berichten. In diesem Jahr ging es um Kreuzfahrten. Fünf Kandidaten waren mit ihrer Familie für uns auf den Meeren unterwegs.

Fünf Kandidaten waren mit ihrer Familie für uns auf den Meeren unterwegs. Heute erzählt uns Michael Wittwer (12) aus Weilheim von seiner Reise mit dem Großsegler Star Flyer entlang der Lykischen Küste.

Unter Segeln: Die Star Flyer und ihr Schwesterschiff Star Clipper.

Mein Bruder Franzi, meine Mutter und ich flogen auf die griechische Insel Rhodos, wo die Star Flyer ankerte. Weil es schon Abend war, als wir an Bord kamen gingen wir erst mal zum Essen. Der Speisesaal der Star Flyer ist sehr vornehm eingerichtet. Die Tische waren unglaublich prächtig gedeckt mit unzähligen Messern, Gabeln und Löffeln. Die Menschen ziehen sich am Abend immer schön an, Männer tragen Hemd und lange Hosen. Aber bei Kindern ist das kein Muss.

MICHIS CHECKLISTE

Reisezeit: Eine Woche im August 2010. Die Route: Von der griechischen Insel Rhodos entlang der türkischen Küste nach Olympos, Antalya, Kemer, Kekova, Göcek und Kastellorizon zurück nach Rhodos.

Das beste Angebot für Kinder auf dem Schiff: Die Sportmöglichkeiten, das Meer und das Gefühl auf einem Segelschiff.

Was mir am besten geschmeckt hat: Alles mit Fisch.

Welcher Hafen mir am besten gefallen hat: Der Yachthafen in Göcek. Da haben wir tolle Schiffe gesehen.

Mein Lieblingsplatz auf dem Schiff: Im Netz am Bug des Schiffes. Von dort haben wir fünf Delfine beobachtet.

Der tollste Landausflug: Die Besichtigung des römischen Amphitheaters in Aspendos und der Canyon beim Ausflug in Göcek.

Mein Lieblingscrewmitglied: Unser Kellner Iwan, der sich sehr um uns gekümmert hat.

Das schönste Segelsetzen war in der Nacht bei der Abreise von Antalya.

Das witzigste Unterhaltungsprogramm war das Krabbenrennen an Deck.

Der spannendste Moment: Das Klettern auf den Mast.

Der schönste Strand war in Olympos. Wir wurden mit dem Schlauchboot an Land gebracht und durften dann im kristallklaren Wasser schnorcheln.

Iwan, der Ober, der für unseren Tisch zuständig war, hat uns sofort die Speisekarte gebracht. Es gab viel Fisch, aber auch Fleisch und Gemüse. Für Kinder gab es zusätzlich immer ein Pastagericht oder ein Steak mit Pommes Frites, falls sie nichts auf der Menükarte fanden.

Beim Frühstück wurden wir nicht bedient, sondern haben uns, was wir wollten, von einem Büffet geholt. Man konnte sich auch ein Rührei oder ein Spiegelei machen lassen. Genauso viel Auswahl gab es auch beim Mittagsbüffet, das nach einem Thema (z.B. Seafood, italienisches Büffet, türkisches Büffet) angerichtet wurde. Für mich als großer Esser war es wunderbar, dreimal täglich so ein tolles Essen zu bekommen.
Erst nach dem Abendessen, so um 23 Uhr, sind wir am ersten Tag aus dem Hafen von Rhodos ausgelaufen. Zum Segelsetzen versammelten sich alle Passagiere an Deck. Dann wurde ein tolles Lied aus großen Lausprechern gespielt und die Matrosen zogen die Segel hoch, aber nicht alle. Das Rauschen der Segel im Wind war beeindruckend.

Unsere Kabine auf der Star Flyer war nicht übermäßig groß, aber nicht zu klein. Wir konnten vom Bullauge aus das Meer sehen. Zweimal am Tag kam jemand vom Room Service und machte die Betten und wechselte die Handtücher aus. Abends brachte er immer für jeden Passagier eine kleine Tafel Schokolade. Darauf habe ich mich den ganzen Tag gefreut. Einmal fragte ich, ob ich auch zwei Stück bekommen könnte und tatsächlich lagen am nächsten Abend zwei auf meinem Kissen.

Tagsüber konnte es uns gar nicht langweilig werden, weil auf dem Schiff immer viele Sportaktivitäten angeboten wurden. Das beste war das Mastklettern. Wir kletterten auf das 17 Meter hohe „Krähennest“ über eine speziell dafür angebrachte Leiter. Man wurde wie in einem Klettergarten gesichert. Es war trotzdem ein komisches Gefühl, bei voller Fahrt hinaufzusteigen. Dort oben hatten wir einen tollen Ausblick rund um das Schiff auf das türkische Festland und auf das weite Meer.

Michi und Bruder Franzi (re.) mit Kapitän Yurji Kuschenko. Da nicht so viele Passagiere an Bord sind, geht es sehr familiär zu. Für Kinder nimmt sich die Mannschaft immer Zeit.

Besonders Spaß machte mir auch das Kajakfahren. Wenn das Schiff irgendwo ankerte, konnten wir im Meer Kajak fahren. Das Wasser ist so klar, dass man metertief hinein sehen kann. Wir durften sogar sehr weit vom Schiff weg paddeln, obwohl ich und mein Bruder noch nie mit einem Kajak gefahren waren. Am ersten Tag liehen wir uns sofort vom Sportsteam (Viktor) eine Schnorchelausrüstung aus und testeten sie im ganz klaren Wasser bei Olympos. Wir haben viele kleinere Fische beobachtet. Leider war Olympos der einzige Strand auf dieser Reise, an dem man wirklich schnorcheln konnte. Die Zeit war einfach zu kurz, um alle Sportarten auszunutzen, da es so viele Möglichkeiten gab. Wir hatten keine Zeit mehr, Wasserski zu fahren, das Tauchen auszuprobieren oder mit einem kleinem Boot zu segeln.

Am zweiten Tag machten wir einen Ausflug bei Antalya. Dort besichtigten wir die altrömische Stadt Perge. In Aspendos bei Antalya gibt es auch eines der besterhaltenen römischen Amphitheater. Ich fand es dort wirklich toll, aber die Hitze von über 40 Grad hat uns so geschafft, dass wir später froh waren, wieder auf dem Schiff zu sein und in den Pool springen zu können.

Mein Bruder Franzi, meine Mutter und ich flogen auf die griechische Insel Rhodos, wo die Star Flyer ankerte.

Auf der Star Flyer gibt es zwei Pools: den kleineren am Sonnendeck und den größeren am hinteren Deck. Wir hatten viel Spaß beim Baden. Besonders wenn der Pool etwas Wellengang hatte, konnten wir mit ein paar französischen Kindern, die wir kennengelernt haben, lustige Spiele mit den Badematten im Wasser machen.

Am fünften Tag unserer Segelfahrt ankerten wir vor Kekova. Wir nahmen an einem Ausflug mit dem Titel „Die versunkene Stadt“ teil. Es hörte sich zwar spektakulär an, aber wir waren ein bisschen enttäuscht, denn die Stadt war eigentlich nur von einem Hügel ins Meer gerutscht. Das Besteigen der mittelalterlichen Festung Kaleköy war in der heißen Luft anstrengend, aber oben hatten wir einen gigantischen Ausblick.

Den vorletzten Tag verbrachten wir bei Göcek. Wir beschlossen, am Ausflug teilzunehmen und wurden, wie immer, wenn wir ankerten, mit den Tenderbooten an Land gebracht. Zuerst besichtigten wir die Ausgrabungen rund um die lykische Stadt Tlos, dort sahen wir wieder ein altrömisches Theater, dieses war aber, anders als in Aspendos, halb zerfallen. Die antike Stadt ist eine der ältesten in der Region, die Lykien genannt wird. Mir ist aufgefallen, dass es in der Gegend sehr viele Obstbäume, Olivenbäume und Pinienplantagen gab. Das kommt daher, weil es dort viel Wasser gibt.

Mit der Mama im Amphitheater von Aspendos. Es war so heiß, dass man froh war, hinterher auf dem Schiff schnell in den Pool springen zu können.

Auf diesem Landausflug waren wir auch in einem 14 Kilometer langen Canyon, in dem links und rechts die Felsen 600 Meter in die Höhe ragten. Wir konnten nur einen kleinen Teil der Schlucht erkunden. Toll war, die Füße in das eiskalte Quellwasser zu halten. Die einheimischen Kinder sind sogar von einer Brücke in den Fluss gesprungen.

Wenn wir von solchen Ausflügen auf das Schiff zurückgekommen sind, war das wie heimkommen. Das lag wohl auch daran, dass nur 120 Gäste an Bord waren und wir die meisten vom Sehen her kannten oder schon mit ihnen geredet hatten. Anna, die Cruise-Direktorin, sprach perfekt Französisch, Englisch und Deutsch. Ansonsten war die Bordsprache Englisch und wir merkten zum ersten Mal, wie wichtig es ist, Fremdsprachen zu lernen.

Toll war auch, dass wir immer abends in der Kabine ein Programm für den nächsten Tag vorfanden und zwar ebenfalls in den Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch.

Insgesamt war es eine wunderschöne Reise, das Meer, das Schiff und die Segel im Wind. Aber das Beste überhaupt war, als wir einmal gegen Abend am Bug im Netz lagen und fünf Delfine beobachten konnten, wie sie uns begleiteten. Sie spielten richtig mit dem Schiff und schwammen mit ihm um die Wette. Ich werde das nie vergessen!

DIE REISE-INFOS

DAS SCHIFF Die Star Flyer ist ein Großsegler, der 1991 im Stil historischer Clipperschiffe gebaut wurde (der Name kommt von Clipping the waves = die Wellen schneiden). Das Schiff ist 115 Meter lang und hat vier Masten mit 16 Segeln. Maximal können auf der Star Flyer 170 Passagiere mitfahren. 74 Crewmitglieder kümmern sich um die Urlauber.

DIE ROUTEN Die Star Flyer kreuzt noch bis Ende September im westlichen Mittelmeer und segelt dann über den Atlantik. Bis März fährt das Schiff entlang der Westküste Panamas und Costa Ricas. Ab April 2011 ist die Star Flyer dann wieder im Mittelmeer. Die baugleiche Star Clipper ist ebenfalls noch bis September im östlichen Mittelmeer (griechische Inseln) und kreuzt im Winter in der Karibik.

REISETYP Großsegler oder klassisches Kreuzfahrtschiff, das ist in etwa die Wahl zwischen Roadster oder Familienlimousine. Der eine ist bequem und bietet viel Platz, im anderen spürt man die Natur, Sonne, Wind und Wellen hautnah.

DIE PREISE Eine Mittelmeer-Kreuzfahrt auf der Star Flyer kostet ab 1790 Euro pro Woche, die Karibik-Kreuzfahrt ab 1580 Euro pro Woche, jeweils inklusive Vollpension an Bord. Hinzu kommen die Preise für Getränke, Trinkgeld, Landausflüge und die Anreise (z.B. mit Air Berlin von München nach Rhodos und zurück ab ca. 300 Euro. Im Reisebüro oder unter www.airberlin.com).

KINDERTARIF Für Kinder bis 18 Jahre, die mit ihren Eltern reisen, gilt der Familientarif. Am besten im Reisebüro fragen, da die Angebote schwanken. In diesem Sommer konnten alle Kinder, die mit Eltern oder Großeltern an Bord waren, kostenlos reisen. Lediglich die Hafengebühren waren zu entrichten.

INFO/BUCHUNG Direkt bei Star Clippers in Langenhagen, Tel. 0511/7266590 oder 0800-7827254 (gebührenfrei), www.star-clippers.de. Auch Flüge können hier gebucht werden.

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