Niedrige Zinsen nutzen - Für wen sich Immobilienkäufe lohnen

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Die niedrigen Zinsen können derzeit potentielle Käufer gut fürs Eigenheim nutzen. Doch sollte die Finanzierung auch langfristig geplant sein. Foto: Andrea Warnecke

Der Traum vom eigenen Haus im Grünen scheint derzeit greifbar nah - denn die Zinsen sind niedrig. Doch wie lange noch? Und wer kann sich ein Haus oder eine Wohnung überhaupt leisten? Immobilien-Käufer sollten die Finanzierung realistisch berechnen.

Bremen (dpa/tmn) - Oft zahlen Käufer ein Haus 20 bis 30 Jahre ab. In dieser Zeit können die derzeit günstigen Zinsen auch wieder steigen - etwa wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins anhebt.

Was sollten Käufer also beachten? "Verbraucher sollten ihre Finanzierung langfristig planen", sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Wichtig ist vor allem, dass sie sich die Annuität - also die jährlichen Zins- und Tilgungs-Raten, sowie die Anschlussfinanzierung auch in Zukunft leisten können. Denn sonst platzt im schlimmsten Fall die gesamte Finanzierung.

Für wen lohnt sich der Kauf einer Immobilie also? Und wie teuer darf das Objekt sein? Schwarz empfiehlt: "Ermitteln Sie zunächst, welche Rate Sie sich pro Monat leisten können." Ein Kassensturz hilft dabei: Wenn Kaltmiete und Sparbetrag bei 1000 Euro pro Monat liegen, dann ergibt sich daraus ein Jahresbetrag von 12 000 Euro. Schwarz rechnet vor: Diesen Betrag teilt man durch eine Annuität von 5 Prozent - bestehend aus 3 Prozent Tilgung und 2 Prozent Zinsen. Daraus ergibt sich eine Kreditsumme von 240 000 Euro. Angenommen der Käufer hat zusätzlich 100 000 Euro Eigenkapital, dann steht ihm eine Summe von 340 000 Euro zur Verfügung.

Davon muss der Käufer rund 12 Prozent an Nebenkosten abziehen - also etwa 40 800 Euro etwa für Notar- und Makler-Gebühren, sowie den Grundbucheintrag. Damit ergibt sich ein Kaufpreis von 300 000 Euro. "Das Darlehen sollte bei einer Annuität von 5 Prozent mindestens eine Zinsbindung von 15 Jahre haben", sagt Schwarz. Bei einer Tilgungsrate von 3 Prozent ist dann etwa die Hälfte der Restschuld abbezahlt. Da die Höhe der Zinsen auch von der Höhe des Eigenkapitals abhängt, sollten Käufer mindestens 20 Prozent aufbringen, rät Schwarz.

Auch ohne Eigenkapital sei ein Kauf machbar: Aber nur wenn beide Partner ein sehr hohes Einkommen haben - sie also in den nächsten 10 Jahren gemeinsam etwa 6000 Euro Nettoeinkommen pro Monat haben. "Dann sollten die Käufer aber zusätzlich eine hohe Tilgungsrate von etwa 5 Prozent wählen", sagt Schwarz. Denn sonst ist der Restschuldbetrag nach 15 Jahren Laufzeit noch sehr hoch. Die Anschlussfinanzierung könnte dann durch steigende Zinsen zu teuer werden.

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