Karriereberater Google

Das sind die meistgestellten Fragen zur Kündigung

+
Die Deutschen ziehen gerne Google zu Rate, wenn es um das Thema Kündigung geht.

Die Deutschen googeln viel und gern, gerade wenn es um Rechtsfragen im Job geht. Die häufigsten Fragen zum Thema Kündigung - und die passenden Antworten dazu.

Wäre Google ein Karriere-Coach - er könnte viel Geld verlangen. Schließlich googeln die Deutschen wie die Weltmeister, wenn es um ihre eigene Karriere geht. Viele dieser Fragen drehen sich dabei um die Kündigung - sei es, weil sie von Ihrem Arbeitgeber gekündigt wurden, oder weil sie selbst kündigen wollen. Die Frankfurter Allgemeine hat die meistgestellten Fragen zum Thema Kündigung veröffentlicht. Das ist das Ergebnis: 

Wie schreibt man eine Kündigung? 45,9 Prozent

Wer schon längere Zeit im Job unglücklich ist, sucht sich früher oder später einen neuen Job. Gründe gibt es viele: Der Chef nörgelt ständig, obwohl Sie sich von früh bis spät abrackern, der Job ist eintönig oder die Firmenkultur von vorgestern. Um aus dem alten Arbeitsvertrag rechtssicher heraus zu kommen, müssen Sie einige Punkte beachten:

  • Seit dem Jahr 2000 ist eine schriftliche Kündigung für Arbeitsverträge Pflicht. Eine E-Mail, Fax oder gar eine Whats-App-Nachricht reicht hier allerdings nicht aus: Die Kündigung muss von Ihnen mit einer Originalu nterschrift besiegelt werden.
  • Wichtigster Punkt: Beachten Sie die Kündigungsfrist - unter Umständen beträgt diese mehrere Monate oder ist nur zum Quartalsende möglich. Welche Kündigungsfrist für Sie gilt, steht in Ihrem Arbeitsvertrag.
  • Übergeben Sie die Kündigung Ihrem Chef oder der Personalabteilung persönlich. Wer von zuhause oder von einer anderen Arbeitsstätte aus arbeitet, versendet die Kündigung am besten perEinschreiben. So gehen Sie sicher, dass Ihre Firma die Kündigung erhalten hat.
  • Sie wollen Ihre Kündigung zurückziehen? Das geht nur, wenn der Chef Ihre Kündigung noch nicht kennt. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. 

Lesen Sie auch: Welchen Urlaubsanspruch habe ich bei einer Kündigung?

Wie viele Abmahnungen bis zur Kündigung? 10,7 Prozent

Mit einer Abmahnung reagiert Ihr Arbeitgeber auf ein Fehlverhalten des Mitarbeiters. Schon eine Abmahnung reicht, damit Ihr Chef Ihnen im Wiederholungsfall kündigen kann. Auch eine mündliche Abmahnung ist rechtswirksam. Was viele nicht wissen: Auch Mitarbeiter können Ihren Chef bei einem Vertragsverstoß abmahnen. 

Wenn Sie der Meinung sind, dass die Abmahnung nicht gerechtfertigt ist: Sammeln Sie Gegenbeweise (wichtig: Zeugen) und geben Sie eine Stellungnahme ab. Dann stehen Ihre Chancen gut, die Entfernung der Abmahnung einklagen zu können.

Was ist eine ordentliche Kündigung? 4,0 Prozent

Egal, ob Sie selbst kündigen oder gefeuert wurden: Eine ordentliche Kündigung erklärt, das Arbeitsverhältnis zum Ablauf einer Frist beenden zu wollen. Das heißt, Sie arbeiten noch solange, wie in der Kündigungsfrist angegeben wurde.

Auch interessant: Verfällt mein Resturlaub bei Kündigung? Alles zu Berechnung, Verfall und Auszahlung.

Was muss in einer Kündigung stehen? 3,3 Prozent

Kündigungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern unterliegen grundsätzlich denselben Vorschriften. Sie müssen

  • schriftlich erfolgen
  • eigenhändig unterschrieben sein
  • der Verfasser muss erkennbar sein
  • Angaben zur fristgerechten oder fristlosen Kündigung enthalten
  • Gründe müssen nur in besonderen Fällen angegeben werden (zum Beispiel bei bestimmten Tarifverträgen oder wenn eine Lehrstelle abgebrochen wird)

Lesen Sie auch: Ständig krank - Kann mein Chef mir kündigen?

Was ist eine fristlose Kündigung? 2,6 Prozent

Bei einer fristlosen Kündigung endet das Arbeitsverhältnis sofort nach der Zustellung. Das passiert allerdings äußerst selten, denn für eine fristlose Kündigung muss es triftige Gründe geben - zum Beispiel, wenn Sie sich strafbar verhalten haben oder andere Kollegen mobben.

Was tun bei einer Kündigung? 2,2 Prozent

Das Kündigungsschreiben liegt bereits in Ihrem Briefkasten? Dann zögern Sie nicht, einen Anwalt aufzusuchen - egal, ob Sie gegen die Kündigung vorgehen wollen oder nicht. Denn oft scheitern Kündigungen schon aus banalen Gründen, wie mündlichen Kündigungen oder anderen Formfehlern. Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen dabei, solche Fehlerquellen zu finden. Bei den Rechtsanwaltskammern finden Sie auf Nachfrage Spezialisten für Arbeitsrecht. 

Haben Sie einen Fachanwalt gefunden, braucht er umgehend Ihre Hilfe: Sammeln Sie möglichst schnell Arbeitspapiere und wichtige Informationen über Ihre Firma, zum Beispiel, ob ein Betriebsrat vorhanden ist oder wie viele Mitarbeiter beschäftigt sind. Diese Fakten spielen durchaus eine Rolle bei der Frage, ob das Kündigungsschutzgestz (KSchG) greift.

Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst kann eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld drohen und Lücken im Versicherungsschutz entstehen.

Viele nützliche Infos zu Bewerbungsprozessen, Erfolg im Job und Fragen zur Kündigung finden Sie auch hier. Außerdem: Achten Sie auf diese fünf Punkte im Arbeitszeugnis.

Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

Brot
Der erste Fall, in dem das Bundesarbeitsgericht über eine Kündigung wegen eines Bagatelldiebstahl entschieden hat, führte zum „Bienenstich-Urteil“ von 1984. Eine Verkäuferin hatte einen Bienenstich verzehrt aber nicht bezahlt. Sie erhielt eine fristlose Kündigung. Das „Bienenstich-Urteil" gehört heute zum Einmaleins jedes Arbeitsrechtlers. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Weil sie für Gäste und den Chef bestimmte Brötchen selbst gegessen haben, müssen zwei Sekretärinnen des Bauverbands Westfalen um ihren Job kämpfen. Ein erster Gütetermin der einen Frau vor dem Arbeitsgericht Dortmund bleibt ohne Ergebnis. © Fotos und Texte: dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Verband will für die 59-Jährige eine außergerichtliche Lösung finden. Der Fall ihrer Kollegin wird voraussichtlich Ende November verhandelt. Die Frauen waren nach 34 beziehungsweise fast 20 Dienstjahren im Betrieb fristlos entlassen worden. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
September 2009: Ein Bäcker bestreicht am Arbeitsplatz ein gekauftes Brötchen mit firmeneigener Paste im Wert von vermutlich unter zehn Cent - nach seiner Darstellung, um sie abzuschmecken. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Arbeitgeber wertet das als Diebstahl und wirft ihn raus. Das Landesarbeitsgericht Hamm hebt die fristlose Kündigung durch die Bäckereikette aber als unverhältnismäßig auf. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Der Streit um die gekündigte Supermarkt-Kassiererin “Emmely“ geht in die höchste Instanz. Wegen grundlegender Bedeutung des Falls lässt das Bundesarbeitsarbeitsgericht in Erfurt ein Revisionsverfahren zu. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der unter ihrem Spitznamen bundesweit bekanntgewordenen Berlinerin war nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos gekündigt worden. Sie soll zwei Pfandmarken im Gesamtwert von 1,30 Euro unterschlagen haben. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Ein Prozess um drei angeblich gestohlene Brötchen endet mit einem Vergleich. Das Arbeitsgericht Heilbronn hebt die Kündigung einer 59 Jahre alten Küchenhilfe eines Krankenhauses zwar nicht auf. Die Klinik wirft der Frau aber nicht länger Diebstahl vor und zahlt ihr Gehalt noch bis Ende September. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Eine Abfallentsorgungsfirma in Mannheim kündigt einem Mitarbeiter fristlos, weil der Vater zweier Töchter ein Reisekinderbett aus dem Müll mit nach Hause genommen hatte. Eine Kündigung sei unverhältnismäßig, urteilt das Arbeitsgericht Mannheim. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Februar 2009: Wegen eines Fehlbetrags von 1,36 Euro in der Kasse wird eine Bäckereiverkäuferin in Friedrichshafen am Bodensee fristlos entlassen. Nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Ravensburg erhält sie eine ordentliche Kündigung. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Januar 2006: Ein Arbeiter hatte Aluminiumreste aus seinem Betrieb mitgehen lassen und an ein Recyclingunternehmen verkauft. Das Argument, es habe sich um Abfall gehandelt, überzeugt das Landesarbeitsgericht Mainz nicht. Es weist die Kündigungsschutzklage © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Mai 2005: Das Zerreißen von drei Briefen wird einem Postboten zum Verhängnis. Das hessische Landesarbeitsgericht bestätigt seine fristlose Entlassung. Der Briefträger hatte sein Verhalten mit einem “Blackout“ angesichts privater Probleme begründet. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Wegen sechs Maultaschen im Wert von drei bis vier Euro verliert eine 58-jährige Altenpflegerin in Konstanz ihren Job. Das Arbeitsgericht Radolfzell gibt zunächst dem Arbeitgeber Recht. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg einigten sich die Parteien. Die Gekündigte erhält 42.500 Euro Abfindung und Gehaltsnachzahlung. Im Gegenzug akzeptiert sie die Kündigung. © dpa

Von Andrea Stettner

Das könnte Sie auch interessieren

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Die schönsten Buchten und Lagunen Griechenlands 2018

Die schönsten Buchten und Lagunen Griechenlands 2018

Meistgelesene Artikel

Traumjob gefällig? Katzensitter auf griechischer Insel gesucht

Traumjob gefällig? Katzensitter auf griechischer Insel gesucht

Hitzefrei im Büro: Ab wie viel Grad darf ich heimgehen?

Hitzefrei im Büro: Ab wie viel Grad darf ich heimgehen?

Lügen im Lebenslauf: Diese Tricks kennt jeder Personaler

Lügen im Lebenslauf: Diese Tricks kennt jeder Personaler

Gehalt: Wie viel verdient man im Einzelhandel?

Gehalt: Wie viel verdient man im Einzelhandel?

Kommentare