Softwareriese tritt auf Kostenbremse

SAP vertraut voll auf die Datenwolke

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Die beiden Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

Walldorf - Softwareriese SAP setzt auf rasantes Wachstum mit der Cloud. Schon 2013 will der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware damit eine Milliarde Euro umsetzen.

Nach diversen Zukäufen in der Cloud will Europas größter Softwarehersteller SAP seine Erlöse in der Datenwolke noch in diesem Jahr nahezu verdoppeln. Das kündigten die beiden Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe am Mittwoch am Unternehmenssitz in Walldorf an. Demnach will der Dax-Konzern beim Umsatz 2013 die Marke von einer Milliarde Euro knacken. 2012 lagen die Erlöse noch bei 456 Millionen Euro.

Nach der Produktoffensive der vergangenen Jahre will SAP nun zugleich sparsamer haushalten. „Wir werden überall Kosten zurückfahren und schlanker werden“, sagte McDermott der Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Wir werden nicht mehr so viel einstellen.“ In den vergangenen Jahren hatte SAP viele neue Leute an Bord genommen.

„Die Cloud hat für uns erst richtig mit dem Zukauf von SuccessFactors begonnen“, sagte Snabe. „Nun haben wie die Geschwindigkeit, um innovative Lösungen zu liefern.“

Der Weltmarktführer für Firmensoftware war zuletzt mit Milliarden-Zukäufen ins Cloud-Geschäft vorgestoßen - etwa mit der Übernahme des US-Unternehmens SuccessFactors. Die Firma ist im sogenannten Cloud-Computing unterwegs, wo Anwendungen den Kunden online über Rechenzentren zur Verfügung gestellt werden. Darauf folgte Ariba, eine IT-Einkaufsplattform für Großunternehmen im Netz. Bis 2015 will SAP in der Datenwolke 2 Milliarden Euro umsetzen.

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Die neuen Geschäftsfelder hatten SAP beim Umsatz zuletzt einen kräftigen Wachstumsschub von 14 Prozent auf 16,22 Milliarden Euro gegeben. Im klassischen Softwaregeschäft war das Plus sogar noch größer. Die Eckdaten dazu hatte der Konzern bereits in der vergangenen Woche vorgelegt. An der Börse kamen die Zahlen am Mittwoch gut an: Die Aktie legte zeitweise um 1,6 Prozent auf 58,93 Euro zu.

Nicht zuletzt wegen der kräftigen Investitionen hatte die Software-Schmiede im vergangenen Jahr allerdings weniger verdient. Unter dem Strich standen mit 2,8 Milliarden Euro 18 Prozent weniger als 2011. Damals hatte das Unternehmen auch davon profitiert, dass die Schadenssumme in einem Rechtsstreit mit dem Konkurrenten Oracle deutlich niedriger ausfiel als befürchtet.

Nach internen Berechnungsmodellen wollen die Walldorfer mit der Cloud erstmals 2015 profitabel sein. Nach internationalen Bilanzierungsvorschriften könne für die Profitabilität aber noch kein Zeitfenster genannt werden. Neben den USA sei das Geschäft mit der Datenwolke zuletzt vor allem in Japan und China gefragt gewesen, sagte McDermott.

Wachstumstreiber war unterdessen auch die superschnelle Datenbank Hana, die die Walldorfer 2011 auf den Markt gebracht hatten. Damit begibt sich der Konzern direkt auf das Terrain des Erzrivalen Oracle, dem Weltmarktführer für Datenbanken.

Nach Angaben von SAP ist die neue Echtzeit-Datenbank am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte des Unternehmens. Lagen die Software-Erlöse mit Hana 2012 noch bei 392 Millionen Euro, rechnen Snabe und McDermott in diesem Jahr bereits mit einem Umsatz von 650 bis 700 Millionen Euro. Die Milliarde beim Umsatz werde voraussichtlich 2014 geknackt.

dpa

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