Studie zur Ausbildungsplatzsuche

Türkischer Name hinderlich bei Jobsuche

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Um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, müsse ein Kandidat mit deutschem Namen im Schnitt fünf Bewerbungen schreiben, ein Mitbewerber mit türkischem Namen dagegen sieben - sagt die Studie.

Berlin - Jugendliche mit türkischen Namen haben einer Studie zufolge weniger Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz - auch wenn sie die gleiche Qualifikation haben wie Jugendliche mit deutschen Namen.

Schüler mit türkischen Namen werden bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz einer Studie zufolge diskriminiert. Sie müssen mehr Bewerbungsbriefe verschicken, bis sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, als ihre Mitbewerber mit deutschem Namen und gleich gutem Schulabschluss, wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen hervorgeht.

Schon in der ersten Bewerbungsphase würden Schüler mit einem türkischen Namen benachteiligt, fassen die Wissenschaftler ihr Erkenntnisse zusammen. Um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, müsse ein Kandidat mit deutschem Namen im Schnitt fünf Bewerbungen schreiben, ein Mitbewerber mit türkischem Namen dagegen sieben.

Für die Studie wurden jeweils zwei Bewerbungen von Schülern deutscher Staatsangehörigkeit an insgesamt knapp 1800 Unternehmen geschickt, die Ausbildungsplätze als Kfz-Mechatroniker und als Bürokaufmann zu besetzen hatten. Beide Bewerber waren überdurchschnittlich qualifiziert, einziger Unterschied: Einer der Bewerber hatte einen türkischen Namen, der andere einen deutschen.

Häufiger eine direkte Absage für türkische Namen

Die Rückmeldungen fielen der Studie zufolge unterschiedlich aus: Die Bewerber mit einem deutschen Namen erhielten demnach häufiger eine Antwort auf ihr Bewerbungsschreiben als diejenigen mit einem türkischen Namen. Zudem seien Jugendliche mit einem türkischen Namen seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden als ihre Mitbewerber mit deutschen Namen. Die Bewerber mit türkischem Namen erhielten häufiger eine direkte Absage.

Während Unternehmen beklagten, dass es nicht genug qualifizierte Bewerber gebe, bekämen jedes Jahr mehrere zehntausend Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz, kritisierten die Wissenschaftler. Darunter seien überdurchschnittlich viele Jugendliche mit ausländischen Wurzeln, was aber nicht nur daran liege, dass sie schlechtere Noten als ihre Mitschüler mit deutschen Namen hätten, sondern auch an ihrer Benachteiligung bei den Bewerbungsverfahren.

Die Gründe für die Diskriminierung auf Seiten der Unternehmen seien vielfältig, erklärten die Forscher. Es gebe unbewusste Assoziationen, Vorurteile und oftmals darauf fußende Vorbehalte gegen die Einstellung eines Lehrlings mit ausländischen Wurzeln. Mancher Personalverantwortlicher befürchte, dass Auszubildende mit türkischem Namen von Belegschaft oder Kunden nicht akzeptiert würden. Dabei komme Diskriminierung bei kleineren Unternehmen öfter vor als bei mittleren und großen Unternehmen.

afp/dpa

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