Das waren die Musik-Hits des Jahres

+
Lady Gaga zu Besuch bei der Queen. Sie ist das Schrillste, was das Musikjahr 2009 zu bieten hat.

Hamburg - Große Balladen, grandiose Hits? Fehlanzeige im Jahr 2009. Der Musikmarkt dümpelte vor sich hin. Trotzdem: Ein paar Ohrwürmer bleiben. Was war Ihr Hit des Jahres?

media control Single-Charts bis November 2009

Single-Charts 2009

In Großbritannien wird es das vermutlich erfolgreichste Album des Jahres, in Deutschland kam es erst jüngst auf den Markt. Ein schöner Erfolg einer unscheinbaren Frau im oberflächlichen Popgeschäft, aber ob die leicht schmonzettige Platte Langzeitpotenzial hat? Ganz anders und doch sehr ähnlich liegt der Fall bei den beiden großen Comebacks dieses Jahres: Whitney Houston und Robbie Williams waren schon Stars, und zwar richtig große, als sie im Herbst mit ihren Platten zurück ins Rampenlicht traten: Eine zerrüttete Ehe, Alkohol und Drogen bei der Amerikanerin; ausschweifende Partys, Medikamentensucht und Depressionen bei dem Briten. Sie kam nach siebenjähriger Pause zurück, er brauchte drei Jahre für seine Regeneration. Beide haben noch die Stärken von früher: Großartige Stimme mit viel Gefühl hier, jungenhaft-ironischer Charme und große Entertainer-Qualitäten dort - doch was fehlt in dieser Aufzählung? Richtig, die Musik.

Ständiges Auf und Ab in den Albencharts

Bunte Alben-Charts 2009

Die Alben schafften zwar auf Anhieb den Sprung auf die Eins, hielten sich aber nicht lange, die Songs blieben kaum im Gedächtnis. Anders bei den Klassikern: Viele schmelzen noch heute dahin, wenn sie Houstons “One Moment In Time“ von 1988 hören oder Williams' Balladen “Feel“ (2002) und “Angels“ (1997). Aber U2 hat doch einiges gerissen in 2009, oder? Stimmt, aber wer - außer den echten Fans der irischen Rockband - kann auch nur einen Song der neuen Platte “No Line On The Horizon“ mitsingen? Auch wenn das Werk eine klassische U2-Platte ist, mit etlichen guten Rocksongs, so sind doch die Klassiker die Bringer auf jeder Party und auch auf der Tournee: Bei “Pride“, “With Or Without You“, “I Still Haven't Found“ sangen im Sommer 90 000 im Berliner Olympiastadion wie aus einer Kehle, 10 000 jubelten beim Auftritt der Band im Rahmen der MTV Europe Music Awards vorm Brandenburger Tor - Gänsehaut-Atmosphäre.

Jung und schrill VS. Altmeister des Rock

Das war es, was U2 in diesem Jahr vollbrachte: Phänomenale Konzerte mit einer gigantischen Bühnenkonstruktion, faszinierenden Licht- und Videoeffekten sowie toller - schon etwas älterer - Musik. Neue Musik und eine neue Qualität von Kreischanfällen brachte eine schrille 23-Jährige aus New York: Lady Gaga schmückte mit ihren schräg-sexy Outfits unzählige Titelseiten, machte halbnackt und mit lasziven Posen männliche Teenager heiß und beeindruckte mit Intimbekenntnissen (“Angst vor Sex“) - allein: Von der Musik wird wohl wenig mehr übrig bleiben als die Frage: Wie ging nochmal der Song? Oder war das nicht doch ein anderer?

Teenager werden erwachsen

Bleibt der Blick ins eigene Land: Die derzeit erfolgreichste deutsche Band (nein, nicht die Toten Hosen und nicht die Scorpions) Tokio Hotel haben etwas Besonderes geschafft: Die vier Jungs um die Kaulitz-Zwillinge Bill und Tom sind mittlerweile keine Teenager mehr, und haben mit ihrem dritten Album “Humanoid“ ein Werk vorgelegt, das etwas erwachsener klingt als seine beiden Vorgänger, ohne aber komplett anders zu sein. So können auch die Fans mit ihrer Band älter werden, ohne sich dessen schämen zu müssen. “Humanoid“: Eine Platte, die in einigen Jahren vielleicht als Ankerpunkt der Ex-Teenie-und-nun-Rockband Tokio Hotel gesehen werden könnte - wenn auch möglicherweise nicht für die ganz breite Masse, aber doch immerhin für die große Fanschar. Den Massengeschmack eindeutig getroffen hat hingegen Peter Fox - völlig überraschend. Sein kompromissloses Album “Stadtaffe“ hat Kritiker und Publikum gleichermaßen überrascht - es ist massenkompatibel, aber auch anspruchsvoll, eigenwillig und einfach gut. Aber halt, die Hip-Hop-Platte ist von 2008 - Preise und Ehrungen räumte Peter Fox allerdings in diesem Jahr ab.

Combacks und ein tragischer Tod sorgten für Wirbel:

Musiker und Comebacks 2009

Bei einem Pop-Rückblick 2009 darf ein Name nicht fehlen: Michael Jackson. Sein tragischer Tod am 25. Juni 2009 hat die Menschen in allen Erdteilen bewegt. Der 50-Jährige starb nur wenige Wochen vor seinen geplanten Comebackshows, bei denen er der Welt noch einmal zeigen wollte, dass er der wahre “King of Pop“ ist. Seine Musik beweist das allemal: Neun Alben und 24 Singles standen direkt nach seinem Tod in den deutschen Top 100, Zehntausende tanzten rund um den Globus in Erinnerung an ihren Star den “Moonwalk“, bewegten sich in Zombiekostümen zu “Thriller“, feierten Jackos Andenken mit “Beat It“ und “Billie Jean“. Das wird hängenbleiben im Rückblick auf 2009 - im Ohr und vor dem geistigen Auge: Die Musik und Genialität eines Großen, der gerade gestorben ist und dessen beste Zeit schon etliche Jahre zurückliegt

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Krause-Sause in der Halle 7

Krause-Sause in der Halle 7

Meistgelesene Artikel

Krankmeldung - Das müssen Sie beachten 

Krankmeldung - Das müssen Sie beachten 

Wenn Sie in diesem Laden kaufen, sparen Sie 250 Euro im Jahr

Wenn Sie in diesem Laden kaufen, sparen Sie 250 Euro im Jahr

Hat Wodka Red Bull etwa dieselbe Wirkung wie Kokain?

Hat Wodka Red Bull etwa dieselbe Wirkung wie Kokain?

Weihnachtsmärkte 2017: Wo ist der schönste in Deutschland?

Weihnachtsmärkte 2017: Wo ist der schönste in Deutschland?

Kommentare