Rechtsfalle Download - So beugen Eltern und Kinder vor

+
Eltern haften nicht automatisch, wenn ihre Kinder sich illegal Musik aus dem Netz heruntergeladen haben. Foto: Oliver Berg

Bei der Mediennutzung ihrer Kinder schlottern vielen Eltern die Knie. Besonders knifflig wird es beim Thema Downloads und Urheberrecht. Dabei können Eltern rechtlichen Problemen ganz einfach vorbeugen.

Köln (dpa/tmn) - Ein Klick auf den Download-Button, und schon landen die Titel der CD auf der eigenen Festplatte. Mit Pech kassieren Eltern dafür eine teure Abmahnung wegen illegalen Downloads. Doch Eltern haften nicht immer. Hier eine Übersicht, was Eltern vorbeugend unternehmen können:

Internetvereinbarung beschließen: Der beste Schutz vor einer Abmahnung ist, gar nicht erst illegale Tauschbörsen zu nutzen. Das sollten Eltern ihren Kindern erklären. Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Internetrecht rät Eltern, mit ihren Kindern eine Art Internetvertrag abzuschließen. Darin protokollieren sie, dass sie die Kinder beispielsweise belehrt haben, keine Filesharing-Programme zu nutzen. Vorlagen gibt es im Internet, beispielsweise unter www.mediennutzungsvertrag.de.

Legale Alternativen nutzen: Die Grundregel ist: Wenn etwas normalerweise Geld kostet, sollte man bei Gratisangeboten skeptisch sein, weil niemand etwas zu verschenken hat. Alternativen sind laut der EU-Initiative Klicksafe die Nutzung legaler Online-Shops und kostenloser Streamingdienste oder das Mitschneiden von Musik über das Internetradio. Besonders für Musik gibt es bereits eine Vielzahl an legalen Angeboten im Internet wie Spotify.

Softwareinstallation einschränken: Jüngeren Kindern sollten Eltern keine Administrationsrechte am Computer einräumen, rät Solmecke. So können sie die Installation von Tauschbörsen-Software verhindern. Die Initiative "Schau hin - Was dein Kind mit Medien macht" empfiehlt, Sicherheitseinstellungen bei allen internetfähigen Geräten der Kinder zu aktivieren und Filter zu verwenden. Wichtig sei, das Kind schon früh beim Surfen zu begleiten und es mit möglichen Stolperfallen vertraut zu machen. Zur Sicherung der Geräte bietet die Initiative eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Keine Streaming-Software herunterladen: Generell sollten sich Jugendliche und Eltern vor dem Herunterladen einer Software mit deren Hintergrund beschäftigen, erklärt Solmecke. Er warnt besonders vor illegalen Video-Streaming-Diensten wie Popcorn Time. Das Problem dabei: Klickt ein Nutzer auf "Play", verbreitet er den gesehenen Film automatisch selbst weiter - und riskiert teure Abmahnungen. Die "Schau hin"-Experten raten, sich bei rechtlichen Problemen an die Verbraucherzentrale zu wenden.

Christian Solmecke: Internetrecht für Eltern (pdf)

Christian Solmecke: Handbuch Filesharing (pdf)

Christian Solmecke: Mustervertrag Internetnutzung (pdf)

Klicksafe-Broschüre: Runterladen ohne Reinfall (pdf)

Klicksafe zum Filesharing

Eltern haften nicht automatisch, wenn ihre Kinder von dem PC der Familie aus online illegal Musiktitel getauscht haben. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die Richter bestätigten damit ihre bisherige Rechtsprechung. Im konkreten Fall jedoch wiesen die Richter Revisionen von drei Familien ab, die von Plattenfirmen verklagt worden waren. Sie müssen jetzt Schadenersatz und Abmahnkosten in jeweils vierstelliger Höhe zahlen. (Az.: I ZR 19/14 u.a.)

Die Firmen Warner Music, Sony Music, Universal Music und EMI hatten den Familien Urheberrechtsverletzungen durch das sogenannte Filesharing vorgeworfen. Die Beklagten sollen etliche Musiktitel illegal verfügbar gemacht haben und waren in allen Fällen in den Vorinstanzen zu Schadenersatz und Abmahnkosten verurteilt worden. Dagegen hatten sie Revision eingelegt. Diese scheiterten jetzt.

Mehr zum Thema:

Die Bachelorette 2017: Das sind die Kandidaten

Die Bachelorette 2017: Das sind die Kandidaten

Gomez zu Hass-Tiraden in Braunschweig: "Wie Affen"

Gomez zu Hass-Tiraden in Braunschweig: "Wie Affen"

Ranking: In diesen Berufen gibt es die meisten Urlaubstage

Ranking: In diesen Berufen gibt es die meisten Urlaubstage

Sonnenbaden für Profis: Zwölf coole Extras fürs Cabrio

Sonnenbaden für Profis: Zwölf coole Extras fürs Cabrio

Meistgelesene Artikel

Autofahren bei Hitze: Sind diese fünf Dinge erlaubt?

Autofahren bei Hitze: Sind diese fünf Dinge erlaubt?

Carbage Run: Billige Schrottkiste statt teurer Oldtimer

Carbage Run: Billige Schrottkiste statt teurer Oldtimer

Noch nie geflogen? So wird's garantiert peinlich

Noch nie geflogen? So wird's garantiert peinlich

Wer auf diese zwei Wörter verzichtet, soll erfolgreicher werden

Wer auf diese zwei Wörter verzichtet, soll erfolgreicher werden

Kommentare