Kündigung

Darum sollten Sie ohne Plan B Ihren Job kündigen

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Sie müssen vor der Kündigung nicht immer über eine Alternative nachdenken.

Kündigen oder nicht kündigen? Eine Frage, die sich schon unzählige Menschen stellen mussten. Kündigen Sie ohne Plan B, hat das sogar viele Vorteile.

Es gibt viele Gründe, einen Job zu kündigen. Mal wachsen einem die Aufgaben über den Kopf oder es sind die Kollegen, mit denen man sich nicht versteht. Oft ist der Beruf mit dem Privatleben nicht mehr zu vereinen oder die Tätigkeiten machen einfach keinen Spaß mehr. Trotzdem zögern viele Menschen, bevor Sie den Vorgesetzten das Kündigungsschreiben in die Hand drücken. Das liegt nicht selten daran, dass ein Plan B fehlt.

Darum muss die Zukunft nach der Kündigung nicht gesichert sein

Falls die finanzielle Lage unsicher ist, empfiehlt es sich natürlich nicht zu kündigen, ohne schon einen neuen Vertrag unterschrieben zu haben. Wer es sich jedoch leisten kann das aktuelle Unternehmen zu verlassen und dafür gute Gründe hat, der sollte nicht zögern. Dabei darf man sich auch nicht vom Verfassen eines Kündigungsschreibens abhalten lassen, denn das ist eigentlich ganz einfach.

Weshalb soll es nun aber vorteilhaft sein ohne Plan B zu kündigen? Das Karriere-Portal arbeits-abc.de listet hierfür neun gute Gründe auf:

1. Sobald Sie es geschafft haben Ihre Angst vor der Kündigung zu überwinden, haben Sie den Kopf endlich frei, um über einen neuen beruflichen Weg nachzudenken.

2. Wenn Sie Ihren alten Job verlassen und anschließend ein paar Wochen Freizeit haben, hilft Ihnen das, neue Kraft zu tanken und aufgeschobene Aufgaben im privaten Leben endlich anzugehen.

3. Unsicherheit nach der Kündigung veranlasst Sie, an sich selbst zu glauben. Während der Suche nach dem neuen Job bauen Sie automatisch Ihr Selbstbewusstsein und Vertrauen in Ihre Fähigkeiten auf.

4. Sofern Sie bereit sind, Ihren Lebensstandard für einige Zeit zu senken, werden Sie merken, wie unwichtig Geld in Wahrheit ist. Mit dem Ersparten kann man oft einige Zeit ohne Verdienst überbrücken. Dabei lernen viele, dass sie sich zuvor zu sehr an den Gedanken des regelmäßigen Geldverdienens geklammert haben.

Lesen Sie auch: Kündigung: Dieser typische Formfehler macht sie unwirksam .

5. Sie werden merken, dass Sie die Kündigung nicht bereuen. Die meisten Menschen sind froh, dass es vorbei ist. Aus diesem Grund spielt es auch keine Rolle mehr, ob man schon Ersatz gefunden hat oder nicht.

6. Falls Ihr Umfeld Ihre Entscheidung zu kündigen in Frage stellt, werden Sie sich glücklich fühlen, wenn Sie auf sich selbst hören und Ihren eigenen Weg gehen. Gegen den Strom zu schwimmen, fördert ebenfalls das Selbstbewusstsein.

7. Sie lernen, dass Sie sich nicht über Ihren Job identifizieren müssen. Sofern Sie mit Ihrer Entscheidung zu kündigen zufrieden sind, ist das alles, was zählt.

8. Reden Sie mit Menschen, die auch schon ohne Plan B gekündigt haben und Sie werden merken, dass Sie definitiv nicht alleine mit dieser Entscheidung sind. Auch das hilft Ihnen, sich besser zu fühlen.

9. Sie werden feststellen, dass wieder bessere Zeiten kommen. Eine Kündigung ohne neuen Job mag zunächst für Unsicherheit sorgen. Doch bald schon geht es erneut bergauf und Sie sind glücklich, dass Sie sich für diesen schweren Schritt entschieden haben.

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Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

Brot
Der erste Fall, in dem das Bundesarbeitsgericht über eine Kündigung wegen eines Bagatelldiebstahl entschieden hat, führte zum „Bienenstich-Urteil“ von 1984. Eine Verkäuferin hatte einen Bienenstich verzehrt aber nicht bezahlt. Sie erhielt eine fristlose Kündigung. Das „Bienenstich-Urteil" gehört heute zum Einmaleins jedes Arbeitsrechtlers. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Weil sie für Gäste und den Chef bestimmte Brötchen selbst gegessen haben, müssen zwei Sekretärinnen des Bauverbands Westfalen um ihren Job kämpfen. Ein erster Gütetermin der einen Frau vor dem Arbeitsgericht Dortmund bleibt ohne Ergebnis. © Fotos und Texte: dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Verband will für die 59-Jährige eine außergerichtliche Lösung finden. Der Fall ihrer Kollegin wird voraussichtlich Ende November verhandelt. Die Frauen waren nach 34 beziehungsweise fast 20 Dienstjahren im Betrieb fristlos entlassen worden. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
September 2009: Ein Bäcker bestreicht am Arbeitsplatz ein gekauftes Brötchen mit firmeneigener Paste im Wert von vermutlich unter zehn Cent - nach seiner Darstellung, um sie abzuschmecken. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Arbeitgeber wertet das als Diebstahl und wirft ihn raus. Das Landesarbeitsgericht Hamm hebt die fristlose Kündigung durch die Bäckereikette aber als unverhältnismäßig auf. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Der Streit um die gekündigte Supermarkt-Kassiererin “Emmely“ geht in die höchste Instanz. Wegen grundlegender Bedeutung des Falls lässt das Bundesarbeitsarbeitsgericht in Erfurt ein Revisionsverfahren zu. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der unter ihrem Spitznamen bundesweit bekanntgewordenen Berlinerin war nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos gekündigt worden. Sie soll zwei Pfandmarken im Gesamtwert von 1,30 Euro unterschlagen haben. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Ein Prozess um drei angeblich gestohlene Brötchen endet mit einem Vergleich. Das Arbeitsgericht Heilbronn hebt die Kündigung einer 59 Jahre alten Küchenhilfe eines Krankenhauses zwar nicht auf. Die Klinik wirft der Frau aber nicht länger Diebstahl vor und zahlt ihr Gehalt noch bis Ende September. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Eine Abfallentsorgungsfirma in Mannheim kündigt einem Mitarbeiter fristlos, weil der Vater zweier Töchter ein Reisekinderbett aus dem Müll mit nach Hause genommen hatte. Eine Kündigung sei unverhältnismäßig, urteilt das Arbeitsgericht Mannheim. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Februar 2009: Wegen eines Fehlbetrags von 1,36 Euro in der Kasse wird eine Bäckereiverkäuferin in Friedrichshafen am Bodensee fristlos entlassen. Nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Ravensburg erhält sie eine ordentliche Kündigung. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Januar 2006: Ein Arbeiter hatte Aluminiumreste aus seinem Betrieb mitgehen lassen und an ein Recyclingunternehmen verkauft. Das Argument, es habe sich um Abfall gehandelt, überzeugt das Landesarbeitsgericht Mainz nicht. Es weist die Kündigungsschutzklage © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Mai 2005: Das Zerreißen von drei Briefen wird einem Postboten zum Verhängnis. Das hessische Landesarbeitsgericht bestätigt seine fristlose Entlassung. Der Briefträger hatte sein Verhalten mit einem “Blackout“ angesichts privater Probleme begründet. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Wegen sechs Maultaschen im Wert von drei bis vier Euro verliert eine 58-jährige Altenpflegerin in Konstanz ihren Job. Das Arbeitsgericht Radolfzell gibt zunächst dem Arbeitgeber Recht. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg einigten sich die Parteien. Die Gekündigte erhält 42.500 Euro Abfindung und Gehaltsnachzahlung. Im Gegenzug akzeptiert sie die Kündigung. © dpa

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