Was der Arbeitnehmer der Zukunft können muss

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Wie wird der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Was sollten Arbeitnehmer künftig können und welche Fähigkeiten werden weniger wichtig?

Für einige Generationen war das Arbeitsleben zwar körperlich anstrengend, doch zumindest wussten sie beim Eintritt, was sie in den kommenden Jahrzehnten erwartet.

Sicher, auch unsere Großeltern bekamen neue Maschinen und Unterstützungen, doch die Schmiedekunst war auch nach dreißig Jahren immer noch das: die Schmiedekunst. Mittlerweile ist das anders. Schon seit einigen Jahren verändert sich das Büroleben gefühlt jährlich und die Innovationen, die Ende des letzten Jahrhunderts in Büros noch als Sensation und "modernste Neuigkeiten" gefeiert wurden, würden heute spielend leicht einen Platz in Quizshows finden. Welcher Schulabgänger weiß heute auf Anhieb, was eine Diskette ist oder könnte gar ein Lochband erkennen? Mit der fortschreitenden Digitalisierung kommen natürlich weiterhin viele Veränderungen auf Arbeitnehmer zu, vor denen weder Berufseinsteiger noch Veteranen gefeit sind. Dieser Artikel schaut sich mal an, welche Fähigkeiten ein Arbeitnehmer heute und bald mitbringen muss.

Die Fähigkeiten der Zukunft

Verglichen mit dem Arbeitsalltag von vor zwanzig, dreißig Jahren, greifen selbst Azubis am ersten Arbeitstag auf viel technische Unterstützung zurück. Genau in dieser Hinsicht wird sich das Leben der Arbeitnehmer weiterhin verändern. Die technischen Hilfen werden immer ausgefeilter und übernehmen auch selbstständig Aufgaben, die früher noch händisch erledigt werden mussten. Kaum ein Mitarbeiter bei Rechtsanwälten muss noch mühselig anhand des Streitwerts die Gebührentabelle durchsuchen und per Taschenrechner eine Rechnung erstellen. Das läuft längst mit wenigen Klicks: Streitwert eintragen, Gebühr aus der Liste suchen, auf Ergebnis klicken und die Rechnung ist fertig. Und in der Zukunft? Einige Beispiele:

  • Soziale Interaktion - umso stärker die Technik wird, desto mehr müssen Mitarbeiter sich auf das konzentrieren, was die Technik noch nicht kann. Im Arbeitsalltag heißt das, dass Angestellte in vielen Bereichen sozial interagieren müssen. Sie sind der menschliche Ansprechpartner für Kunden und Interessenten. Die Nachbearbeitung der Anfragen erfolgt wiederum über computergestützte Programme, die Angebote erstellen oder Material zusammenstellen.
  • Medienumgang - die sozialen Plattformen werden für Unternehmen immer wichtiger. Und das bedeutet für Angestellte, dass sie auf eben diesen Plattformen Kunden und Interessenten betreuen müssen. Die Beratungsgespräche verlagern sich auf Chats, Videochats oder auch Kommentarfelder. Jeder Mitarbeiter muss daher eine sozial-mediale Kompetenz beweisen.
  • Analyse - mit dem Online-Dasein kommt auch die Fähigkeit auf, erahnen zu können, wohin die Reise geht. Im Kleinen kann das bedeuten, dass ein Mitarbeiter anhand des Facebookprofils des Unternehmens erkennen können muss, welche Produkte die kommentierenden Kunden besonders nachfragen. Im Großen heißt das, dass der Mitarbeiter Analysetools kennen und beherrschen muss, um die Marktlage vorauszubestimmen und die richtigen Schritte einleiten zu können.

Grundsätzlich gibt es nicht den "Mitarbeiter von morgen". Ebenso wenig gibt es die "Digitalisierung von morgen", denn wie weit ein Unternehmen geht, hängt immer vom Unternehmen und der Branche ab. Ein Kleidung verkaufendes Unternehmen mit Onlineshop wird stets wesentlich digitaler aufgestellt sein, als der Schreiner oder Installateur. Beide Handwerksbetriebe digitalisieren sich zwar mittels CNC-Maschinen oder unterstützenden Computerprogrammen, doch die mediale Arbeit in sozialen Netzwerken ist wesentlich irrelevanter. Doch selbst im Schreinerhandwerk geht nichts an einer gewissen Digitalisierung vorbei, denn Möbelstücke, Innenausbauten oder Maßfenster werden längst am PC visualisiert und geplant.

Umgang mit Software

Generell ist es so, dass es heute schon nahezu unmöglich ist, im Beruf an Softwares oder Computern vorbeizukommen. Selbst Berufe, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit der digitalen Welt zu tun haben, setzen auf Softwares. In den pflegenden Berufen werden Patientenakten längst digital geführt und Pflegetagebücher am PC geschrieben. Im Garten- und Landschaftsbau werden Baustellen am Computer geplant und vermessen und schließlich anhand der erstellen Pläne realisiert. Es geht also kein Weg an Software vorbei. Und was bedeutet das für den Angestellten? Ein Überblick:

  • Interesse - unabhängig davon, ob es sich um einen Azubi oder einen erfahrenen Angestellten handelt, ein Interesse an Softwarelösungen ist stets notwendig. Mitarbeiter können sich nicht davor verschließen und sollten auch privat mit neuen Techniken oder Softwares probieren. Hier gilt das Maxim: Umso mehr Programme wenigstens schon mal gesehen wurden, desto einfacher ist es, sich in eine Software einzuarbeiten.
  • Ausprobieren - das geht mit dem ersten Punkt Hand in Hand. Angestellte dürfen keine Berührungsängste mit Neuerungen oder Softwares haben. Die Systeme von heute gehen nicht kaputt, wenn mal falsch geklickt wurde. Wer sich auch privat immer mal wieder in ein Programm - welcher Art auch immer - einarbeitet, hat es im Berufsleben einfacher.
  • Schulungen/Fortbildungen - berufsspezifisch kann sich ein Angestellter ebenfalls vorbereiten. Es gibt etliche Schulungen und Fortbildungen, die übrigens auch auf dem Lebenslauf gut aussehen. Wer sich privat in SAP oder einem anderen ERP-System ausbilden lässt, hat es im Berufsleben leichter. Denn viele Betriebe setzen auf eine ERP-Lösung. Die einzelnen Systeme variieren zwar massiv von Unternehmen zu Unternehmen, doch wer zumindest die Grundlagen schon kennt, der arbeitet sich einfacher ein.

Gerade die wichtigsten Systeme, ERP und CRM, werden branchen- und unternehmensspezifisch zusammengestellt und können daher in allen Einzelheiten nur im jeweiligen Betrieb gelernt werden. Aber auch hier können Angestellte ansetzen und nach Fortbildungen und Qualifikationen fragen. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht und sollte ebenfalls daran interessiert sein, seine Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten.

Weitere wichtige Faktoren

Bei all den technischen Neuerungen, die noch kommen werden, müssen Arbeitnehmer aber noch eine ganz andere Fähigkeit lernen, beziehungsweise wieder erlernen. Denn trotz Smartphones, Tablets, Onlinezugang zum Unternehmensnetzwerk müssen Mitarbeiter lernen, abzuschalten. Und vielleicht ist dies die schwierigste Herausforderung von allen, da hier notfalls dem Vorgesetzten erklärt werden muss, dass keine Mail sonntagnachts um drei beantwortet wird oder das Smartphone auch nicht mit unter die Dusche kommt.

Fazit - Offenheit ist das wichtigste Kriterium

Ein wenig skeptisch gegenüber den technischen Errungenschaften zu sein oder nicht jede Software gleich mit offenen Armen zu empfangen ist völlig natürlich. Doch muss der Mitarbeiter von Morgen noch wesentlich offener sein, als heute. Und das heißt auch, Aufgaben an ein Programm abzugeben und sich um andere Aufgabenfelder zu kümmern.

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