Faszination Feuer

Wie werde ich Ofen- und Luftheizungsbauer/in?

Der Auszubildende Julian Schmidt lernt viel in der Praxis - zum Beispiel beim Verputzen von Ofenkacheln. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
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Der Auszubildende Julian Schmidt lernt viel in der Praxis - zum Beispiel beim Verputzen von Ofenkacheln. 
Der 18-Jährige Julian Schmidt ist durch Zufall auf den Beruf des Ofen- und Luftheizungsbauers aufmerksam geworden.
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Der 18-Jährige Julian Schmidt ist durch Zufall auf den Beruf des Ofen- und Luftheizungsbauers aufmerksam geworden. 
Als angehender Ofen- und Luftheizungsbauer ist Julian Schmidt in vielen Privathaushalten unterwegs: Hier verfugt er Schamottsteine in einem Ofenaufsatz. 
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Als angehender Ofen- und Luftheizungsbauer ist Julian Schmidt in vielen Privathaushalten unterwegs: Hier verfugt er Schamottsteine in einem Ofenaufsatz.
Julian Schmidt arbeitet viel mit den Händen - etwa, wenn er Schamottsteine für einen Ofen mit Lehm verfugt. 
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Julian Schmidt arbeitet viel mit den Händen - etwa, wenn er Schamottsteine für einen Ofen mit Lehm verfugt. 
Ofen- und Luftheizungsbauer wie Azubi Julian Schmidt und sein Kollege Michael Laatz (rechts) arbeiten in den privaten Wohnräumen ihrer Kunden. Da ist Sensibilität und Verständnis für die Kundenwünsche nötig. 
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Ofen- und Luftheizungsbauer wie Azubi Julian Schmidt und sein Kollege Michael Laatz (rechts) arbeiten in den privaten Wohnräumen ihrer Kunden. Da ist Sensibilität und Verständnis für die Kundenwünsche nötig. 
Für ein behagliches Wohnzimmer: Julian Schmidt und sein Kollege Micahel Laatz verfugen einen Kachelaufsatz. Darin wird später die Wärme aus dem Ofen gespeichert und langsam an den Raum abgegeben.
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Für ein behagliches Wohnzimmer: Julian Schmidt und sein Kollege Micahel Laatz verfugen einen Kachelaufsatz. Darin wird später die Wärme aus dem Ofen gespeichert und langsam an den Raum abgegeben. 

Ofen- und Luftheizungsbauer sorgen dafür, dass es in Wohnhäusern behaglich warm wird. Sie kennen sich nicht nur mit Dämmung und Brandschutz aus - wer den Beruf erlernen will, sollte auch ein Gespür für die Kunden haben.

Mölln (dpa/tmn) - Wenn Julian Schmidt zu seinen Kunden kommt, bringt er Gemütlichkeit mit. Nicht etwa, weil er zum Kaffeekranz einlädt oder Entspannungsmusik auflegt.

Julian Schmidt sorgt vielmehr für Wärme, Licht und Feuerknistern im Wohnzimmer: als Auszubildender zum Ofen- und Luftheizungsbauer. Ein Beruf, der fast schon in Vergessenheit geraten ist. "Jeder, dem ich davon erzähle, fragt anfangs, was das für ein Beruf ist", erzählt der 18-Jährige. 2017 schlossen nach Informationen des Bundesinstituts für Berufsbildung insgesamt 102 neue Azubis einen Vertrag ab. 

Auch Schmidt selbst wusste nur wenig über den Traditionsberuf, als er sich nach seinem Hauptschulabschluss auf eine Ausbildungsstelle beim Familienbetrieb Pult in Mölln bewarb, einer Kleinstadt südlich von Lübeck (Schleswig-Holstein). "Es war Zufall. Ich habe die Anzeige im Internet gefunden, dann zwei Wochen Praktikum gemacht, und schließlich bin ich in die Ausbildung gegangen", erinnert sich der Lehrling. Inzwischen ist er im dritten Ausbildungsjahr und weiß längst, was den Beruf auszeichnet: "Man macht nicht immer das Gleiche. Wir bauen Öfen in den verschiedensten Formen, rund oder eckig, und mit unterschiedlichsten Baumaterialien."

Allroundtalente gesucht

Die Vielseitigkeit der Ausbildung ist ihr Vorteil und ihre Schwierigkeit zugleich, weiß Tim Froitzheim vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. "Man muss ein Stück weit alles können: Mit dem Kunden umgehen, sich mit der Technik auskennen, handwerklich grobe und feine Arbeiten durchführen können", sagt er. Ofen- und Luftheizungsbauer arbeiten einerseits mit schweren Steinen und Baustoffen, müssen andererseits aber auch feinmechanisch tätig werden.

Sie brauchen räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität und handwerkliches Geschick, genauso wie mathematische und physikalisch-technische Kenntnisse. "Unterm Strich würde ich aber sagen, das Wichtigste ist die soziale Kompetenz. Sie arbeiten in Privaträumen an Anlagen, die für die Kunden eine hohe Wertigkeit haben. Da ist eine gewisse Sensibilität nötig", findet Froitzheim

Großer Aufgabenbreich

Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Kamin reicht das Tätigkeitsspektrum der Ofen- und Luftheizungsbauer. Sie planen die Öfen mit 3D-Programmen, fertigen Anlagenteile in Handarbeit, montieren und installieren sie. Industriell gefertigte Feuerstätten müssen angeschlossen, elektrische Steuereinrichtungen geprüft werden. Auch die Kundenberatung, sowie die Wartung der Geräte gehört zum Beruf. Im ersten Ausbildungsjahr verdienen Lehrlinge in tarifgebundenen Betrieben laut Bundesagentur für Arbeit je nach Bundesland zwischen 400 und 755 Euro monatlich. Im dritten Lehrjahr liegt das Gehalt etwa zwischen 525 und 930 Euro im Monat.

Karrieremöglichkeiten

Mit bestandener Gesellenprüfung bieten sich zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. So können Ofen- und Luftheizungsbauer einen Meister machen oder Fächer wie Bauingenieurwesen oder Innenarchitektur studieren. "Gerade selbstständige Ofenbauer verdienen oft sehr gut. Durch die geringe Anzahl an Ofenbauern ist es teilweise ein sehr exklusiver Beruf", so Tim Froitzheim.

Brandschutz und Wärmedämmung

Exklusiv sind dafür auch die Herausforderungen: Jeder Kunde, jeder Wohnraum und jeder Kamin bieten unterschiedliche Schwierigkeiten, erklärt Florian Pult, Geschäftsleiter der Pult GmbH und Ausbilder von Julian Schmidt. "Immer wieder neu auf die Gegebenheiten vor Ort einzugehen, die Wünsche der Kunden zu realisieren, ist die größte Herausforderung", so Pult. Besonders wichtig sei ihm, dass seine Auszubildenden sich intensiv mit den Themen Brandschutz und Wärmedämmung auseinandersetzten. "Sonst kann das ganze Haus irreparable Schäden nehmen."

Beruf mit Zukunft

Mit dieser Verantwortung weiß Julian Schmidt inzwischen umzugehen. "Es wäre schön, wenn ich in dem Beruf weiterarbeiten kann", sagt er. Und obwohl der Traditionsberuf inzwischen Seltenheitswert hat, Zukunftssorgen macht sich Schmidt nicht. Er glaubt, dass Ofen- und Luftheizungsbauer gerade wieder viele Aufträge haben. "Es kommen mehr Neugeräte und Leute, die einen alten Ofen hatten, wollen meistens einen neuen", erklärt er.

Generationsübergreifende Leidenschaft

Die Faszination Feuer - sie bleibt bestehen. Auch Tim Froitzheim hat diese Erfahrung gemacht: "Die Begeisterung für Feuerstätten zieht sich durch alle Altersklassen und Bevölkerungsschichten. Das Urige im Feuer ist ein Ausgleich zur modernen Welt."

Berufsprofil bei der Arbeitsagentur

Ausbildungszahlen des BIBB

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