Beruf mit vielen Saiten

Wie werde ich Klavierbauer/in?

Leidenschaft zum Beruf gemacht: Paula Kiechle absolviert in der C. Bechstein Manufaktur im sächsischen Seifhennersdorf eine Ausbildung zur Klavierbauerin. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
1 von 10
Leidenschaft zum Beruf gemacht: Paula Kiechle absolviert in der C. Bechstein Manufaktur im sächsischen Seifhennersdorf eine Ausbildung zur Klavierbauerin. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Mit jedem Handgriff ein Schritt näher am fertigen Instrument: Paula Kiechle, Azubi bei C. Bechstein, mit ihrem Ausbildungsleiter Reinhardt Glaß. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
2 von 10
Mit jedem Handgriff ein Schritt näher am fertigen Instrument: Paula Kiechle, Azubi bei C. Bechstein, mit ihrem Ausbildungsleiter Reinhardt Glaß. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Auszubildende Paula Kiechle in der Werkstatt im C. Bechstein Centrum Sachsen. Für den Job ist die 19-Jährige extra aus dem Allgäu nach Seifhennersdorf gezogen. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
3 von 10
Auszubildende Paula Kiechle in der Werkstatt im C. Bechstein Centrum Sachsen. Für den Job ist die 19-Jährige extra aus dem Allgäu nach Seifhennersdorf gezogen. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Musikerin und Handwerkerin: Für Paula Kiechle war die Ausbildung zur Klavierbauerin die Gelegenheit, zwei Leidenschaften miteinander zu verknüpfen. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
4 von 10
Musikerin und Handwerkerin: Für Paula Kiechle war die Ausbildung zur Klavierbauerin die Gelegenheit, zwei Leidenschaften miteinander zu verknüpfen. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Feine Mechanik für große Töne: Angehende Klavierbauer lernen alle Teile des Instruments genau kennen - hier zum Beispiel die Dämpfung. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
5 von 10
Feine Mechanik für große Töne: Angehende Klavierbauer lernen alle Teile des Instruments genau kennen - hier zum Beispiel die Dämpfung. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Jedes Teil muss passen: Die angehende Klavierbauern Paula Kiechle mit ihrem Ausbildungsleiter Reinhardt Glaß. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
6 von 10
Jedes Teil muss passen: Die angehende Klavierbauern Paula Kiechle mit ihrem Ausbildungsleiter Reinhardt Glaß. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Lieblingsaufgabe Stimmen: Zweieinhalb Stunden darf Paula Kiechle jeden Tag dafür sorgen, dass an den Flügeln und Klavieren von C. Bechstein jeder Ton richtig klingt. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
7 von 10
Lieblingsaufgabe Stimmen: Zweieinhalb Stunden darf Paula Kiechle jeden Tag dafür sorgen, dass an den Flügeln und Klavieren von C. Bechstein jeder Ton richtig klingt. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
Klavierbau ist nicht nur filigrane Mechanik, sondern auch grobes Handwerk. Deshalb gehört zur Lehre von Azubi Paula Kiechle auch eine sogenannte Holzgrundausbildung. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn
8 von 10
Klavierbau ist nicht nur filigrane Mechanik, sondern auch grobes Handwerk. Deshalb gehört zur Lehre von Azubi Paula Kiechle auch eine sogenannte Holzgrundausbildung. Foto: Pawel Sosnowski/dpa-tmn

Greift ein Konzertpianist in die Tasten, muss jeder Ton richtig klingen. Das klappt nur, wenn Tasten, Hämmerchen und Saiten gut zusammenspielen - und dafür sorgt der Klavierbauer. Ein gutes Gehör ist in dem Beruf genauso gefragt wie Fingerspitzengefühl.

Seifhennersdorf (dpa/tmn) – In der Familie Kiechle spielt jeder ein Instrument. Bei der 19-jährigen Paula ist es das Klavier. Musik hatte sie als Abiturfach, inzwischen absolviert sie bei der Firma C. Bechstein eine Ausbildung zur Klavierbauerin.

"Hier kann ich die Leidenschaft zur Musik mit dem handwerklichen Geschick verbinden", begründet Paula Kiechle ihre Entscheidung. Das Traditionsunternehmen C. Bechstein Pianofortefabrik, einer der größten europäischen Klavier- und Flügelhersteller, bildet pro Jahr sechs Lehrlinge aus. "Man muss ein Musikinstrument spielen können, um das Gespür zu haben, wie sich für den Pianisten das Instrument anfühlt", sagt Ausbildungsmeister Reinhardt Glaß. "Außerdem testen wir unsere zukünftigen Lehrlinge zwei Tage praktisch, um herauszufinden: Haben sie die motorischen Fähigkeiten, die Geduld, die Fingerfertigkeit und das Geschick?"

Paula Kiechle macht das Stimmen am meisten Freude. Dabei kommt es laut Ausbildungsmeister Glaß nicht auf ein absolutes Gehör an. "Es geht darum, aus den vielen Nebengeräuschen das eigentlich Wichtige, die Schwebung herauszuhören."

Am Anfang der insgesamt dreieinhalbjährigen Ausbildung steht eine zehnwöchige Holzgrundausbildung. Da wird gesägt, gehobelt und gebaut. Später liegt der Schwerpunkt laut Ausbildungsmeister Glaß auf dem Spielwerk - also allem, was mit der Klaviatur, der Mechanik und dem Ton zu tun hat.

Für alle angehenden Klavierbauer Deutschlands gibt es eine Berufsschule: die Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg. Jeder Auszubildende zieht zweimal pro Lehrjahr für sechs Wochen Blockunterricht nach Baden-Württemberg.

Gunther Schaible ist gelernter Klavierbaumeister und unterrichtet dort seit 1983. Die Hälfte der Azubis, die bei ihm die Schulbank drücken, sind Abiturienten. Die Ausbildungsvergütung für Lehrlinge des Klavierbaus liegt laut Schaible, der auch Vorstandsmitglied im Bund deutscher Klavierbauer ist, zwischen 400 und 800 Euro pro Monat. Bei C. Bechstein geht es mit 630 Euro im ersten Lehrjahr los.

Der Bedarf an Auszubildenden ist zwar da. Dennoch kommen meistens etliche Bewerber auf eine Stelle, so dass man sich rechtzeitig kümmern sollte – etwa ein Jahr vorher, empfiehlt Schaible. Auch an fertigen Klavierbauern gibt es großen Bedarf, weiß der Berufsschullehrer.

C. Bechstein-Ausbildungsmeister Glaß spricht von hundertprozentigen Anstellungschancen: "Wenn Sie nicht das Tafelsilber klauen oder sich sonst wie anstellen – wir bilden ganz gezielt aus für den eigenen Bedarf und die Kundenbetreuung." Seiner Erfahrung nach bleibt ein Drittel der fertigen Gesellen im Betrieb, ein weiteres Drittel "schwärmt aus", das letzte Drittel qualifiziert sich weiter.

Weiterbilden können sich Klavierbauer, indem sie die Meisterprüfung ablegen oder ein weiterführendes Studium absolvieren. Und einen Job finden Klavierbauer laut Schaible vor allem in Handwerksbetrieben - und weniger in der Industrie. "In der Industrie sitzt ein Klavierbauer eher in der höheren Etage, in der Planung oder der Konstruktion", erzählt Schaible. "Im Handwerk, in der Reparatur, ist es sehr vielschichtig, da macht der Klavierbauer alles selbst."

Das bringt laut Schaible eine große Vielseitigkeit: Man arbeite sowohl in der Werkstatt wie im Verkauf und auch bei der Kundschaft. Dazu gehört das Stimmen im Wohnzimmer ebenso wie die Konzertbetreuung in großen Sälen. Das reizt auch Paula Kiechle nach der Ausbildung. "Ich möchte gerne zu Kundenstimmungen gehen. Den Bereich "Stimmen", der mir jetzt so viel Spaß macht, möchte ich ausbauen. Mit den Menschen in Kontakt zu sein, das ist das Ziel."

Job-Steckbrief Klavier- und Cembalobauer mit Schwerpunkt Klavierbau im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit

Das könnte Sie auch interessieren

Saab: Statement für Individualisten

Obwohl die Automarke nicht mehr existiert, Saab gilt Fans als Statement für Individualisten. Klicken Sie sich durch die Modelle des …
Saab: Statement für Individualisten

Eis und Schnee: Dieses Bußgeld droht Autofahrern

Falsches Verhalten auf winterlichen Straßen kann teuer werden. Hier die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten.
Eis und Schnee: Dieses Bußgeld droht Autofahrern

Von diesen Putz-Tricks haben Sie noch nicht gehört

Es sammeln sich Krümel in der Tastatur und Spinnenweben auf dem Fliegengitter? In der Fotostrecke sehen Sie, wie Sie diese Schmutzquellen ganz leicht …
Von diesen Putz-Tricks haben Sie noch nicht gehört

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Entweder sind wir zu faul oder hängen zu sehr an unseren alten Sachen - doch in der Fotostrecke sehen Sie, welche Dinge Sie im Wohnzimmer …
Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Meistgelesene Artikel

Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch

Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch

Lohntransparenz: Wieviel verdienen eigentlich die anderen?

Lohntransparenz: Wieviel verdienen eigentlich die anderen?

Überraschend: So läuft eine Bewerbung bei Tesla ab

Überraschend: So läuft eine Bewerbung bei Tesla ab

Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: Deutsche Firma führt 25-Stunden-Woche ein

Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: Deutsche Firma führt 25-Stunden-Woche ein