Jobwechsel

Kündigen ohne neuen Job? Bevor Sie gehen, sollten Sie sich zwei wichtige Fragen stellen

Der Chef macht ständig Druck und Sie würden am liebsten kündigen? Wenn Sie noch keinen neuen Job in der Hinterhand haben, sollten Sie das gründlich überdenken.

Laut einer Umfrage des Karriere-Netzwerks Xing aus dem Jahr 2020 ist jeder zweite Befragte von rund 3.000 Teilnehmern offen für einen Jobwechsel. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Mangelnde Wertschätzung und ein zu geringes Gehalt sind laut einer anderen Umfrage die häufigsten Gründe*, wenn Mitarbeitern ihren Chefs eine Kündigung in die Hand drücken. Doch sollte man auch die Stelle quittieren, ohne einen neuen Job in der Hinterhand zu haben?

1. Gründe für die Kündigung hinterfragen

Natürlich steht es jedem frei, zu kündigen, auch ohne Backup-Job. Dennoch sollten Arbeitnehmer in diesem Fall immer wohlüberlegt handeln, statt kurzentschlossen oder gar aus der Emotion heraus zu kündigen. Der Meinung ist auch Lily Valentin. Die Leiterin des Nordamerika-Geschäfts bei der Online-Jobbörse Adzuna rät in einem Beitrag des Magazins Businessinsider, zunächst einmal die Gründe für den Wechselwunsch zu hinterfragen: Was gefällt Ihnen an Ihrer Stelle nicht? Ist Ihre Unzufriedenheit vielleicht auch auf einen Burnout zurückzuführen?

Wenn das Problem wirklich am Job selbst liegt, sollten Sie gemäß ihrer Empfehlung einmal alle Fähigkeiten auflisten und überprüfen, welche Sie davon auf eine andere Stelle übertragen könnten. „Die Fähigkeiten, die Sie in zehn Jahren Arbeit im Einzelhandel erworben haben, lassen sich sehr gut auf das Gastgewerbe oder vielleicht auf das Büromanagement übertragen“, so Valentin. Falls Sie noch Lücken in Ihrer Qualifikation entdecken, können Sie auch daran arbeiten.

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Kündigen – ja oder nein?

2. Kein neuer Job als Backup: Finanzen im Blick haben

Der zweite und vielleicht wichtigste Punkt, wenn Sie ohne neuen Job den Arbeitsvertrag kündigen wollen, sind Ihre Finanzen: Können Sie es sich leisten, für eine gewisse Zeit auf Gehalt zu verzichten? Bei Eigenkündigungen werden Arbeitnehmer in der Regel für bis zu 12 Wochen für das Arbeitslosengeld I gesperrt. Das heißt, Sie müssen rund drei Monate auf jegliches Einkommen verzichten, sollten Sie nicht umgehend einen neuen Arbeitgeber finden. Und selbst nach der Sperrfrist sind die Einnahmen durch Arbeitslosengeld I weitaus weniger als Ihr bisheriges Gehalt. Da kann es finanziell schnell eng werden. Planen Sie deshalb genau, wie lange Sie arbeitslos sein können, ohne in eine finanzielle Schieflage zu geraten.

Lesen Sie auch: Kündigung in der Probezeit: Was Sie jetzt wissen müssen

Kündigung ohne Job nur nach gründlicher Abwägung

Egal, aus welchen Gründen Sie auch immer Ihren Arbeitsplatz wechseln wollen: „Die Kündigung ohne neuen Job sollte immer nur eine Lösung für den Notfall bleiben“, warnen die Experten von Karrierebibel.de. Schließlich drohe bei längerer Arbeitslosigkeit eine große Lücke im Lebenslauf, die unangenehme Fragen bei der Bewerbung aufwerfe, und Ihre Jobchancen sogar mindern kann. Nur wenn alle Alternativen bereits ausgeschöpft und das aktuelle Arbeitsverhältnis unzumutbar sei, sollten Arbeitnehmer einen ungesicherten Jobwechsel in Kauf nehmen, so der eindringliche Rat der Profis. Das müssen Sie bei Ihrer Kündigung immer im Hinterkopf behalten. In bestimmten Fällen sollten Arbeitnehmer jedoch nie zögern und sofort kündigen – und zwar fristlos. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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