Betrug

Polizei warnt vor Online-Börsen: Senior um Geld geprellt

Aufgepasst bei auf sozialen Medien beworbenen Online-Börsen. In Schleswig-Hollstein ist ein 76-Jähriger um 455 000 Euro geprellt worden. Foto: Friso Gentsch/Archiv
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Aufgepasst bei auf sozialen Medien beworbenen Online-Börsen. In Schleswig-Hollstein ist ein 76-Jähriger um 455 000 Euro geprellt worden. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Betrügerische Online-Handelsplattformen stellen neben Enkeltrick und Anrufen von falschen Polizisten eine weitere perfide Masche dar, Menschen um ihr Vermögen zu bringen. Die Polizei ruft zur Vorsicht auf.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Landeskriminalamt (LKA) hat vor Abzocke bei Geldanlagen auf dubiosen Online-Handelsplattformen gewarnt. Konkret geht es um seriös wirkende Portale, die auch in sozialen Medien beworben oder als angeblicher Geheimtipp geteilt werden.

"Bei dieser Art des Betruges handelt es sich um eine weitere perfide Art, Menschen um Ihr Vermögen zu bringen", sagte der zuständige Dezernatsleiter Volker Willert am Mittwoch. Ähnlich wie beim sogenannten Enkeltrick oder den Anrufen falscher Polizisten sei damit eine Vertrauensbindung zum Opfer verbunden.

Laut LKA wurden in Schleswig-Holstein bereits mehrere hundert Fälle angezeigt. Meist sei es bei Summen um 250 Euro geblieben. In einem Fall sei im Kreis Herzogtum Lauenburg aber ein 76-Jähriger um 455 000 Euro geprellt worden. Die Ermittler gehen von einem großen Dunkelfeld aus.

Nach Registrierung auf den Portalen versuchten angebliche Finanzmakler, die Kunden zu immer höheren Anlagebeträgen zu überreden. Druck entstehe durch angeblich zeitlich eng begrenzte Angebote. Dem Anleger werde vorgegaukelt, erfolgreich investiert zu haben.

"Der Kunde kann seine Kontobewegungen und angebliche Gewinne online jederzeit einsehen, ihm stellt sich die eigene Anlageentscheidung als richtig dar", sagte Willert. Am Ende komme es aber meist zum Totalverlust. Anleger merkten den Betrug demnach meist erst, wenn sie sich ihr Guthaben auszahlen lassen wollen. Dann sei entweder kein Kontakt zur Handelsplattform möglich oder der angebliche Berater nicht erreichbar. Oftmals täuschten diese aber auch den Crash der Anlage vor und nutzten die Angst der Anleger vor dem Totalverlust gnadenlos aus.

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