Wie geht es nach dem Abitur weiter?

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Im Moment schwitzen die Abiturienten noch über ihren Prüfungen, wobei die Prüfungsaufgaben im Fach Mathematik schon hohe Wellen quer durch die Republik schlugen.

Bald ist es jedoch geschafft und die jungen Erwachsenen können erleichtert ihre Stifte fallenlassen. Ein wichtiger Lebensabschnitt ist geschafft und es stellt sich die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Junge Leute haben heute viele Optionen! Studium oder Lehre, FSJ oder Ausland, Hotel Mama oder WG. Wir nehmen sie unter die Lupe!

Studium oder Ausbildung?

Nicht jeder Abiturient weiß schon genau, was er einmal werden will, doch davon hängt die Beantwortung dieser Frage wesentlich ab. Ein Studium oder eine Ausbildung unterscheiden sich in einem Punkt ganz wesentlich voneinander: Der eine Weg verursacht Kosten, der andere spült von Anfang an Geld in die Kasse.

Rund ums Studium

Die Allgemeine Hochschulreife ist die Voraussetzung dafür, an einer deutschen oder internationalen Universität studieren zu können. Allerdings muss man sich für einen Studienplatz bewerben und unter Umständen einige Semester warten. Entweder weil es einen Numerus clausus gibt oder weil die Studienplätze alle besetzt sind. Auch wenn man gern in einer bestimmten Stadt oder an einer bestimmten Uni studieren will, muss man eventuell mit Wartezeiten rechnen. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt in mehreren Runden und nach verschiedenen Kriterien. Eines davon ist die Wartezeit.

Wer sich nicht auf ein bestimmtes Fach oder eine bestimmte Uni festgelegt hat, wird leichter an einen Studienplatz kommen. Ein Wechsel der Hochschule und/oder des Fachs ist auch nach der Immatrikulation noch möglich, wirkt sich aber auf die Zahlung des BAföGs aus. Am Ende der verlängerten Studienzeit gibt es dann nämlich nur noch einen BAFÖG-Kredit.

Übrigens: Im Bereich Medizin werden ab 2020 keine Wartesemester ehr angerechnet.

Wer studiert, bekommt weiterhin Kindergeld und eventuell auch BAFÖG – Das richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Theoretisch ist das Erststudium in den meisten Bundesländern kostenlos (außer in Bayern, Hamburg und Niedersachsen), praktisch fallen jedoch zweimal jährlich Semestergebühren an, die einige Hundert Euro betragen können.

Wer den Bachelor erfolgreich gemeistert hat, kann sich für ein Master-Studium bewerben. Und dann heißt es: Ab ins Berufsleben! Mit einer Ausbildung beginnt man jedoch schon deutlich früher damit, Geld zu verdienen.

Eine Ausbildung kann viele Vorteile haben

Das Abitur zu haben bedeutet nicht, dass man nun auch unbedingt studieren muss. Im Gegenteil stehen einem mit diesem höchsten Schulabschluss alle Wege offen – auch die zu einer klassischen Ausbildung. Natürlich sind hier Bewerber mit Hochschulreife gern gesehen, immerhin werden sie den theoretischen Teil der Ausbildung leicht meistern. Ausbildungsberufe gibt es unzählige, von Anlagenmechaniker bis Zahnarzthelferin. Der Vorteil: Man verdient bereits ab dem ersten Monat Geld. Das Ausbildungsgehalt steigt mit jedem Jahr an, insgesamt dauert eine Ausbildung in der Regel drei Jahre.

Es hält sich das Vorurteil, Hochschulabsolventen würden in jedem Fall besser verdienen. Dem ist nicht zwingend so, es gibt auch arbeitslose und unterbezahlte Akademiker. Wer einen „handfesten“ Beruf gelernt hat, kann sich zudem weiterbilden und etwa seinen Meister absolvieren.

Vielleicht hängt die Entscheidung für den beruflichen Weg jedoch auch am Wohnort der Eltern? Manche jungen Erwachsenen möchten unbedingt noch ein paar Jahre im Nest sitzen bleiben, während andere es kaum erwarten können, endlich in den eigenen vier Wänden zu leben.

Hotel Mama oder WG?

Endlich ausziehen und frei sein! Oder?

Die eigene Wohnung assoziieren viele junge Erwachsene mit der totalen Freiheit. Endlich nicht mehr den Anweisungen der Eltern folgen, sondern tun, was immer man will! Doch die Realität kann dem einen oder anderen Nestflüchtling einen Schock versetzen. Nicht nur, dass man sich nun selbst Gedanken machen muss, wie der Kühlschrank gefüllt oder die Miete bezahlt wird, Kühlschrank und Wohnung müssen erst besorgt werden. Wer die heimischen Kinderzimmermöbel nicht mitnehmen kann, braucht eine neue Einrichtung, die natürlich auch kräftig zu Buche schlägt.

Einfacher hat es, wer in eine WG oder sogar in ein Studentenwohnheim zieht. Die zu vermietenden Zimmer sind häufig schon möbliert. Doch ganz frei ist man nun auch nicht mehr, sondern muss sich mit seinen Mitbewohnern einigen. Es braucht einen Haushalts-, Einkaufs- und Putzplan und häufig gute Nerven, denn Konflikte treten immer mal auf.

Hotel Mama

Wenn die Ausbildung oder das Studium in der Nähe der Eltern absolviert werden, dann bietet es sich an, daheim wohnen zu bleiben. Das hat viele finanzielle und praktische Vorteile, doch auch das muss nicht reibungslos ablaufen. Viele Eltern haben Probleme damit, dass ihr „Junges“ jetzt schon „flügge“ wird, und können schwer loslassen. In jedem Fall sollte man die verbleibende Zeit nutzen und auch genießen – sie wird so nie wiederkommen.

Die Frage nach dem Wohnort klärt sich jedoch ganz schnell, wenn der frischgebackene Abiturient sich entscheidet, ins Ausland zu gehen oder ein FSJ zu machen!

FSJ oder Ausland?

Das Freiwillige soziale Jahr

Das FSJ schult in vielerlei Hinsicht: Es bietet die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren, erlaubt einen tiefen Einblick in einen bestimmten sozialen oder kulturellen Bereich und ist perfekt für Unentschlossene geeignet, die noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben machen wollen. Ein FSJ kann an vielen Standorten in Deutschland absolviert werden, sodass man zunächst für eine kleine Weile ausziehen kann. Alternativ kann auch ein Freiwilliges ökologisches Jahr absolviert werden. Die Vergütung ist als Taschengeld einzuordnen, um Unterkunft und Verpflegung muss man sich jedoch nicht selbst kümmern. Der Träger kümmert sich um die Krankenversicherung und bis zu einem Alter von 25 Jahren wird auch das Kindergeld weitergezahlt.

Ab ins Ausland!

Die weite Welt zu entdecken ist der Traum vieler junger Menschen, und die Zeit nach dem Abitur ist dafür perfekt geeignet. Man ist noch nicht in einen beruflichen Alltag oder durch familiäre Verpflichtungen eingespannt und kann sich frei entfalten. Eines der beliebtesten Reiseländer ist sicherlich die USA, dicht gefolgt von Australien, Neuseeland und Kanada. Für das Auslandsjahr nach dem Abi gibt es viele Möglichkeiten: Au Pair, Work and Travel, Sommercampbetreuung oder Farmarbeit. Auch ein oder zwei Semester im Studium können fernab der Heimat absolviert werden. Eines ist klar: Von dieser Erfahrung profitieren Jugendliche immens. Der Aufenthalt im Ausland eröffnet neue Horizonte und kann ein wichtiger Meilenstein auf den Weg zum Erwachsenwerden sein.

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