Mädchen bestimmen über Aggressionspegel im Klassenzimmer mit

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Das Ergebnis einer Studie zeigt: Wenn die Mädchen einer Klasse aggressives Verhalten stark akzeptieren, verhält sich die Klasse insgesamt aggressiver. Foto: Felix Kästle

Jungen gelten oft als gewaltbereite Störenfriede in der Klasse. Doch darüber, wieviel aggressives Verhalten in einer Schulklasse an der Tagesordnung ist, entscheiden laut einer Studie eher die Mädchen.

Potsdam (dpa/tmn) - Die Einstellung einer Klasse gegenüber Aggression beeinflusst, wie aggressiv sich einzelne Schüler verhalten. Mädchen scheinen dabei im Gegensatz zu Jungs eine entscheidende Rolle zu spielen, wie eine Studie von Psychologen der Uni Potsdam zeigt.

Über drei Jahre hinweg untersuchten die Wissenschaftler 1320 Schüler der siebten und achten Klasse. In einem ersten Schritt wurden mit Hilfe eines Fragebogens die Einstellungen der Schüler gegenüber Aggression erfasst. Aus dem Durchschnitt der individuellen Einstellungen wurde die Klassennorm gebildet. Im zweiten Teil wurde das aggressive Verhalten abgefragt. Die Schüler sollten angeben, wie oft sie im letzten halben Jahr entweder körperlich aggressiv waren (durch Schubsen, Treten oder Beißen) oder anderen Personen psychisch geschadet haben, beispielsweise durch das Vebreiten von Gerüchten.

Die Ergebnisse zeigen: Wird in einer Klasse Aggression eher toleriert, zeigen die Schüler auch mehr aggressives Verhalten. Insbesondere dann, wenn die Mädchen einer Klasse solches Verhalten stark akzeptierten, verhielt sich die Klasse insgesamt aggressiver. Einen möglichen Grund dafür sehen die Autoren darin, dass sich die Mädchen untereinander in ihrer Einstellung gegenüber Aggression einiger waren als die Jungen. Als einheitlichere Gruppe übten sie dementsprechend mehr Einfluss auf die gesamte Klasse aus.

In Klassen hingegen, die solches Verhalten nur gering tolerieren, verhalten sich die einzelnen Schüler weniger aggressiv - unabhängig von ihrer eigenen Einstellung.

Aus der Studie lassen sich Erkenntnisse zur Gewaltprävention ableiten: Wenn es gelingt, in einer Gruppe die Einstellung zu verankern, dass aggressives Verhalten nicht akzeptabel ist, passen sich mit der Zeit auch die aggressiven Einzelnen dieser Norm an.

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