Wenn Sie entlassen werden

Kurz und schmerzvoll: In diesen Ländern wollen Sie nicht gekündigt werden

In den USA sind Mitarbeiter jederzeit von heute auf morgen kündbar.
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In den USA sind Mitarbeiter jederzeit von heute auf morgen kündbar.

Andere Länder, andere Kündigungen: Jedes Land hat seine eigenen Methoden, Mitarbeiter zu entlassen. In manchen Ländern wollen Sie lieber nicht arbeiten.

In Deutschland läuft die Prozedur relativ schonend ab: Wird Ihnen gekündigt, bleiben Sie meist noch wochenlang im Betrieb, schließen Projekte ab und bewerben sich für neue Jobs. In anderen Ländern wird das anders gehandhabt.

Professorin Erin Meyer an der globalen Business School INSEAD hat untersucht, wie sich kulturelle Unterschiede auf Unternehmen auswirken und vermutet als Gründe für die schonendere Vorgehensweise in Deutschland die arbeitnehmerfreundlichere Politik und die beziehungsorientierte Kultur. Dadurch, dass Arbeitgeber häufig eine persönliche Beziehung zu ihren Angestellten aufbauen, wird die Kündigung für sie etwas persönlicher, so Meyer.

Jederzeit kündbar in den USA

In den USA geht man schonungsloser vor: Dort setzen sich die Manager oder Geschäftsführer mit ihren Mitarbeitern zusammen und teilen ihnen mit, dass sie ab sofort gekündigt sind. Dann haben sie ein paar Stunden Zeit, ihre Sachen zu packen. Diese Praktik ist in dem Film "Up in the Air" mit George Clooney gut zu beobachten. Es ist wie das Abziehen eines Pflasters, sagt die Professorin Erin Meyer an der globalen Business School INSEAD im Gespräch mit Business Insider: "Du hast ein Problem, du ziehst das Pflaster ab, es tut sehr weh und dann ist das Problem weg." In den meisten Ländern Europas würde man diese Vorgehensweise als unnötig grausam betrachten. Doch in den USA ist sie wegen der jederzeit kündbaren Arbeitsverträge möglich.

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Neue Arbeit nach einem Jahr in Schweden

Mal wieder hat Skandinavien die Nase vorn: Schweden ist in den Industrieländern Spitzenreiter bei der Förderung gekündigter Arbeitnehmer, schreibt The Atlantic. Wer in private Arbeitsschutzräte einzahlen möchte, bekommt im Fall der Fälle finanzielle Unterstützung und kann seine Kompetenzen erweitern. 85 Prozent finden innerhalb eines Jahres eine neue Arbeitsstelle, berichtet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Kündigung als soziales Tabu in Japan und als Schande in Indien

Im fernen Osten, in Japan, sind Massenentlassungen ein soziales Tabu. Kündigungen sind dort selten, die Leute bleiben jahrelang im gleichen Unternehmen, viele haben unbefristete Arbeitsverträge, berichtet die New York Times. Mitarbeiter haben sogar das Recht, Frühpensionierungen abzulehnen und in sogenannten "Auslaufräumen" weiterhin Projekte zu bearbeiten.

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In der chinesischen Verwaltungszone Hongkong erhalten Mitarbeiter jahrelang eine Abfindung und Kündigungen werden eher zum bezahlten Urlaub, schreibt die South China Morning Post.

Früher war es für einen Inder eine Schande, gekündigt zu werden. Doch inzwischen sind Kündigungen durch die wachsende Wirtschaft keine Seltenheit mehr und entlassene Mitarbeiter werden nicht mehr stigmatisiert. "Die Globalisierung hat indische Führungskräfte stärker mit der westlichen Idee vertraut gemacht, dass Kündigungen Teil von Marktbewegungen sind und nicht eine Folge persönlichen Versagens", erklärt Saumya Bhattacharya in der Economic Times of India.

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

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