Kündigung trotz fehlender neuer Stelle ist Nervensache

Eine Frau legt an ihrem Arbeitsplatz in Köln den Kopf in die Hände (Archivfoto mit Zoomeffekt vom 24.06.2010). Foto: Oliver Berg (zu dpa DAK-Studie: Viele Deutsche gehen krank zur Arbeit vom 26.09.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Eine Frau legt an ihrem Arbeitsplatz in Köln den Kopf in die Hände (Archivfoto mit Zoomeffekt vom 24.06.2010). Foto: Oliver Berg (zu dpa DAK-Studie: Viele Deutsche gehen krank zur Arbeit vom 26.09.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Unzufriedenheit auf der Abreit kann krank machen. Doch wie sollte der Angestellte vorgehen? Gleich kündigen oder erst dann, wenn er eine neue Stelle gefunden hat? Eine Hilfestellung.

Hamburg (dpa/tmn) - Wer mit seiner Stelle sehr unzufrieden ist, sitzt häufig in der Zwickmühle. Sollen Beschäftigte ausharren, bis sie etwas Neues haben? Oder kündigen Sie gleich und suchen dann?

Wofür sie sich entscheiden, sollten sie auch davon abhängig machen, wie nervös sie die Jobsuche macht, sagt Svenja Hofert, Karriereberaterin in Hamburg. Wer eine Lücke im Lebenslauf nur schwer erklären kann und ungern zugibt, dass er arbeitslos ist, sollte die Zähne zusammenbeißen. Wer dagegen keine Schwierigkeiten hat, eine Phase zu überbrücken, in der er ein paar Wochen in der Luft hängt, kann kündigen.

Wegen der dann entstehenden Lücke im Lebenslauf machen Berufstätige sich besser keine schlaflosen Nächte: «Zwei oder drei Monate bis hin zu einem Jahr sind relativ normal», sagt Hofert. Auch die Verhandlungsposition sieht sie durch die Kündigung nicht unbedingt beschränkt. Im Gegenteil sei es in vielen Fällen eher ein Vorteil, kurzfristig verfügbar zu sein. Bevor Beschäftigte kündigen, sollten sie sich aber im Klaren sein: Auf was für einem Markt bewege ich mich? Bin ich als Arbeitnehmer gefragt, oder gibt es in meinen Jobs eher ein Überangebot an Bewerbern?

Wer in der Zwickmühle steckt, hat häufig neben der Frage der Kündigung noch ein anderes Problem: Wie verhält man sich bei der Arbeit? Dem Arbeitgeber mehr oder weniger direkt zu sagen, dass man nur noch dort ist, bis man etwas Besseres hat, ist häufig keine gute Idee. «Er kann einem deswegen zwar nicht kündigen», sagt Hofert. Aber solche Aussagen wirken sich am Ende häufig negativ auf das Arbeitszeugnis aus. Und oft gilt das alte Sprichwort: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Deshalb ist es besser, den Abschied mit Anstand über die Bühne zu bringen.

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